{"id":9416,"date":"2020-01-08T05:59:24","date_gmt":"2020-01-08T05:59:24","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9416"},"modified":"2020-01-08T05:59:24","modified_gmt":"2020-01-08T05:59:24","slug":"frei-haus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9416","title":{"rendered":"frei Haus"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9414\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200108_064549-243x300.png\" alt=\"\" width=\"338\" height=\"417\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200108_064549-243x300.png 243w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200108_064549-768x950.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200108_064549-828x1024.png 828w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200108_064549.png 852w\" sizes=\"auto, (max-width: 338px) 100vw, 338px\" \/><\/p>\n<h5>Gestern traf ich im Haus von Shivani, die f\u00fcnf exzellent ausgestattete und durchweg gebuchte Hotelzimmer hat, eine befreundete indische Familie, die schon bei uns in Deutschland zu Besuch war. Ein weiterer Gast war eine Australierin, der ich seit Jahren immer wieder\u00a0 im Dorf begegne und die, wie die meisten Ausl\u00e4nderInnen, hier f\u00fcr ihr Business einkauft. Gerade hatte ich einen Beitrag in ARTE zugeschickt bekommen \u00fcber die f\u00fcr Menschen nicht mehr geeignete Luft in Delhi, und ich h\u00f6rte nun von den Delhi-Bewohnern aus n\u00e4chster N\u00e4he, dass niemand, der es sich erlauben kann, mehr unn\u00f6tig das Haus verl\u00e4sst, wobei den Messungen zufolge die Qualit\u00e4t der Luft innen wie au\u00dfen t\u00f6dliche Werte erreicht hat. Ich erinnerte mich an die Jahre, wo diese Form von Lebensbedrohung noch nicht artikuliert wurde, ich aber vom Flughafen in diesen alten, klapprigen Taxis an Millionen von Menschen vorbeifuhr, die auf der Stra\u00dfe wohnten, und deren Elend\u00a0 \u00fcber Kilometer hinweg oft genug die andere Seite, wieder im geliebten Land angekommen zu sein, schmerzhaft \u00fcbert\u00f6nte. Am schlimmsten fand\u00a0 ich die Nachricht, dass zur Zeit t\u00e4glich um die 30 000 neue Autos bestellt werden, wo der Verkehr in Delhi jetzt schon v\u00f6llig blockert ist. Gestern also am Tisch kam dann auch die australische Feuertrag\u00f6die in sp\u00fcrbare N\u00e4he. Sie k\u00f6nne sich nirgendwo mehr wohlf\u00fchlen, sagte die Frau, denn sie kann sich weder hier noch dort geistig aufhalten, sie k\u00f6nne nur noch weinen. Obwohl ihr Haus noch steht, ist es im Gefahrengebiet, und selbst, wenn es nicht abbrennt, m\u00fcssen sie auf unbestimmte Zeit Masken tragen, da man die Luft, die noch h\u00f6here Grenzwerte hat als Peking und Delhi, nicht mehr direkt einatmen kann. Das Leid, sagt sie, hat eine apokalyptische Dimension erreicht, von wo aus es kein &#8222;nach der Katastrophe&#8220; mehr gibt, denn vieles wird lange oder f\u00fcr immer unbewohnbar bleiben. Es ist so viel, es ist so viel, es ist zu viel. Der eigene Apparat ist \u00fcberfordert, st\u00e4ndig bem\u00fcht um neue Einstellungen, um nicht nur dem Schrecken gerecht zu werden. Auch der Satz &#8222;so sind die Menschen nun mal&#8220; f\u00e4llt h\u00e4ufig. So sind sie nun mal? Wie sind sie denn nun mal, die Menschen, und wenn\u00a0 wir anfangen, so \u00fcber sie, also uns, zu reden, dann kann man sich die Frage, wie ich selbst bin, eine Weile vom Hals halten. Auch muss man sich zutrauen k\u00f6nnen bei so viel gef\u00fchlter Ohnmacht, einen Unterschied machen zu k\u00f6nnen, auch wenn das ein bisschen bedeutungslos erscheint im Angesicht des Ausma\u00dfes. Aber was ist das Ma\u00df, und um welche Einheit geht es? Deswegen begr\u00fc\u00dfe ich die N\u00e4he und den Austausch des Schreckens. Wir ringen in jedem Fall nach bestem Ermessen um unsere Menschlichkeit, und Antwort und Plan werden nicht frei Haus geliefert.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern traf ich im Haus von Shivani, die f\u00fcnf exzellent ausgestattete und durchweg gebuchte Hotelzimmer hat, eine befreundete indische Familie, die schon bei uns in Deutschland zu Besuch war. Ein weiterer Gast war eine Australierin, der ich seit Jahren immer wieder\u00a0 im Dorf begegne und die, wie die meisten Ausl\u00e4nderInnen, hier f\u00fcr ihr Business einkauft. 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