{"id":9390,"date":"2020-01-04T03:47:57","date_gmt":"2020-01-04T03:47:57","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9390"},"modified":"2020-01-04T03:47:57","modified_gmt":"2020-01-04T03:47:57","slug":"entfinstern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9390","title":{"rendered":"entfinstern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9391\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200104_080403-300x190.jpg\" alt=\"\" width=\"393\" height=\"249\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200104_080403-300x190.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200104_080403-768x485.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200104_080403-1024x647.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/20200104_080403.jpg 1686w\" sizes=\"auto, (max-width: 393px) 100vw, 393px\" \/><\/p>\n<h5>Ein weiterer Beruf, den ich hier selten aus\u00fcben kann, ist Wolkenleserin. Zum Beispiel liegt seit Tagen \u00fcber der ganzen Landschaft ein Dunst, durch den sich die Sonne m\u00fchsam durcharbeitet, aber darin kann man nicht lesen. Nun hat der Abendhimmel das Ganze ein wenig zusammengeschoben, und siehe da, man kann in der sich anbietenden Perspektive auf der rechten Seite des Bildes das Profil von Shani Dev erkennen (oder nicht), der hineinstarrt in das dialogische Wesen der Lichtgestalten. Man hadert ja h\u00e4ufig an anderen Tagen mit dem medialen Angriff finsterer Geschichten, und deswegen finde ich es gar keine so schlechte Angewohnheit, alles Finstere, das in einem rumoren k\u00f6nnte, samstags gro\u00dfz\u00fcgig ans Licht zu bringen, dann hat man schon mal daf\u00fcr gesorgt. Trotzdem, und in der frisch erschienenen ZwanzigZwanzig Kombination geh\u00f6rt es zu den angemessenen Priorit\u00e4ten, dem kosmischen Vorgang im Prozess der Entfinsterung aktiv beizustehen. Vor allem so lange die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig friedliche Lage um einen herum sich im Ungewissen stabilisieren kann, ist die innere Zuwendung zu mentalem Lichteinfluss, nun ja, keine B\u00fcrgerpflicht, aber immerhin eine M\u00f6glichkeit. Genauso wenig, wie man gerne auf das Finstere wartet, bis es endlich da ist, kann man sich darauf verlassen, dass Bewusstsein sich von selbst belichtet. Im Westen wird Licht oft verwechselt mit der Kapazit\u00e4t des jeweiligen Intellektes, was auch erkl\u00e4rt, warum so mancher Intellektuelle in der Geschichte den Tod als eine Befreiung vom Leben empfand, was ziemlich besch\u00e4mend ist bei all dem vielf\u00e4ltigen Angebot. Daher muss es noch an etwas anderem liegen als an den Resultaten der Existenz-Analyse. H\u00e4tte ich mir (z.B.) durch allerhand weltliches Entbehren nicht diesen lebendigen Luxus erschaffen, hier in Indien herumsitzen, gehen und stehen zu k\u00f6nnen, w\u00fcrde ich auch gerade mir gegen\u00fcber auf der Mauer den Languren nicht gesehen haben, wie er im Morgenlicht in einen Tiefschlaf verf\u00e4llt. Bei meiner kurzweiligen Forschung \u00fcber das sexuelle Verhalten der Languren (um mehr Klarheit zu erlangen \u00fcber gewisse Beobachtungen), wor\u00fcber allerdings nichts berichtet war, doch fand ich heraus, dass sie viel schlafen m\u00fcssen wegen der ansonsten geradezu verbl\u00fcffenden Beweglichkeit ihrer K\u00f6rper. Aber auch hier zeigt es sich, dass, so stabil auch manches wirken mag, es sich doch st\u00e4ndig in Wandlung befindet, und nun steht auf einmal ein Mensch auf der Mauer. Zur Samstagfinsternisb\u00fcndelung kann man auch das Hoffen dazunehmen. Man kann also zum Beispiel heute hoffen, dass auch in enthemmter Dummheit Grenzen auftauchen k\u00f6nnen, und Trump zum Beispiel von irgend etwas oder irgendwem davon abgehalten wird, einen weiteren Krieg egomanischer Dummk\u00f6pfe anzuzetteln, dessen Wirkung wie immer unabsehbar ist. Daher stehen auch Licht und Dunkel in so enger Verbindung, weil nur und vor allem ihre Dosierung den Unterschied ausmacht.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein weiterer Beruf, den ich hier selten aus\u00fcben kann, ist Wolkenleserin. Zum Beispiel liegt seit Tagen \u00fcber der ganzen Landschaft ein Dunst, durch den sich die Sonne m\u00fchsam durcharbeitet, aber darin kann man nicht lesen. 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