{"id":9289,"date":"2019-12-20T03:44:49","date_gmt":"2019-12-20T03:44:49","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9289"},"modified":"2019-12-20T03:53:21","modified_gmt":"2019-12-20T03:53:21","slug":"hell-und-dunkel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9289","title":{"rendered":"hell und dunkel"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9290\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20191220_074531-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20191220_074531-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20191220_074531-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20191220_074531-576x1024.jpg 576w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/20191220_074531.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 275px) 100vw, 275px\" \/><\/p>\n<h5>Gestern sa\u00df ich wieder einmal l\u00e4nger in der Abendd\u00e4mmerung an meinem Fenster und lie\u00df mich von diesem Anblick hinaus in die W\u00fcste tragen, zu der man genau zwischen diesen beiden H\u00fcgeln gelangt. Man kommt dort auch zu einer der sch\u00f6nsten, alten Tempelanlagen, wo ich einmal ein paar Wochen wohnte und\u00a0 mich ein gewisser Nimbus umwehte, Frau allein in dunkler H\u00f6hle \u00fcbernachtend, ich fand es gem\u00fctlich. Dort entdeckte ich eines Tages direkt \u00fcber mir die Gerippe zweier Tiere, eine Schlange und irgendein Nagetier, die offensichtlich im Todeskampf verendet waren. Sp\u00e4ter bin ich zu diesem Tempelgel\u00e4nde zu einem j\u00e4hrlichen Fest mit vielen Einheimischen zu Fu\u00df gelaufen, auf den Kamelen wankten die Teel\u00e4den und alles, was dort so \u00fcber Nacht gebraucht wurde zum Essen, Trinken und Feiern. Es ist ein Ort, den ein muslimischer K\u00f6nig einst gebaut hatte, damit Hindus und Muslime aus zwei verschiedenen Richtungen zusammenkommen und ein gemeinsames Fest feiern k\u00f6nnen. Wie tief das heute klingt, wie vers\u00f6hnlich, wie menschlich. In einer Mail wurde ich gefragt, ob es nicht sch\u00f6n gewesen w\u00e4re, ich h\u00e4tte mit all dem, was m i c h so begeistert und bereichert hat, Abschied nehmen k\u00f6nnen, sozusagen ohne die neuerdings auftauchenden Dunkelheiten wahrnehmen zu m\u00fcssen. Aber es gab schon immer in allem Erleben hier diese Dunkelflecken, es war noch verborgener, oft auch noch gef\u00e4hrlicher. Ich denke, ich hatte auch eine andere Einstellung zum Abenteuer Leben, bin aber selbst zwei sehr bedrohlichen Vergewaltigungsangriffen entkommen und dankte damals noch den G\u00f6ttern und dem Wunder, das sich einstellte. Dieser Schuss Finsternis war immer pr\u00e4sent. Ich kam dann nach und nach in den Familien mit den dramatischsten Formen von Gewalt gegen Frauen in Kontakt, dieses Thema hat mich bis heute begleitet, vor allem aber, weil es aussieht, als w\u00fcrde alles noch schlimmer werden, auch wenn es Bewegungen gibt. Ich w\u00fcrde hier gerne noch meine Aussage korrigieren, die ich bei dem Video aus Chile gemacht habe (17.12), n\u00e4mlich, dass man von so was hier nur tr\u00e4umen kann. Dann h\u00f6re ich gestern, dass dieser Tanz auch in Neu Delhi von indischen Frauen auf der Stra\u00dfe aufgef\u00fchrt wurde, das fand ich erfreulich. Ja, ich denke, dass das Dunkle immer mitl\u00e4uft, und offensichtlich bricht es sich in bestimmten Zeiten gewaltsam Bahn, das scheint zur Zeit ein globales Ph\u00e4nomen zu sein. Was bei mir zum ersten Mal in Indien auftaucht ist eine gewisse Aufmerksamkeit auf den gravierenden Unterschied zwischen meinem pers\u00f6nlichen Wohlbefinden und den krassen, unakzeptablen Vorg\u00e4ngen, die eine wirkliche Freude nahezu unm\u00f6glich machen. Auch das gilt sicherlich weltweit, und ich kann mir nur vorstellen, wie beklemmend das werden kann, wenn in Deutschland eine unaufhaltsame Rechtsbewegung stattfindet, die uns sprachlos macht. Wegschauen ist keine L\u00f6sung, nein, zu viel ohnm\u00e4chtiges Hinschauen aber auch nicht. So werden wir mit diesem schwer ertr\u00e4glichen Zustand umgehen lernen m\u00fcssen und f\u00fcr uns selbst nach und nach angemessenen Umgang daf\u00fcr finden. Ich denke, dass das ernstgemeinte Beisichsein es erm\u00f6glicht, den mitf\u00fchlenden Blick auf das menschliche Geschehen gro\u00dfz\u00fcgig und warmherzig zu halten, und sich ruhig mal tiefgr\u00fcndig emp\u00f6ren, erschrecken und entsetzen zu k\u00f6nnen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern sa\u00df ich wieder einmal l\u00e4nger in der Abendd\u00e4mmerung an meinem Fenster und lie\u00df mich von diesem Anblick hinaus in die W\u00fcste tragen, zu der man genau zwischen diesen beiden H\u00fcgeln gelangt. 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