{"id":9136,"date":"2019-11-27T05:22:50","date_gmt":"2019-11-27T05:22:50","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9136"},"modified":"2019-11-27T05:22:50","modified_gmt":"2019-11-27T05:22:50","slug":"trotzdem-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9136","title":{"rendered":"trotzdem"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9139\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191127_094931-241x300.jpg\" alt=\"\" width=\"359\" height=\"447\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191127_094931-241x300.jpg 241w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191127_094931-768x958.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191127_094931-821x1024.jpg 821w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191127_094931.jpg 833w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/p>\n<h5>Diese Zeichnung hat mir Ramesh heute fr\u00fch bei meiner Runde geschenkt, ein junger Verk\u00e4ufer von religi\u00f6ser Paraphernalia, der in letzter Zeit einen hochbetr\u00fcbten Eindruck macht. Die Zeichnung bringt es auf den Punkt, denn er ist im heiratsf\u00e4higen bzw. notwendigen Heiratsalter, wohnt mit seiner Mutter zur Miete in einem Raum mit K\u00fcche und hat nat\u00fcrlich keinen Platz &#8222;for my girl&#8220;, wie er sagte. Das &#8218;girl&#8216; muss ja noch gesucht und gefunden werden, aber das bedr\u00fcckt ihn verst\u00e4ndlicherweise zutiefst. Ob mein Humor mir denn helfen w\u00fcrde in all dem gr\u00f6\u00dferen und kleineren Leid, das sich bei mir zur Zeit stapelt, und ja, musste ich zugeben, es hilft schon, wenn es auch nur die vielen kurzen Momente sind, die auch wahrgenommen werden m\u00f6chten, wie der winzige Affe, der gerade an meinem Fenster hochgeklettert ist und den ich in ein paar Minuten von den Pflanzen verscheuchen muss, die in meiner Obhut gedeihen. Man muss ja nicht krampfhaft nach erfreulichen Dingen Ausschau halten, denn es gibt sie immer und \u00fcberall und zuhauf, man darf es nur nicht vegessen in der Mitte all dieses Elends, das sich auch zu h\u00e4ufen scheint. Wenn die Regeln und Ordnungen, die eine Gesellschaft gemeinsam erschaffen hat, einfach nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df sind, aber stur daran festgehalten wird, sodass Variablen und Alternativen gar nicht vorstellbar sind, nur verzweifeltes Festhalten an den Konstrukten, die alle nur einengen und verk\u00fcmmern lassen, dann ist es Zeit&#8230;.gut, Zeit, es zumindest mal zu merken und nicht (weiterhin) so zu tun, als w\u00e4re es immer noch die g\u00f6ttergesch\u00f6pfte &#8218;Parampara&#8216;, Tradition. Eher das, f\u00fcr was sie allerdings auch schon einen sehr sch\u00f6nen Begriff gepr\u00e4gt haben, n\u00e4mlich &#8218;duplicate Maya&#8216;, bedeutend, dass das nat\u00fcrlich Illusion\u00e4re ersetzt wird durch das k\u00fcnstlich Illusion\u00e4re. Also zum Beispiel wenn jeder Einheimische wei\u00df, dass das Wasser im &#8218;heiligen See&#8216; nicht mehr aus nat\u00fcrlicher Quelle kommt, sondern aus Pipelines zugef\u00fchrt wird, das ist dann duplikate Illusion, ich hoffe ich mache mich verst\u00e4ndlich, auch wenn ich selber lachen muss. Ich dachte von diesem indischen Gedankengut immer als etwas Geniales, das jede Phase des Lebens und der Zeiten bedacht hat, und man kann schon staunen, mit welch akrobatischer Leichtigkeit sie z.B. in die digitale Welt katapultiert sind, f\u00fchrend auch im Silicon Valley mit ihren vom Unvorstellbaren gedehnten Gehirnen, unendliche Lebensformen meisternd, an denen jeder Nicht-Hindu schnell zerbrechen w\u00fcrde. Auch habe ich eine Menge Heiraten zwischen Indern und westlichen Frauen mitbekommen und kenne nur eine, die nicht an den Unvereinbarkeiten gescheitert ist. Das erste, was von zwei zuk\u00fcnftigen Partnern bis heute gew\u00fcnscht wird, ist ein Horoskop, das alle Familienmitglieder miteinbezieht. Der brahmanische Priester kalkuliert stundenlang durch, wie das ganze Ding laufen k\u00f6nnte unter den gegebenen Bedingungen. Dass da trotzdem einiges schwer schiefl\u00e4uft, kann man dann beim Chaitrinken h\u00f6ren oder in der Tageszeitung nachlesen, wer wen in ein lebensverdunkelndes Schicksal bef\u00f6rdert hat. Und da ich keinen Ausweg sehe in meiner Art, es wahrzunehmen, denke ich zuweilen an ihre Konzepte, die auch nachvollziehbar sind: dass das schwarze Zeitalter hereingebrochen ist, noch in seinen Anf\u00e4ngen, und die Seher und Weisen berichtet haben, dass sie sich nicht vorstellen k\u00f6nnen, dass Menschen in so einer Zeit \u00fcberleben k\u00f6nnen. Aber was bleibt uns anderes \u00fcbrig, als durch unsere gegebene Zeit zu wandern und zu schauen, was uns dazu einf\u00e4llt.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Zeichnung hat mir Ramesh heute fr\u00fch bei meiner Runde geschenkt, ein junger Verk\u00e4ufer von religi\u00f6ser Paraphernalia, der in letzter Zeit einen hochbetr\u00fcbten Eindruck macht. 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