{"id":9111,"date":"2019-11-22T05:28:20","date_gmt":"2019-11-22T05:28:20","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9111"},"modified":"2019-11-24T01:41:34","modified_gmt":"2019-11-24T01:41:34","slug":"komma-aber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9111","title":{"rendered":"Komma, aber&#8230;"},"content":{"rendered":"<h1>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9113\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191122_093300-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191122_093300-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191122_093300-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191122_093300-768x765.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191122_093300-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191122_093300-500x500.jpg 500w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191122_093300.jpg 935w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/>\u00a0,\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9112\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191122_093455-294x300.png\" alt=\"\" width=\"75\" height=\"77\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191122_093455-294x300.png 294w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191122_093455-768x785.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191122_093455.png 1002w\" sizes=\"auto, (max-width: 75px) 100vw, 75px\" \/><\/h1>\n<h5>Jemand hat mir mal hier erkl\u00e4rt dass, wenn man eine schlechte Nachricht mitteilen muss, man zuerst mit etwas Positivem beginnen soll, und dann, nach dem unvermeidlichen Komma, mit dem anderen Bericht beginnen, immer mit &#8218;lekin&#8216;, aber&#8230;das jeweils Andere ist eben auch noch da. So konnte ich gestern wieder einmal eine poetisch inspirierende Morgendrunde am See erleben, die angenehmen, liebevollen Begegnungen, bei denen oft Namen keinerlei Rolle spielen, man kennt sich einfach sehr lange und hat \u00e4hnliche Morgenzeiten. Als ich zur\u00fcck war im Haus, brachte mir der Zeitungsmann, ein Sikh, zum ersten Mal wieder die &#8218;Times of India&#8216;, denn ich hatte Ashok gebeten, ihn zu informieren, dass ich wieder da bin, obwohl ich ihn meistens irgendwann selber treffe. Da war sie also wieder, die Tageszeitung, die man zu lesen oder zu lassen lernen muss. Auf der ersten Seite links oben ein kleiner Absatz \u00fcber eine Mutter, die hier, wahrscheinlich wegen dem Platzmangel, &#8218;Mom&#8216; genannt wird, die vorgestern ihre Tochter mit Benzin \u00fcbergoss und anz\u00fcndete, weil diese einen Mann aus einer niedrigeren Kaste heiraten wollte. Man fragt sich, wie niedrig was werden muss, um zu begreifen, wo niedrig angesiedelt ist. Dann kam auf der n\u00e4chsten Seite ein etwas l\u00e4ngerer Artikel \u00fcber eine Stiefmutter, die, als der Vater bei der Arbeit war und die Tochter bei Nachbarn spielte, diesem Kind, als es zur\u00fcckkam, den Mund zustopfte und ihre, wie sie es nennen, &#8218;private parts&#8216;, also ihre Privatteile und ihre Beine verbrannte. Ein Sozialarbeiter, der davon h\u00f6rte, meldete es der Polizei. Es war vor allem f\u00fcr mich so eine Dosis von etwas, das mich immer wieder ersch\u00fcttert oder abgesto\u00dfen oder entsetzt hat. Es ist ja viel schlimmer als diese paar Artikel, wo mal jemand was geh\u00f6rt hat und genug Aufmerksamkeit bekam, reiner Zufall, sch\u00e4tze ich, Redaktionsauswahl. Nun will man sich das alles ja nicht vorstellen, und man muss es auch nicht. Oder doch manchmal, wenn man bedenkt, dass diese Kinder weiterleben. Da hat ihnen einmal in ihrer Kindheit jemand die private parts verbrannt, aber auch kein Jemand, sondern diesmal eine Frau, die zweite Frau ihres Vaters, nachdem ihre Mutter gestorben war. Man brachte sie nach der Tat zu ihrer Gro\u00dfmutter, und h\u00e4tte der Sozialarbeiter nicht zuf\u00e4llig was davon erfahren, h\u00e4tte nie ein Mensch gewusst, was mit der Frau los war, sp\u00e4ter. Oder h\u00e4tten es alle st\u00e4ndig gewusst, weil, wer kann es vergessen. Die Tochter der anderen Frau war tot. Danach z\u00fcndete sie sich selbst an, vermutlich, weil sie das Ausma\u00df der Tat erkannte, aber sie wurde gerettet und lebt nun weiter, erst im Krankenhaus, dann zuhause. Weil ihre Tochter einen Mann, den sie liebte, in ein paar Tagen heiraten wollte. Dem geht&#8217;s bestimmt auch nicht gut. Wenn eine Gesellschaft durch ihre Regulierungen und durch ihr fixiertes Gedankengut solche emotionellen Ausbr\u00fcche hervorbringt, dann&#8230;ja, was dann&#8230;dann bleiben wir vielleicht nur, oder bleibe gerade vielleicht nur ich auf meinem Stuhl sitzen und schaue hinein in das Unfassbare, so tief es m\u00f6glich ist, und sehe die Grenzen der Tiefe. Meine Grenze. Mein Schiff, das dem verborgenen Eisberg ausweicht, auch vorbeilenkt an der Gespensterfregatte. Ich habe Vertrauen in meinen Kompass, und an Land achte ich auf meine Schritte und lebe so unblind wie m\u00f6glich. Denn was hilft es, dass man sich gerne aufmachen w\u00fcrde und hingehen. Irgendwann bl\u00e4ttert man weiter. Times of India.<\/h5>\n<p>Im kleinen Bild rechts oben stehen die Artikel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u00a0,\u00a0 Jemand hat mir mal hier erkl\u00e4rt dass, wenn man eine schlechte Nachricht mitteilen muss, man zuerst mit etwas Positivem beginnen soll, und dann, nach dem unvermeidlichen Komma, mit dem anderen Bericht beginnen, immer mit &#8218;lekin&#8216;, aber&#8230;das jeweils Andere ist eben auch noch da. 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