{"id":9045,"date":"2019-11-15T04:49:04","date_gmt":"2019-11-15T04:49:04","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9045"},"modified":"2019-11-15T04:56:26","modified_gmt":"2019-11-15T04:56:26","slug":"bewoelkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9045","title":{"rendered":"bew\u00f6lkt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9043\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191110_163838-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"474\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191110_163838-300x169.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191110_163838-768x432.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191110_163838-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/p>\n<h5>Das ist eins von drei Bildern, die ich w\u00e4hrend des (Kamel)Festes gemacht habe, als einmal keine Menschenmassen vorbeikamen. Es ist auch in Indien selten geworden, dass man eine Szene aufnehmen kann, die aus der Urzeit zu kommen scheint, da nichts die Neuzeit verr\u00e4t, na fast, denn auch hier kreuzt ein Draht das Bild. Es ist nicht so, dass ich der Vorzeit nachtrauere, um Himmels Willen. Ich kenne diesen Ort noch, als Hindus die Nase r\u00fcmpften \u00fcber die Vorstellung von einer Toilette im Haus. Genau das war allerdings eins der\u00a0 Anliegen von Mahatma Gandhi, der seine Frau mehr oder weniger zwang, mit einer Porzellan-Toilette auf dem Kopf balanciert durch die D\u00f6rfer zu ziehen, damit das Menschenm\u00f6gliche sichtbar wird. Nein, kein Nachtrauern, eher ein Bem\u00fchen, das momentan Seiende einigerma\u00dfen &#8218;real&#8216; einzusch\u00e4tzen. Worte k\u00f6nnen einem wenig hilfreich vorkommen, und doch sind gerade sie die Helfer des potentiellen Verstehens, zu dem man selbst bereit ist. Ich habe die morgendliche See-Umrundung wieder aufgenommen, und es ist angenehm, denn die Wege sind gefegt, und alles ruht in einer Art Nachersch\u00f6pfung, die mit dem seit Tagen bew\u00f6lkten Himmel konform geht. Das kenne ich bzw &#8218;wir&#8216; kennen das nicht vom November, und Mohans Bruder blickt d\u00fcster ins Wolkenmeer und meint, dass sich alles ver\u00e4ndert, der Himmel, die Menschen, die Herzen. Es ist ja letztendlich egal, ob der Hohepriester aus dem Alten \u00c4gypten schon \u00fcber das Nachlassen der Herzensg\u00fcte geklagt hat, und schlie\u00dflich gab es genug Plagen und Seuchen und verwirrenden Irrsinn im Epos der Menschheit, aber es ist nochmal anders, wenn man selbst drin ist und was merkt. Was merkt man denn? Klar ist, es h\u00e4ufen sich Zeichen, aber so eindeutig ist das ja alles nicht, denn jede Generation bringt ihre eigenen Zeichen hervor, zerrissene Jeans, blaue Haare, immer kl\u00fcger werdende K\u00f6pfe, lockeren Umgang mit der Technik undsoweiter. Das ist ja nicht das, wor\u00fcber man zu trauern bereit ist. Es ist eher so etwas wie die gnadenlose Gleichg\u00fcltigkeit den Tieren gegen\u00fcber, die ich hier weiterhin Plastik fressen sehe, und diese Verlogenheit von den heiligen K\u00fchen, wei\u00df doch inzwischen jeder, was von Indien tonnenweise raustransportiert wird, und eben nicht von Muslimen. Und es wurde mir sonnenklar, dass ich mich vor der Entfesselung dieser von Religionen kultivierten Herdentriebe f\u00fcrchten w\u00fcrde, w\u00e4ren sie nicht eingebunden und eingebettet in Strukturen, die sich seit Jahrtausenden im Blut verankert haben. Nicht, dass diese Formen Aussage machen k\u00f6nnen \u00fcber das, wie es ist oder sein kann mit Menschen, sondern nur dar\u00fcber, was den meisten Menschen leichter und zug\u00e4ngiger\u00a0 erscheint als eigenes Denken und eigene Wahrnehmung. Und ich nehme durchaus wahr, dass etwas Unheimliches und Beunruhigendes im Gange ist, und es hat ganz sicher mit dem Ausma\u00df der Habgier zu tun. Wenn nur noch z\u00e4hlt, was ich selber haben will (auch das heilige Heil), und wie ich rankomme an das Ding oder die Sache, die ich glaube, dringend zu brauchen. Man will ja auch keine Spielverderberin sein oder st\u00e4ndig auf die auffallende geistige Bew\u00f6lkung hinweisen, ohne selbst in die Schusslinie zu geraten. Die gemeinsame Frage ist vielleicht: was ist angebracht, angemessen, hilfreich, um das labyrinthische R\u00e4tsel zu l\u00f6sen zwischen dem Ich, dem Wir und dem Garten, den wir gemeinsam bewohnen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist eins von drei Bildern, die ich w\u00e4hrend des (Kamel)Festes gemacht habe, als einmal keine Menschenmassen vorbeikamen. Es ist auch in Indien selten geworden, dass man eine Szene aufnehmen kann, die aus der Urzeit zu kommen scheint, da nichts die Neuzeit verr\u00e4t, na fast, denn auch hier kreuzt ein Draht das Bild. 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