{"id":9032,"date":"2019-11-12T01:43:24","date_gmt":"2019-11-12T01:43:24","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9032"},"modified":"2019-11-13T02:02:25","modified_gmt":"2019-11-13T02:02:25","slug":"aufregen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9032","title":{"rendered":"aufregen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9033\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191111_084211-e1573522227205-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"305\" height=\"541\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191111_084211-e1573522227205-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191111_084211-e1573522227205-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191111_084211-e1573522227205-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 305px) 100vw, 305px\" \/><\/p>\n<h6>Das ist mein Text von gestern, den ich aus lauter Frust in die Word Datei schrieb in der Hoffnung, das sich die Netzverbindung erholt. Bis zum Abend war kein Zugang. Gerade dachte ich, ach schau doch mal nach, da war sie tats\u00e4chlich. Es ist 6 Uhr fr\u00fch und ich sende hinaus, bevor es vielleicht wieder schlie\u00dft, diesmal aus Netz\u00fcberladung der Hunderttausenden von PilgerInnen.<\/h6>\n<h5>Es gibt Aufregungen, denen man ausgesetzt ist, oder man kann sich selbst mehr oder minder freiz\u00fcgig aufregen, wobei es sicherlich ratsam ist, wenn man einige Tatsachen, die Aufregungspotential (f\u00fcr einen) haben, wenn man sie also b\u00fcndelt und sich einmal so richtig gr\u00fcndlich aufregt. Ich habe einige Gr\u00fcnde gesammelt und lege nun los. Seit letzten Samstag Abend, den ich eh schon \u201aschwarz\u2018 betitelt hatte, fiel das Internet aus. Nein, dachte ich, das darf jetzt echt nicht wahr sein, war es aber. Kein Internet. Ich ging in den Bazaar, wo der Simcard-Verk\u00e4ufer und Netztauflader sitzt und frage ihn nach Rat. Der wei\u00df aber schon, dass das\u00a0 pers\u00f6nliche\u2018 Internet im ganzen Land abgestellt ist wegen Unruhebef\u00fcrchtungen in Ayodhya, einem religi\u00f6sen Ortsvulkan, der seit Gedenkzeiten brodelt, weil beide, Hindus und Muslims, dort ihren Tempel oder ihre Moschee bauen wollen, und nun hat K\u00f6nig Ram (aus dem Epos \u201eRamayana\u201c) gewonnen. Das Hinduvolk jauchzt in ekstatischem Aufschrei (als k\u00f6nnte es sein, dass Muslime gewinnen!). Da sperren sie uns das Internet f\u00fcr zwei Tage!!!!, als k\u00f6nnten die Terroristen nicht auch wie ich ins Cafe zum Bandbreitbesitzer gehen und sich zum Rioting verabreden, wobei ich zumindest ein paar Messages weiterleiten konnte. Drei Stockwerke unter dem Cafe wohnt die Brahmanenfamilie, die ich ab und zu besuche. Dort feiern sie gerade die Hochzeit von Tulsi (also dem kleineren Basilikum, das wir gerne auf den Mozarella legen), der allerheiligsten indischen Pflanze, mit dem Saligram (einem kleinen, schwarzen Stein). Die Dame des Hauses zeigt mir entz\u00fcckt allerlei Ware, die der Pflanze geschenkt\u00a0 werden wird wie einer Braut eben, auch kleinen Schmuck bringt sie herbei und labt sich an meinem Staunen. Wie, sage ich zu dem Hausherrn, habe ich das richtig verstanden? Ich lese bei Wikipedia nach und wei\u00df danach genauso wenig, weil es kaum zu fassen ist. Die Pflanze war eben mal eine Frau undsoweiter und ist halt jetzt eine Pflanze. Zum Gl\u00fcck bewege ich mich bereits in der Aufregung und muss mich deswegen nicht besonders anstrengen. Ich setze mich eine Weile an den See und lass auf mich wirken, was da ist. Unentwegter Strom von Menschen zieht vor\u00fcber. Nanu!, denke ich, da sind ja \u00fcberall aufwendige Pujas (Gottesdienste) am Laufen, um die sich erfreute PilgerInnen sammeln, um etwas Tiefes zu erleben. In Wirklichkeit aber konkurrieren Priester um die heilige Herrschaft. Ravi hat das angefangen, und ein paar andere zogen hinterher.<br \/>\nHalbnackte, ge\u00f6lte Oberk\u00f6rper werden in goldbebortete T\u00fccher geh\u00fcllt, das Haar ge\u00f6ffnet, alle Arten von Ketten um den Hals gelegt und los geht\u2019s. Eigentlich habe ich schon vorher aufgeh\u00f6rt, mich dar\u00fcber aufzuregen, vor allem \u00fcber Ravi, der abends in die Gottheitenh\u00fclle morpht und nachts irgendwann YouTuber wird, wo er sich vorstellt als einen verehrungsw\u00fcrdigen Gelehrten. So ist das. Da tats\u00e4chlich jede\/r tut, was sie und er eben k\u00f6nnen, ist es nat\u00fcrlich<br \/>\nirgendwie albern, sich aufzuregen. Da fehlt dann doch der n\u00f6tige Pfeffer. Ab und zu schaue ich mal auf die Displays, ob vielleicht doch die Verbindung da ist, aber man hat mich unterwegs schon informiert, dass sie (die da oben) das Netz tropfenweise wieder \u00f6ffnen w\u00fcrden, die wissen ja sicher, warum. Oder wissen sie\u2019s am Ende doch nicht. Das k\u00f6nnte besorgniserregend sein, w\u00fcsste man nicht von der Wundert\u00fcte.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist mein Text von gestern, den ich aus lauter Frust in die Word Datei schrieb in der Hoffnung, das sich die Netzverbindung erholt. Bis zum Abend war kein Zugang. Gerade dachte ich, ach schau doch mal nach, da war sie tats\u00e4chlich. 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