{"id":9013,"date":"2019-11-08T04:23:55","date_gmt":"2019-11-08T04:23:55","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=9013"},"modified":"2019-11-08T04:33:20","modified_gmt":"2019-11-08T04:33:20","slug":"gaeste-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=9013","title":{"rendered":"G\u00e4ste"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9014\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191108_083401-264x300.jpg\" alt=\"\" width=\"264\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191108_083401-264x300.jpg 264w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191108_083401-768x874.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191108_083401-899x1024.jpg 899w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191108_083401.jpg 975w\" sizes=\"auto, (max-width: 264px) 100vw, 264px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9016\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191108_082000-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191108_082000-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191108_082000-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191108_082000-576x1024.jpg 576w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191108_082000.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/p>\n<h5>Es hat mehrmals k\u00fcbelweise gegossen, und Nebelschwaden zogen hin und her, da habe ich \u00f6fters mal das Fenster geschlossen. Dann ab und zu wieder aufgemacht und schon auch gestaunt, dass drunten im Wasserbecken die Rituale ungetr\u00fcbt weitergingen, zum Beispiel das in voller Kleidung (Frauen!) vollzogene, ganzk\u00f6rperliche Eintauchen ins Nass, klar macht da ein Regenguss keinen so gro\u00dfen Unterschied. Ein Priester, unter Dach (und Fach), hatte einige Pilgerinnen bis zur Taille in Reih und Glied vor sich im Wasser stehen, so lange, bis ich das Gef\u00fchl hatte, Zeugin eines perversen Vorgangs zu sein. Wer soll und will das alles beurteilen k\u00f6nnen? Faszinierend ist doch haupts\u00e4chlich die Tatsache, dass Gott und G\u00f6tter so eine unglaubliche Macht haben, dass, w\u00fcrden sie endg\u00fcltig entfallen, vermutlich ein zuvor ungeahntes Chaos ausbrechen w\u00fcrde, die Menschen noch gef\u00e4hrlicher werden w\u00fcrden wie Raubtiere, ja?, echt?, man wei\u00df es ja nicht. Was man wei\u00df ist, dass Menschen andere Menschen ohne Gottbezug sehr viel schwerer dazu bewegen k\u00f6nnten, in riesigen Gruppen in tr\u00fcben Gew\u00e4ssern gl\u00fccklich lachend herumzupanschen und unentwegt Lieder zu singen, die sie aus den D\u00f6rfern mitbringen, wo das Leben der Frau noch ganz und gar auf das Wohlergehen der M\u00e4nner und Tiere ausgerichtet ist, und wo man Gefahr l\u00e4uft, von Familienhand mit der Axt get\u00f6tet zu werden, wenn man den Falschen\u00a0 liebt. Nur die G\u00f6tter k\u00f6nnen die Frau auf Reisen bringen und hinein in das Wasserbecken, wo sie (au\u00dfer an den Menstruationstagen) ausnahmsweise nicht kochen muss, das allein ist ja schon das Heilige wert. Absolut bewundernswert ist aber auch, wie sie in den riesigen Massen miteinander umgehen. Es l\u00e4uft ja gerade das Kamelfest an, und es sind immer Hunderttausende, die auf das Gebiet einstr\u00f6men. \u00dcberall ist freies Lagern, seit Neuestem auch Polizisten an jeder Ecke, schlapp und m\u00fcde auf ihre Smartphones starrend, damit sie beim Sitzen nicht einnicken. So kann man beobachten, wie der Strom der Menschheit sich vorw\u00e4rtsw\u00e4lzt, bewegt von geheimem Antrieb, der den Namen Krishna erh\u00e4lt, oder Lakhsmi, oder Shiva. Wir Fremdlinge haben damals auch die Frage &#8222;Warum&#8220; mitgebracht. Auch in der streng yogischen Praxis hat man uns geraten, das Wort abzulegen, was sich zwischen Ost und West als entscheidende Schwelle zeigte. Die Weiterfragenden trennten sich langsam aber sicher von den Mitschwimmenden. Auch da ging es viel um Position und Glsuben, der als Wissen vermittelt wurde. Nun wei\u00df ich selbst nicht wirklich, ob es ohne vertikalen Antrieb wirklich gut geht, und vielleicht war d a s damit gemeint unter PoetInnen und PhilosophInnen, dass man um die Gottesfrage nicht herumkommt, das ist wohl wahr. Dann, wenn man sieht, dass die Frage bei unerm\u00fcdlichem Weiterwandern sich selbst beantwortet und kl\u00e4rt, kann man tats\u00e4chlcih vielleicht den Garten eines Tages weit \u00f6ffnen und alle einlassen, sind ja eh schon alle da, das Christkind, Jesus, Buddha, Allah und dieses wilde Gewusel von Hindu-Wesen. Und dann die Engel, wer wollte auf sie verzichten, wei\u00df man bei ihnen doch wenigstens, wo sie herkommen und wo sie hingehen, und wann sie bei einem zu Gast sind.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Es hat mehrmals k\u00fcbelweise gegossen, und Nebelschwaden zogen hin und her, da habe ich \u00f6fters mal das Fenster geschlossen. 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