{"id":8980,"date":"2019-11-04T05:19:25","date_gmt":"2019-11-04T05:19:25","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8980"},"modified":"2019-11-04T05:19:25","modified_gmt":"2019-11-04T05:19:25","slug":"prae","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8980","title":{"rendered":"pr\u00e4"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-8972\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191101_191807-214x300.png\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191101_191807-214x300.png 214w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191101_191807-768x1078.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191101_191807-730x1024.png 730w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191101_191807.png 923w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-8973\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191101_191647-215x300.png\" alt=\"\" width=\"215\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191101_191647-215x300.png 215w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/20191101_191647.png 444w\" sizes=\"auto, (max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/><\/p>\n<h5>Erst wollte ich das dunkle Profil nach links r\u00fccken, und das helle in die Zukunft blicken lassen. Aber so erscheint es mir angemessener, und ohne, dass es beabsichtigt war, stimmt dieses Auge in Auge auch besser mit meiner eigenen Befindlichkeit \u00fcberein. Es ist ein seltsames Ph\u00e4nomen, wenn man einerseits froh ist, sehen, ertragen und mittragen zu k\u00f6nnen, wie es (um einen herum) so ist, aber andrerseits sich dennoch auch eine Trauer beginnt auszudehnen, des gro\u00dfen Verlustes wegen, der manche Ver\u00e4nderungen begleitet. Ich denke und habe es auch viele Jahre so erlebt, dass es der indische Mensch, auch durchschnittlich gesehen,\u00a0 \u00fcber seine Tradition zu einer ziemlich ausgereiften Menschlichkeit gebracht hat, oder muss ich schon &#8218;hatte&#8216; sagen. Ich fand immer erstaunlich, dass alle Hindus ihre f\u00fcr uns unvorstellbaren Pflichtprogramme so geliebt haben. Das Schwierige, aber Hoffnungsvolle daran hat sie durchgebracht durch die ebenso unvorstellbaren Trag\u00f6dien, die ich allein in meiner Zeit miterleben konnte. Der &#8218;karmische Fluch&#8216;, wie er auch schon genannt wurde, h\u00e4lt zwar den Weg nach vorne frei, wo man immer in anderen Leben noch herumwandern und verbessern kann. Aber in dieser Zeit nimmt das Prinzip des Karmas geradezu &#8218;mystische&#8216; Z\u00fcge an. 35 Jahre lang hat es hier vor Ort nicht mehr monsoonartig geregnet, immer woanders war guter Monsoon, nie hier. Der entstehende Wassermangel dr\u00fcckte schwer auf das heilige Kollektivkarma, schlie\u00dflich hat hier der Sch\u00f6pfer h\u00f6chstpers\u00f6nlich sein Opferfeuer (Yagya) zelebriert, bei dem seine Ehefrau, Savitri, sich wutentbrannt entfernt hat, weil er, der Sch\u00f6pfer, eine junge Kuhhirtin an seine Seite geholt hatte, um den pr\u00e4zisen Ablauf\u00a0 des Rituals nicht zu st\u00f6ren. (Savitri war von einem Narren aufgehalten worden). Sie verfluchte auch damals alle Brahmanen, was sie in der Geschichte verst\u00e4ndlicherweise immer weglassen, weil die Pilger ja auch gar nichts h\u00f6ren wollten von so einem G\u00f6tterfluch. Nun k\u00f6nnte man wegen des reichhaltigen Regens ja kollektiv aufatmen und dankbar murmeln, dass das Feld ja nun entflucht sei, aber wehe! (rief Kassandra), ihr habt \u00fcberall so viel Dreck und Plastik weggeworfen, sodass der See, erz\u00e4hlte mir Lali, vollgeschwemmt wurde mit Abfall und aussah wie eine M\u00fcllhalde. Man musste AbfallfischerInnen einstellen. Wenn die Not zu offensichtlich wird, reicht es bis zur Scheinherstellung, zum Fast-wie-vorher, zum Beinahe-wie. Ich wusste schon vor vielen Jahren, dass ich das Gl\u00fcck hatte, noch auf einem letzten Faden in ein bestimmtes geistiges Gut eingef\u00e4delt worden zu sein, beziehungsweise haben sie mich mitf\u00e4deln lassen, nachdem klar wurde, dass meine Neugier auf ihre Kultur fast uners\u00e4ttlich war. Die G\u00f6tter und die G\u00f6ttinnen fand ich sch\u00f6n und voller Erotik und Lebensfreude, und wenn man sich ein bisschen auskannte und sich ein gewisses Knowhow angeeignet hatte, konnte man seiner eigenen Spur nachgehen und Herrin am eigenen Feuer werden, ja, klingt doch wesentlich fremder als &#8218;Herr im Haus&#8216;, isn&#8217;t? Diese Zeiten sind also jetzt vorbei, das war ja pr\u00e4 Television, gerade war elektrisches Licht eingef\u00fchrt worden, Jaiho!, Schalter, Gott ist Licht, und es war nat\u00fcrlich vor der digitalen Revolution, und Pr\u00e4 Trump. Manchmal verschwindet unendlich viel, ohne, dass es weiter auff\u00e4llt. Dann gibt es auch die andere Seite, zum Beispiel wenn es einem verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut geht, nicht zuletzt, weil man viel von diesen Menschen und ihrer Kultur gelernt hat, und man hat keinerlei Absicht, unn\u00f6tig im Ich zu versinken. Daher ist man gespannt, was einem noch alles an F\u00f6rderlichem einf\u00e4llt inmitten des sich formierenden Tages.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Erst wollte ich das dunkle Profil nach links r\u00fccken, und das helle in die Zukunft blicken lassen. Aber so erscheint es mir angemessener, und ohne, dass es beabsichtigt war, stimmt dieses Auge in Auge auch besser mit meiner eigenen Befindlichkeit \u00fcberein. 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