{"id":8961,"date":"2019-10-30T04:01:35","date_gmt":"2019-10-30T04:01:35","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8961"},"modified":"2019-10-30T04:01:35","modified_gmt":"2019-10-30T04:01:35","slug":"gedulden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8961","title":{"rendered":"gedulden"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8962\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191030_081904-300x194.jpg\" alt=\"\" width=\"428\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191030_081904-300x194.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191030_081904-768x496.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191030_081904-1024x661.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191030_081904.jpg 1299w\" sizes=\"auto, (max-width: 428px) 100vw, 428px\" \/><\/p>\n<h5>Bis man selbst wieder im Bilde ist , muss man sich zuweilen gedulden mit den vorhandenen Bildern. Ich dachte wieder einmal an diese Geschichte \u00fcber die Indianer, die nach ihrer ersten Zugfahrt noch lange auf dem Bahnsteig sa\u00dfen, bis &#8222;ihre Seele&#8220; wieder bei ihnen angekommen war. So k\u00f6nnte ich meinen Zustand auch beschreiben. Wenn einem die praktischen Handhabungen bei der Ankunft an einem bestimmten Ort gewohnheitsm\u00e4\u00dfig gel\u00e4ufig sind, merkt man erst gar nicht, ob oder wie oder was oder ob \u00fcberhaupt man etwas f\u00fchlt, geht man doch davon aus, dass da immer etwas ist, was einigerma\u00dfen fassbar ist, wenn man sich dem zuwendet. Jedenfalls sind die K\u00fche, so ber\u00fchmt in ihrer ihnen zugemuteten Heiligkeit, immer ein wohltuender Anblick, laufen sie doch ungebunden herum und\u00a0 tragen keine Zettel im Ohr. Allerdings habe ich sie gestern auf dem Weg mit der Riksha schon im Plastikm\u00fcll herumw\u00fchlen sehen, nur ein weiteres Beispiel f\u00fcr die Vielseitigkeit der Geschichten. Dann fiel mir heute fr\u00fch ein Lied ein, das aus meiner pers\u00f6nlichen Ewigkeit hereingeweht kam, und tats\u00e4chlich hing am Klang etwas Vertrautes. &#8222;Home was once an empty vacuum, that&#8217;s filled now with&#8230;..&#8220;, da brach meine Erinnerung ab und ich wusste nicht mehr, mit was der S\u00e4nger sein Vacuum f\u00fcllte, aber offensichtlich hat etwas Vacuumartiges in mir den Song gerufen. Das wundert mich nicht, denn seit gestern bin ich unerm\u00fcdlich mit praktischen Handbewegungen besch\u00e4ftigt, um das Haus, das ich wieder, den Freunden sei Dank, ein paar Monate lang beziehen kann, um dieses Haus also im Rahmen meiner M\u00f6glichkeiten und in meinem Sinne zu gestalten. Au\u00dferdem musste ein Gas-Tank gebracht werden, Zentrum des indischen Luxuslebens, denn man kann nach feierlichem Anschluss auf dem Herd Getr\u00e4nke und Speisen herstellen. Dann warf ich ein paar Eimer Wasser \u00fcber die kostbaren Steine, damit es die letzte Staubschicht mitnimmt in die Boden\u00f6ffnungen. Dann habe ich mit sehr viel, na bitte, ich hatte also doch eins, denn das war auf jeden Fall ein Gef\u00fchl tiefer Freude, n\u00e4mlich den gro\u00dfen, schweren Holztisch zu s\u00e4ubern und dann zu \u00f6len, und dann, als alles eingesunken war in einen dumpfen Glanz, mit der Hand dar\u00fcberzustreichen. Denn an diesem Tisch verbringe ich sehr viele gute Stunden mit mir allein, obwohl ich den Tisch auch gern mit G\u00e4sten teile. Kein Zweifel geh\u00f6rt zum Beisichsein eine entsprechende Umgebung, zumindest in den \u00dcbungsphasen. Was die Smartphone-Revolution (als neue Heimat?) betrifft, so finde ich nebst all ihren Wundertaten am vertracktesten, dass wir als User und Displayanstarrer den Eindruck erwecken, als w\u00e4ren wir bei uns. Aber bei sich ist nun mal gar nicht drau\u00dfen, es zeigt sich nur drau\u00dfen, und auch das nur in illusion\u00e4ren Erscheinungsformen, die nicht so leicht zu deuten sind, will man nicht an der Oberf\u00e4che h\u00e4ngenbleiben. Oder auch leichtf\u00fc\u00dfig mit den Blicken \u00fcber alle Oberfl\u00e4chen hinweggleiten, wobei vieles erfasst werden, aber weniger sich verhaken kann. Eigentlich gew\u00f6hne ich mich haupts\u00e4chlich \u00fcber die Ohren wieder in alles hinein: die vertrauten, von allen Pilgern gemurmelten Worte an die G\u00f6tter, ihr Gl\u00fcck zum Ausdruck bringend, dass sie es hierher geschafft haben, ohne dass zu viel Hindernis auf ihrem Weg auftauchte.\u00a0 Wie gut kann ich das nachvollziehen!<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis man selbst wieder im Bilde ist , muss man sich zuweilen gedulden mit den vorhandenen Bildern. 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