{"id":8906,"date":"2019-10-21T06:34:13","date_gmt":"2019-10-21T06:34:13","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8906"},"modified":"2019-10-21T06:34:13","modified_gmt":"2019-10-21T06:34:13","slug":"mowgli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8906","title":{"rendered":"Mowgli"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-8907\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191021_072933-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"349\" height=\"501\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191021_072933-209x300.jpg 209w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191021_072933.jpg 391w\" sizes=\"auto, (max-width: 349px) 100vw, 349px\" \/><\/p>\n<h5>Das ist Mowgli, der gerade bei uns zu Gast ist. Das Photo ist etwas dunkel, aber man\u00a0 sieht dennoch das Wesentliche, zum einen diese ungeheure Gen\u00e4hrtheit, die lediglich von Muttermilch hervorgebracht ist, zum anderen dieser intensive Blick, der minutenlang auf einem ruhen kann, sodass man sich durchaus betrachtet f\u00fchlt und zu gerne w\u00fcsste, was er denn nun sieht, denn ganz sicher nicht das, was wir zu sehen glauben. Alle Sinne scheinen noch innen verankert, wobei es vor allem in Richtung Mutter klare Reaktionen gibt und ihre Abwesenheit zu Tr\u00e4nen und Geschrei f\u00fchren kann. Ganz abgesehen davon, dass ich immer noch in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden meine zum Dank an ein Irgendwas sich ber\u00fchrenden H\u00e4nde erhebe, vielleicht auch ein Dank an mich, dass ich konsequent genug war in meiner sich entfaltenden Lebensweise, um zu erkennen, dass ich Mutterschaft f\u00fcr mich nicht geeignet hielt. Ganz abgesehen davon also bewegt mich nun ein anderes Interesse, das zu tieferem Hinschauen f\u00fchrt. Man kann &#8218;werdet wie die Kinder&#8216; ja genau so oberf\u00e4chlich verstehen wie etwa &#8218;be here now&#8216;, aber dann liegt doch noch eine sehr tiefe Beobachtung dahinter. Da ist ein gro\u00dfes und waches Schauen zu beobachten in einem Kind dieses Alters, alles ist noch gepr\u00e4gt von reinem F\u00fchlen und Sein. Da wei\u00df noch gar nichts von den Unterscheidungen und den Behauptungen und den Urteilen und all dem, was sp\u00e4ter zur Durchwanderung lebensnotwendig wird. Bis man eines Tages vielleicht an einen Punkt kommt, wo etwas anderes beginnt, einen zu rufen, eben nun aus dieser ganzen F\u00fclle des Erlebten heraus, das durch reflektierte Durchdringung wieder zusammengef\u00fcgt wird in ein Ganzes, in das Ungeteilte, das Individuelle, das hier nicht gemeint ist mit &#8218;Ich-Verhaftung&#8216;, sondern genau das andere ist gemeint, das vom Konstrukt des Geschichtlichen Entbundene. W\u00e4hrend wir, zumindest aus unserer westlichen Kultur heraus gesehen, keinen Einfluss haben auf unser Geborenwerden, so haben wir, uns als &#8218;missing link&#8216; begreifend, hier die schwerwiegende Schicksalspr\u00fcfung aller Abenteuer vor uns, und zwar die Frage nach der Gestaltung unseres Ausklangs. Es h\u00f6rt sich ja auch nicht unbedingt erstrebenswert an, als erwachsener Mensch wie ein Kind zu werden, wobei sicherlich nicht das Unma\u00df an kindischem Spa\u00df gemeint ist, mit denen Gesellschaften und ihre Bewohner gerne ihre Zeit vertreiben, so als m\u00fcsste vor allem sehr viel Spa\u00df her, um das Zerrinnen der Tage aushalten zu k\u00f6nnen. So muss es ein paar Bedingungen geben, die es einem erm\u00f6glichen, wieder einen geistigen Raum zu betreten, in dem das freie Denken sich nicht mehr verbohrt in die Gegenst\u00e4nde und die Themen und die Meinungen, sondern eher wie dieses Kind im Sein ruht und wei\u00df, dass es so ist, wie es ist. Und dass es vermutlich das Beste ist, was ein Mensch nach langer Pilgerreise machen kann, eben im eigenen Sein zu ruhen und sich trotz aller Ungereimtheiten und Widerspr\u00fcche, die einem unterwegs begegnet sind, an diesem in unendlicher und unfassbarer Vielfalt Daseienden zu erfreuen. Deswegen spielt auch die Mutter die Hauptrolle in diesem St\u00fcck, denn auch wenn man selbst keine Menschen in die Welt hineingeboren hat, so hing doch in gewisser Weise alles von ihr ab. Das einzige Tor aus der Gebundenheit mit ihr heraus scheint mir die R\u00fcckkehr zu sich selbst zu sein. Eine andere Art von Geburtgebung, die dem Sch\u00f6pfungsvorgang und seinen Angeboten alle Ehre macht.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist Mowgli, der gerade bei uns zu Gast ist. 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