{"id":8849,"date":"2019-10-11T08:40:17","date_gmt":"2019-10-11T08:40:17","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8849"},"modified":"2019-10-11T08:41:22","modified_gmt":"2019-10-11T08:41:22","slug":"8849","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8849","title":{"rendered":"alarmierend (?)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8850\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191011_090649-214x300.png\" alt=\"\" width=\"308\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191011_090649-214x300.png 214w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191011_090649-768x1078.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191011_090649-729x1024.png 729w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191011_090649.png 955w\" sizes=\"auto, (max-width: 308px) 100vw, 308px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8851\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191011_090840.png\" alt=\"\" width=\"149\" height=\"178\" \/><\/p>\n<h5>Man kennt die Scheuheit der Worte, wenn einen etwas in tieferen Schichten ber\u00fchrt und man wei\u00df, dass es keine gibt daf\u00fcr, bis man merkt, dass man sie finden m\u00f6chte, denn sie f\u00fchren die innere Belastung in etwas geistig Fassbares, wobei gleichzeitig das Eigentliche im Unfassbaren liegt. Ja, das ist schwer fassbar, dass irgendeiner aus der Einwohnermenschenmasse sich schwer bewaffnet auf den Weg in eine Synagoge macht, um dort ein Unheil anzurichten, dass er f\u00fcr glanzvoll h\u00e4lt. Was mich da pers\u00f6nlich betrifft ist, dass ich so viel Zeit in meinem Leben mit j\u00fcdischen Menschen verbracht habe und froh war, dass ich die vielseitigen Formen von Freundschaft, Liebe, Intelligenz, Humor undsoweiter, die ich mit ihnen geteilt habe, auch immer im Kontext unserer deutschen Geschichte\u00a0 als eine besondere Begl\u00fcckung von mir empfunden wurden. Letztes Jahr in Indien hatte ich eine ber\u00fchrende Begegnung mit einem sehr feinen, alten Herrn aus Israel, der auf dem Weg war zur j\u00fcdischen Gemeinde im Dorf. Wir kamen kurz ins Gespr\u00e4ch, in dem er mir sagte, er w\u00fcrde nie wieder einen Fu\u00df auf deutschen Boden setzen, was mich zu einer indischen Geste der Verneigung anregte. Da es klar war, dass wir bei allen wohlwollenden Gef\u00fchlen der Begegnung keine Worte f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch finden w\u00fcrden, liegt nun der tief menschliche Moment irgendwo in meinem Inneren. Und zur Zeit lese ich, immer mal wieder in Abst\u00e4nden, in einem volumin\u00f6sen Buch von Amos Oz, auf dessen Seiten man weniger liest als wohnt, so nahe und warmherzig sind die Personen, von deren Lebendigkeit er so wunderbar erz\u00e4hlt, so humorvoll, so einfach, so menschlich, so klug. Dieses Volk mit dem gebeutelten Schicksal, dessen finsterste Stunde hier im Land stattfand. Jahrelang hat es gedauert, bis die vergossene Schuld und S\u00fchne der Deutschen im kritischen Weltbild wieder eine Akzeptanz erfuhr. Und lebten wir fortan in einem Scheinfrieden?, der uns immerhin die M\u00f6glichkit bot, unsere Entwicklung mit zu gestalten, was so vielen in diesen Zeiten der Flucht nicht verg\u00f6nnt war und ist. Sagte ich: lebten? Und ist es noch friedlich zu nennen, wenn nur eine gut verriegelte T\u00fcr verhindern konnte, dass nicht mehr als zwei Menschen ihr Leben verloren haben. Ich finde Alarmismus auch unn\u00f6tig, aber wann ist die Zeit, wo Alarmglocken angebracht sind&#8230;? Manchmal beunruhigt es einen, dass schon wieder ein Migrationshintergr\u00fcndler eine furchtbare Tat getan hat, denn es n\u00e4hrt ungute Tendenzen. Dann ist man beunruhigt, wenn ein Deutscher, der noch nie aufgefallen war, auf einmal in perfekter Actionausr\u00fcstung loszieht, um\u00a0 von ihm Verhasstes auszul\u00f6schen. Sich von dieser potentiellen Furcht, dass wir nicht wissen k\u00f6nnen, wie viele irren Gehirne sich zur Zeit auf irgendeine Gr\u00e4ueltat vorbereiten, nicht beklemmen zu lassen, wird eine der Aufgaben sein. Schwerer wird auch, &#8218;das Ganze&#8216; als ein perfekt funktionierendes Spiel mit ein paar sehr klugen Spielregeln zu sehen, das sich in st\u00e4ndig sich selbst erzeugenderer, schwebender Aufmerksamkeit befindet und seines Wesens gem\u00e4\u00df zulassen muss und kann, was aus dem Geist von den Anwesenden herausgewebt wird. Wer soll es \u00e4ndern k\u00f6nnen!? Das hei\u00dft ja nicht, dass man einen roten Faden in die Hand bekommt, der einen sicher durchs Labyrinth\u00a0 mit seinen\u00a0 \u00a0 Himmels-und H\u00f6llenebenen bringt. Es ist sicherlich keine verlorene Zeit, wenn man sich mal wieder aufmerksam zuh\u00f6rt, damit man versteht, dass die Worte vor allem ein Transportmittel innerer Befindlichkeiten sind, und wir dadurch begreifen k\u00f6nnen, wo unser ureigener Standort ist: unsere Sprache, unsere Gedanken, unsere Gef\u00fchle, unsere Geschichte.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Man kennt die Scheuheit der Worte, wenn einen etwas in tieferen Schichten ber\u00fchrt und man wei\u00df, dass es keine gibt daf\u00fcr, bis man merkt, dass man sie finden m\u00f6chte, denn sie f\u00fchren die innere Belastung in etwas geistig Fassbares, wobei gleichzeitig das Eigentliche im Unfassbaren liegt. 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