{"id":8827,"date":"2019-10-08T07:34:28","date_gmt":"2019-10-08T07:34:28","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8827"},"modified":"2019-10-08T07:42:20","modified_gmt":"2019-10-08T07:42:20","slug":"das-trotzdem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8827","title":{"rendered":"Das Trotzdem"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-8822\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191006_151837-250x300.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191006_151837-250x300.jpg 250w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191006_151837-768x923.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191006_151837-852x1024.jpg 852w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191006_151837.jpg 1067w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-8823\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191006_150952-e1570517110565-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191006_150952-e1570517110565-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191006_150952-e1570517110565-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/20191006_150952-e1570517110565-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/p>\n<h5>Eines der Worte, an das ich mich aus dem Wortschatz meiner Mutter erinnere (aus der Muttersprache) ist &#8217;nihilotrotzquam&#8216;, von dem wir durch das beigef\u00fcgte L\u00e4cheln wussten, dass es nicht ganz ernst gemeint, vielleicht sogar gar kein richtiges, aber doch ein lebensunterst\u00fctzendes Wort war. Diese verborgene Weisheit darin habe ich immer mal wieder mit demselben L\u00e4cheln weitergegeben, sozusagen als Erbwort, das mir zusagte. Das &#8222;Nichtsdestotrotz&#8220; kann in der Tat eine hilfreiche Funktion aus\u00fcben, wenn man zum Beispiel auf etwas Begrenzendes st\u00f6\u00dft und trotzdem einen Weg finden muss, um weiter zu gehen, was ja dazu passt, dass ein Wort wie nihilotrotzquam als &#8218;Kofferwort&#8216; bezeichnet wird. Man steckt also das eine Wort in das andere und l\u00e4sst es in den Sprachgebrauch einwandern, f\u00fcr edle, \u00fcberlebende Lateiner nat\u00fcrlich eine Verballhornung des reinen Sprachflusses. Nihilotrotzquam spornt an, wenn es einem d\u00e4mmert, dass der Winter naht und man sich an die Wintergarderobe herangr\u00fcbeln muss. Auch wissen die meisten Menschen, die Indien nicht kennen, nat\u00fcrlich nicht, dass es da auch ganz sch\u00f6n eisig werden kann, und nihilotrotzquam ist man immer wieder bereit, da durchzugehen. Au\u00dferdem kann ich mich auf die Inder verlassen, die an einem bestimmten Tag, wenn alle Socken tragen, verwundert auf meine nachz\u00fcglerischen F\u00fc\u00dfe schauen und sich erkundigen, wo meine Socken sind, da doch alle jetzt Socken tragen. Oder man \u00f6ffnet das Smartphone und will schnell was googeln, da liest man, weil man ja in sich selbst noch Restposten dumpfer Anteile lagern hat, schnell was Neues \u00fcber Donald Trump, und zwar den inzwischen sicherlich ber\u00fchmt gewordenen Satz, dass er, Trump,\u00a0 Aussage machte \u00fcber seine&#8216; gro\u00dfartige und unvergleichliche Weisheit&#8216;, und man da vielleicht mal auf einer Buschtrommel eine gro\u00dfe Ohnmacht dem Unbegreiflichen gegen\u00fcber hinaustrommeln wollen k\u00f6nnen m\u00f6chte, vorzugsweise direkt in Donalds Ohr, aber man hat ja dazugelernt, und kann jetzt z.B. &#8222;nichtsdestotrotz&#8220; zu sich sagen, denn zum Gl\u00fcck ist man (noch) auf dem eigenen, verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig freien Pfad ins pers\u00f6nlich Kontemplierte und dem daraus resultierenden Tun. Auch wenn in einem anderen Strang des politischen Wesens das Herz f\u00fcr die Kurden schl\u00e4gt. Auch hier herrscht ein Nihilotrotzquam, bei dem einen niemand aufhalten kann, n\u00e4mlich dabei, was man ganz leise in sich und f\u00fcr sich, und in dieser typischen Einsamkeit bald irgendwohin Reisender, in seinen oder vielmehr meinen Koffer tue, und obwohl es hier gerade so wohltuend ist und mein Sein Bereitschaft zeigt, sich einzunisten, muss ich mich nichtsdestrotrotz bald auf Wanderschaft begeben, denn dort r\u00fchrt sich eine andere H\u00e4lfte meines Lebens, die mich ebenso mit einem lateinischen Spruch begleitete, n\u00e4mlich &#8218;Ex oriente lux&#8220;. Dass das Licht aus dem Osten kommt, kann insofern noch stimmen, dass dort nach wie vor mehr Sonnenlicht herrscht, das aber nichtsdestrotrotz auch beleuchtet, dass die Dunkelheit \u00fcberall ihre Tore finden und sich unbemerkt vernetzen kann. Trotz alledem kann man den Geist bem\u00fchen, selbst im miesesten Regen eine gewisse Taufrische zu erkennen, Indra, der Wettergott, ist busy, oder was soll&#8217;s, man kann einfach so vieles nicht \u00e4ndern, und trotzdem bleibt man dran an der Arbeit. Arbeit\/Arbeit\/Arbeit! (Ich spreche das innerlich mit der Stimme von Hape Kerkeling).<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Eines der Worte, an das ich mich aus dem Wortschatz meiner Mutter erinnere (aus der Muttersprache) ist &#8217;nihilotrotzquam&#8216;, von dem wir durch das beigef\u00fcgte L\u00e4cheln wussten, dass es nicht ganz ernst gemeint, vielleicht sogar gar kein richtiges, aber doch ein lebensunterst\u00fctzendes Wort war. 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