{"id":8687,"date":"2019-09-16T08:20:49","date_gmt":"2019-09-16T08:20:49","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8687"},"modified":"2019-09-16T08:20:49","modified_gmt":"2019-09-16T08:20:49","slug":"gem-ein-sam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8687","title":{"rendered":"gem\/ein\/sam"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-8688\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/20190916_090617-118x300.png\" alt=\"\" width=\"138\" height=\"351\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/20190916_090617-118x300.png 118w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/20190916_090617.png 363w\" sizes=\"auto, (max-width: 138px) 100vw, 138px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-8689\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/20190916_090540-204x300.png\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/20190916_090540-204x300.png 204w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/20190916_090540.png 548w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/p>\n<h5>Der Schriftsteller Malcolm Gladwell wird mit den Worten zitiert: &#8222;Ich geh\u00f6re nicht zu den Menschen, die verzweifeln, wenn sie allein sind.&#8220; Das Photo von ihm zeigt deutlich, wie gut er die Einsamkeit kennen gelernt hat. Eindeutig hat ihn das zu dem glaubw\u00fcrdigen Ton des Satzes bef\u00e4higt. Bevor ich selbst von mir wissen konnte, dass ich selber so ein Mensch war, der sich in der Versunkenheit einsamer (Denk)- Prozesse auskennt und gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr sie hat, empfand ich sehr fr\u00fch stille R\u00e4ume als eine Wohltat. Ein ganz pers\u00f6nliches Gl\u00fcckgef\u00fchl, das ich heute zu nennen vermag, ist die Tatsache, dass mir die Begegnung mit mir selbst und die Lebendigkeit meiner inneren Dialoge immer so anregend und abenteuerlich vorkamen, und kann mir im Ich-Bereich nichts Sch\u00f6neres vorstellen, als mir eine gute Frage zu stellen und gespannt auf die Antwort zu warten. Man lernt sich kennen, wenn man die Liebe f\u00fcr das Alleinsein f\u00f6rdert. Zum Gl\u00fcck ist es nicht alles, und auch das Wohltuende kann leicht zum Gef\u00e4ngnis werden. Vor ein paar Jahren hatte ich eine Collage an meiner Wand, auf der in gro\u00dfen Lettern das Wort &#8222;Gemeinsam&#8220; stand. Eines Tages fingen die Buchstaben mal wieder meinen Blick, und ich sah erstaunt, dass &#8222;einsam&#8220; in &#8222;gemeinsam&#8220; eingebettet war, das kann nur der Zauber der Worte. Und &#8218;ein&#8216; ist noch drin, und &#8218;gemein&#8216;, und &#8218;Same&#8216;, wenn man so will. Das ist doch ein sch\u00f6nes Bild, wie der einsame Same sich in die Erde des Gemeinsamen pflanzt, um dort\u00a0 Verzweigung, Weite und Bl\u00fcte zu erfahren. Tats\u00e4chlich kommt es auf die Art und Substanz des Samens an, weshalb vermutlich Kahil Gibran in seinem Buch &#8222;Der Prophet&#8220;\u00a0 auf die Bitte einer Frau, er m\u00f6ge \u00fcber Kinder reden, den Propheten sagen lie\u00df: &#8222;Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind die S\u00f6hne und T\u00f6chter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst&#8230;Und obwohl sie bei euch sind, geh\u00f6ren sie euch nicht&#8230;sie haben ihre eigenen Gedanken..&#8220; Auch das macht klar, dass es f\u00f6rderlicher ist, die eigenen Gedanken zu kennen, als sie im Strom des Daseins unbewusst mitlaufen zu lassen. Ohne sie zu kennen und sie an sich zu nehmen, um sie dem Willk\u00fcrlichen zu entziehen. Und ja, wer es von sich selbst lernen m\u00f6chte ohne sie zu sein, der soll es versuchen, muss es \u00fcben, kommt nicht um die \u00dcbung herum. Kommt auch nicht weiter ohne die Anderen, denn durch die Wahrnehmung ihrer Welten erst kommt es zur Weite, auch wenn man sich in die Monade ein modernes Fenster (oder einen Bildschirm) hat einbauen lassen, bzw. selber eingebaut hat, damit die Au\u00dfenwelt als reales Objekt nicht verschwindet. Wie geht das aber mit den Gedanken, wenn man von ihnen nicht beherrscht werden will, oder gar zeitweilig ohne sie sein, damit man zu tieferen Formen der Ruhe kommt? F\u00fcr alles, was wir bislang vom Menschen wissen, gibt es Methoden, man muss sie nur suchen, sehen und finden. Selbst ein Bild von Krishna, dem indischen Gott der Liebe, kann anregen, wenn man sieht, wie er die Z\u00fcgel des Streitwagens (wenn er mal Wagenlenker ist in einem politischen Dilemma) fest in der Hand h\u00e4lt, damit die sonst entfachten Triebe kein Unheil anrichten. Und in Filmen aus aller Herren L\u00e4nder wird das Aufflackern der Liebe gerne dargestellt als ein automatisch agierender Trieb, der der anderen Person unbedingt sofort die Kleider vom Leib rei\u00dfen muss, damit der Zuschauer gleich informiert ist, dass das nur Liebe sein kann. Man wei\u00df dann allerdings auch schon, dass das Unheil schon hinter der n\u00e4chsten Kurve lauert und alles M\u00f6gliche im Gehirn vorprogrammiert wird. Im Gemeinsamen also auch einsam, das halte ich f\u00fcr wesentlich, damit zumindest im weiteren Umfeld eigenes Denken nicht aus der Mode kommt.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Der Schriftsteller Malcolm Gladwell wird mit den Worten zitiert: &#8222;Ich geh\u00f6re nicht zu den Menschen, die verzweifeln, wenn sie allein sind.&#8220; Das Photo von ihm zeigt deutlich, wie gut er die Einsamkeit kennen gelernt hat. Eindeutig hat ihn das zu dem glaubw\u00fcrdigen Ton des Satzes bef\u00e4higt. 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