{"id":8517,"date":"2019-08-20T07:36:03","date_gmt":"2019-08-20T07:36:03","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8517"},"modified":"2019-08-20T07:36:03","modified_gmt":"2019-08-20T07:36:03","slug":"still-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8517","title":{"rendered":"still"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8520\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190815_182211-1-290x300.jpg\" alt=\"\" width=\"358\" height=\"370\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190815_182211-1-290x300.jpg 290w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190815_182211-1-768x794.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190815_182211-1-991x1024.jpg 991w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190815_182211-1.jpg 1037w\" sizes=\"auto, (max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><\/p>\n<h5>Das Beste und Erinnerungsw\u00fcrdigste der meditativen Praxisjahre sind und bleiben in meiner Erinnerung die Stille-Sessions. Nicht nur konnte man t\u00e4glich vor und nach den Unterrichtsstunden in Stille sitzen, sondern Stille wurde grunds\u00e4tzlich gesch\u00e4tzt, und \u00fcberall im gegebenen Rahmen gab es diese sch\u00f6nen Orte, in die man hineingehen und je nach Bedarf sitzen konnte, auch nachts. \u00dcberhaupt sind wir viele N\u00e4chte durchgesessen, gemeinsam und doch mit sich allein. Vor allem die Frauen wurden ermutigt und unterst\u00fctzt, ihr Leben auf diese Weise souver\u00e4n zu gestalten, und in der Tat hatte es lange Zeit etwas Tiefes und Lichterf\u00fclltes. Es kamen vor allem aus dem Westen immer mehr Menschen, die sich auf diesem Weg ausbilden wollten, oder ihrer Geschichte entfliehen, oder ihrer Einsamkeit. Es \u00e4hnelte in seiner geistigen Konzentriertheit und dem Tagesablauf ein bisschen dem KLosterleben, die T\u00fcren aber waren weit offen f\u00fcr jeden Ankommenden, allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt. Hat man das Gl\u00fcck gehabt, die Ger\u00e4umigkeit innerer Welten als einen Genuss zu empfinden, verl\u00e4sst einen diese Erfahrung nie wieder. Es ist eben nicht das Mit-irgendwas-besch\u00e4ftigt-sein, in dem das Suchen nach T\u00e4tigkeit mit einer sp\u00fcrbaren Leere zu tun hat, die es zu \u00fcberspielen oder mit Arbeit auszupowern gilt, sondern es ist das hellwache und bereitwillige Einlassen in den Raum an sich, so weit man ihn erf\u00fchlen kann, und dar\u00fcber hinaus, denn irgendwann begegnet einem auch der Raum als ein Resonanzfeld, als ein Gegen\u00fcber, als ein Wesen eigener Existenz, das u.a. das Tragbare tr\u00e4gt, in das man eingebettet ist. Hier lernt man das, was oft an dem Begriff und der Erfahrung der Einsamkeit so gef\u00fcrchtet und \u00fcbergangen wird, hier lernt man es lieben, denn man hat genug Ruhe, sich im Inneren schweigend umzusehen. M\u00f6glicherweise liegt hier auch das Geheimnis weiblich gepr\u00e4gter Universen (nicht, dass das Universum genderorientiert ist, man muss sich zuweilen mit Worten begn\u00fcgen) und ihrer oft aus Notlagen heraus und ohne Wahl gesammelten Kraft, die sich nun endlich in der Zeit einen eigenen Weg ins Au\u00dfen bahnen kann. Hat Stille im Inneren einen Grundton gefunden, und ist der Teppich des Schweigens gro\u00df genug, um die Worte zu tragen, dann sind sie gut angebracht, wenn Weiteres \u00fcber sie gelernt werden kann. Auch die Worte, im Sein geboren, haben ihre eigenen Wege und Schicksale, und ihre Freir\u00e4um, kein Zweifel. Es ist nicht zu leicht, angemessen mit ihnen umzugehen. Nicht angemessen an die Weltvorstellung oder die zahlreichen Ideen und Vorstellungen der Gesellschaften, sondern angemessen an die eigene Vorstellung der Welt und des Seins, das darin durch sich selbst sich gestaltend m\u00f6glich ist, dann auch wieder mit Welt und Gesellschaft. Wenn die Frage nach dem Inhalt und der Substanz des Daseins auf den Titelseiten der Tageszeitungen zu lesen ist, als w\u00e4ren auf einmal alle wieder zu den Schulb\u00e4nken zur\u00fcckgekehrt mit den tieferen Fragezeichen, dann wei\u00df man, dass was im Gange ist, an dem alle teilnehmen k\u00f6nnen. Ein Weg, der aus diesem potentiellen Chaos elegant herausf\u00fchrt, ist die R\u00fcckkehr zur Stille, wann auch immer, wie auch immer, wo auch immer. Der Genuss der Stille, der sich entspannende K\u00f6rper, die beiderseitige Aufmerksamkeit auf das Wohlbefinden, das im Au\u00dfen immer nur fl\u00fcchtig zu finden ist.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Beste und Erinnerungsw\u00fcrdigste der meditativen Praxisjahre sind und bleiben in meiner Erinnerung die Stille-Sessions. 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