{"id":8512,"date":"2019-08-19T08:24:55","date_gmt":"2019-08-19T08:24:55","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8512"},"modified":"2019-08-19T08:24:55","modified_gmt":"2019-08-19T08:24:55","slug":"gewoehnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8512","title":{"rendered":"gew\u00f6hnen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8513\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190818_122318-298x300.png\" alt=\"\" width=\"359\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190818_122318-298x300.png 298w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190818_122318-150x150.png 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190818_122318-768x773.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190818_122318.png 990w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/p>\n<h5>Wenn man mal eine Weile auf der Erde gewohnt hat, gew\u00f6hnt man sich nat\u00fcrlich daran. Man ist f\u00f6rmlich bestrebt, das Ganze irgendwie zu kapieren, womit man nie allein ist, denn in Essenz ist ja niemand mit etwas anderem besch\u00e4ftigt. Eben mit den bisher bekannten M\u00f6glichkeiten, sich auf diesem Planeten ein paar Jahre so einzurichten, wie man es eben durch sich selbst versteht. Es kann unterwegs sehr irritierend sein wahrnehmen zu m\u00fcssen, wie viele Sicht-und Handlungsweisen hier am Werke sind, so, wie man es in Indien gro\u00dfz\u00fcgig mit den G\u00f6ttern h\u00e4lt: jedem sein oder ihr eigener Gott, das ist auch so ziemlich das Einzige, was man, dort beheimatet, einigerma\u00dfen frei entscheiden kann, aber auch nicht wirklich, man ist ja hineingeboren in ein System. Das haben wir auch alle gemeinsam, eben in ein bestimmtes System hineingeboren zu werden, das man lange genug als d i e Welt aufnimmt, zu der man automatisch geh\u00f6rt. Die Systeme erzeugen Felder der Zugeh\u00f6rigkeit. Obwohl keiner trotz aller wissenschaftlichen Theorien genau wei\u00df, was wir hier eigentlich machen. Man fliegt ein\u00a0 paar Stunden in eine Richtung, und schon wei\u00df, bzw. wusste bisher keiner dort, dass (als Beispiel) viele Menschen glauben, sie stammen vom Affen ab. Sie sind sich dessen so sicher, eine Art Sicherheit, die es gar nicht gibt, egal, was Wissenschaft alles leisten kann. Und die wirklichen R\u00e4tsel reisen immer mit. Auch Wasser, der Universalstoff, ist am meisten untersucht und bis heute am wenigsten verstanden worden, sagte mal ein Chemiker, der das Element erforscht. Wir gew\u00f6hnen uns daran, die Dinge zu haben und sie als nat\u00fcrlich daseiend zu betrachten. Allein wenn ich meinen Blick zeitlupenm\u00e4\u00dfig \u00fcber meinen Schreibtisch gleiten lasse, br\u00e4uchte ich Tage, um die Hintergr\u00fcnde zu beschreiben, aus denen heraus die Objekte zu mir gekommen sind, einzeln schon kleine Wunder, aber dann irgendwie und irgendwann zusammengef\u00fcgt in Ordnungen, die ich als die meine deuten muss, da kein anderer sie erschaffen hat. Ich erkenne sie. Sie wirkt\u00a0 &#8217;nat\u00fcrlich&#8217;f\u00fcr mich, aber dann auch immer wieder r\u00e4tselhaft. Warum ausgerechnet dieses Gedicht da locker an ein Bild gelehnt, warum dieser Schl\u00fcssel zu einem Schrank, den es gar nicht mehr gibt. Die kostbaren Farbt\u00f6pfe in Porzellen, die Pinsel, die Wassergef\u00e4\u00dfe, und was sie in den vergangenen Monaten alles zum Vorschein gebracht haben, das aus der Quelle steigende Tiefland, die ber\u00fcckende N\u00e4he mit den Gestalten, f\u00fcr deren Erscheinen ich einerseits verantwortlich bin, andrerseits sind sie die LehrerInnen, die einen im Raum des Staunen herumf\u00fchren, damit man, wenn man unerm\u00fcdlich durch die Labyrinthe gewandert ist, mit reifem Blick das Kind wieder erkennt, das die Welt im Spiel versteht, den Gewinn und den Verlust, und vor allem die R\u00fcckkehr zur Ausgangsposition mit den Farben, die die Form komplementieren. Wenn man sich einerseits auskennt in diesem und jenem, andrerseits aber doch vieles offen lassen kann, nicht nur aus dem Grad des Ungewissen heraus, sondern auch aus Gewissheit, dass noch nicht alles erforscht ist an potentiellen M\u00f6glichkeiten des Menschseins. Oder gibt es in letzter Konsequenz doch nur e i n e , indem man sich selbst als das R\u00e4tsel des Daseins versteht, sich durchgr\u00fcbelt und dann wieder entl\u00e4sst bzw einl\u00e4sst in das Gegebene, wo die Geschichten wohnen, umgeben von der Sch\u00f6nheit des Alls.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man mal eine Weile auf der Erde gewohnt hat, gew\u00f6hnt man sich nat\u00fcrlich daran. Man ist f\u00f6rmlich bestrebt, das Ganze irgendwie zu kapieren, womit man nie allein ist, denn in Essenz ist ja niemand mit etwas anderem besch\u00e4ftigt. 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