{"id":8475,"date":"2019-08-13T08:51:54","date_gmt":"2019-08-13T08:51:54","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8475"},"modified":"2019-08-13T08:55:26","modified_gmt":"2019-08-13T08:55:26","slug":"wachsam-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8475","title":{"rendered":"wachsam"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8476\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190813_091740-300x235.png\" alt=\"\" width=\"375\" height=\"294\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190813_091740-300x235.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190813_091740-768x601.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/20190813_091740.png 921w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><\/p>\n<h5>Das ist ein Ausschnitt aus einer Collage, die ich vor einiger Zeit mal mit einigen anderen in einem Buch zusammengefasst und nun wiederentdeckt habe. Ich erinnere mich, das kleine M\u00e4dchen, das f\u00fcr westliche Augen so vereinsamt aussehen kann in der Mitte des Burka-Meeres, mit einer Lupe betrachtet zu haben. Nun kennt das Kind nat\u00fcrlich die Menschen unter diesen zugeh\u00e4ngten Formen, obwohl man sich kaum vorstellen kann, dass es sich darauf freut, auch mal sowas tragen zu d\u00fcrfen. Aber wer kann sich schon vorstellen, dass M\u00fctter ihren T\u00f6chtern schon nach der Geburt die F\u00fc\u00dfe eingebunden haben, damit sie die richtige Gr\u00f6\u00dfe und den Schmerzpegel erreichen, der sie am Weglaufen hindern wird. Oder dass Gro\u00df\u00fctter ihren Enkelinnen die Schamlippen abtrennen undsoweiter. Erst jetzt findet man langsam heraus, in wie vielen L\u00e4ndern so etwas stattfindet. Wie kann da eine globale Verst\u00e4ndigung wirklich gelingen. Allerdings konnte und kann man sich auch nach wie vor nicht vorstellen, was einigerma\u00dfen gebildete Deutsche alles denken und tun und den Weg der Entmenschlichung immerhin so weit gehen konnten, dass es keine Grenzen mehr gab. Wenn ein ganzes Volk\u00a0 sich vom kollektiv aufgebauten Irrsinn einfangen und bet\u00e4uben l\u00e4sst. Was hat man gewusst, w\u00e4hrend man lebt, wo etwas hinf\u00fchrt, das einem nicht geheuer ist. Wie herausfinden, was einem geheuer ist und was nicht. Und sich notfalls auch wegbewegen kann vom Ungeheuren? Ich habe gerade was damit zu tun, weil es in Kaschmir zwischen Muslimen und Hindus brodelt. Das Brodeln ist nichts Neues. Durch die infame Landtrennung der Engl\u00e4nder, ausge\u00fchrt auf der Landkarte ohne das geringste Empfinden f\u00fcr die bestehende Ordnung, haben sich Hindus und Muslime schon einmal gegenseitig abgeschlachtet. Auf beiden Seiten der neuen Linie kamen ganze Z\u00fcge mit Leichen an. Solche Wunden heilen nicht gut. Nun h\u00f6re ich zur Zeit aus Indien immer wieder, dass Hindus Muslime endg\u00fcltig entmachten wollen. Sie sind ihnen schon lange ein Dorn im Auge, schlachten das Vieh, essen Fleisch, tragen Burka, bauen Moscheen auf ehemaligen Hindust\u00e4tten und geb\u00e4ren zu viele Kinder. Allah und Ram werden zu politischen Schleudern, mit denen man den Feind unter g\u00f6ttlicher F\u00fchrung entlarven und ausl\u00f6schen kann. Narendra Modi, den hierzulande immer noch kaum jemand kennt, wurde schon einmal der indische Hitler genannt. Man sieht den Asiaten selten an, was sie im Schilde f\u00fchren. Nicht nur Modi, sondern sehr viele Hindus wollen endlich zu dem aufsteigen, was sie schon immer von sich dachten, eben das \u00dcbliche: ein allen in allem \u00fcberlegenes Volk, nur mit China im Wettstreit um die Weltmacht, nicht wirklich mit Pakistan. Pakistan wird eher als ein St\u00f6renfried gesehen, der im Weg steht, ein Ungeziefer, das man beseitigen muss. Vor dieser Trennung (1947) lebten sie als ein Volk verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig friedlich zusammen, und oft T\u00fcr an T\u00fcr. So war das doch auch mit den Deutschen, bevor man zittern musste, ob man nicht doch irgendwoher einen Tropfen j\u00fcdisches Blut mitbrachte. Auch dadurch, dass man sich in den geschichtlichen Abgr\u00fcnden aufgehalten hat, ist die pers\u00f6nliche Ohnmacht offensichtlich. Die Geschichte gebiert sich immer wieder selbst, und es w\u00fcrde auch einem selbst und der Welt nichts n\u00fctzen, wenn man genug Kohle h\u00e4tte, um die ganze Riege bizarr irrlichternder politischer F\u00fchrungsgestalten von Yakuza Killern am selben Tag st\u00fcrzen lassen k\u00f6nnte, nichts w\u00e4re gewonnen. Es gibt diese unsicheren Zeiten, wo viele einen Rasputin m\u00f6chten, oder einen gro\u00dfen Alexander, deren bescheuerte Taten dann in die Schulb\u00fccher eingehen, damit der Heldenfimmel immer wieder aufs Neue angestachelt wird, w\u00e4hrend die wirkliche Heldenreise woanders stattfindet. Ja, wann ist es Zeit, irgendwo fernzubleiben, und wann, sich durch Nachrichten nicht beirren zu lassen. Man muss den Kompass bei sich haben und wachsam bleiben.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist ein Ausschnitt aus einer Collage, die ich vor einiger Zeit mal mit einigen anderen in einem Buch zusammengefasst und nun wiederentdeckt habe. Ich erinnere mich, das kleine M\u00e4dchen, das f\u00fcr westliche Augen so vereinsamt aussehen kann in der Mitte des Burka-Meeres, mit einer Lupe betrachtet zu haben. 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