{"id":8348,"date":"2019-07-29T08:49:34","date_gmt":"2019-07-29T08:49:34","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8348"},"modified":"2019-07-29T08:54:55","modified_gmt":"2019-07-29T08:54:55","slug":"also","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8348","title":{"rendered":"also"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8349\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190728_144933-300x177.jpg\" alt=\"\" width=\"468\" height=\"276\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190728_144933-300x177.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190728_144933-768x453.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190728_144933-1024x604.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190728_144933.jpg 1590w\" sizes=\"auto, (max-width: 468px) 100vw, 468px\" \/><\/p>\n<h5>In den geistigen Schulen Indiens war es \u00fcblich, dass Dazukommende mehr oder minder rigoros angeregt wurden, alles, was bisher war, zur\u00fcck zu lassen um sich so intensiv wie m\u00f6glich den neuen Denkfeldern\u00a0 widmen zu k\u00f6nnen. Das wird bzw. wurde keineswegs als Gehirnw\u00e4sche gesehen, sondern als erste Bedingung einer sich (freiwillig) wandeln wollenden Substanz, die bestrebt ist, ja wie soll man das jetzt ausdr\u00fccken trotz den vielen unterschiedlichen Methoden und Praktiken, also bestrebt ist, von einem Ende des Ichs zum anderen zu kommen, vielleicht von einer Oberfl\u00e4che erstmal zu einer bewussten Tiefe zu kommen oder, vertikal gesehen, zu einer H\u00f6he, was g\u00fcnstigerweise zu einem Ausloten der beiden bewusst gemachten Pole kommen kann. Nun musste der Versuch der vielen westlichen Fremdlinge, die hier einen verlockenden Weg sahen, der erfrischende Weiten und Wahrnehmungen versprach, allerdings allein daran scheitern, dass es sich f\u00fcr gedanklich ausgebildete Westler ziemlich schwierig, ja unm\u00f6glich gestaltete trotz aller leidenschaftlichen Sehnsucht nach gelingender Hingabe, dort auch ohne ihre eigenen Gedanken hinzugehen, beziehungsweise ohne\u00a0 Gedankenkonstrukte, die gewohnt waren, sich vor allem in Zukunft und Vergangenheit aufzuhalten. Und vermutlich trieb gerade die Leere des nie ganz erf\u00fcllten Momentes viele dazu, sich auf diese \u00f6stlichen Lehren einzulassen. Nun finde ich es nach wie vor angebracht, sich auch mal die M\u00f6glichkeit des Nicht-Denkens vorstellen zu k\u00f6nnen mit Hilfe sehr schlichter \u00dcbungen. Und siehe, auch hier geht das ja vor allem, weil die Konzentration sich auf etwas ganz Spezielles verlegt. Statt des traumartigen Vor\u00fcberziehens endloser Gedankengebilde (zum Beispiel) die Konzentration auf die Atemz\u00fcge, was nur gelingt, wenn man nicht denkt, sondern beim Atem ist. \u00dcbrigens ein superbes Einschlafmittel, und sicherlich wirksamer als eine Schlaftablette. Was mich daran interessiert ist diese F\u00e4higkeit des menschlichen Apparates, sich f\u00fcr Ver\u00e4nderungen des Zustandes oder des Gef\u00fchls bewusst zu entscheiden, da es dann zu der Art Freiheit f\u00fchrt, die ich erstrebenswert finde, auch nicht als Selbstkontrolle, sondern als souver\u00e4ne M\u00f6glichkeit, das eigene Dasein bewusst zu gestalten, ohne sich durch\u00a0 eigenes Verhalten im Wege zu stehen. Nat\u00fcrlich ist es ein anregender Gedanke, alle Wege f\u00fcr offen zu halten, aber ohne dass ich bei mir selbst in einer gewissen stabilen Verankerung bin, k\u00f6nnen die vielen Optionen ja nur als Chaos wahrgenommen werden, oder als \u00dcberforderung. Wenn man in Indien, zum Beispiel im Zug, sagen w\u00fcrde, dass alle Wege nach Om f\u00fchren, k\u00f6nnte man das R getrost weglassen, alle w\u00fcrden wissend nicken und zustimmen mit der kl\u00fcgsten aller Kopfbewegungen, die besagt, dass es einerseits so ist, und andrerseits auch anders sein kann. Deswegen muss man sich, wenn man m\u00f6chte, auf den Weg machen, und w\u00e4hrend man entlanggeht, schauen, wie er sich entwickelt. Ist man in guter Gesellschaft kann man sich selbst schulen und verstehen, was man denkt, es gibt ja keine Vorschriften. Ich pers\u00f6nlich bezweifle, dass es jemanden gibt, der nicht denkt, obwohl es einige spirituellen Lehrer gerne von sich behaupten. (Ich frage mich, woher sie ihren Stoff nehmen). Auf jeden Fall ist es au\u00dferordentlich n\u00fctzlich, sich mit dem eigenen Denken zu besch\u00e4ftigen, und dass es einen nirgendwo hinf\u00fchrt, wo man gar nicht sein will, in \u00c4ngste, in Sorgen, in Erstarrungsr\u00e4ume, in Meinungsschluchten, in Behauptungskammern, weg also vom prasselnden Feuer, das einerseits gehalten wird von der Asche, aber auch frische Zufuhr\u00a0 braucht, damit es lebendig bleibt. Eine h\u00f6rbare Stille also, und auch ein h\u00f6rbares Denken.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den geistigen Schulen Indiens war es \u00fcblich, dass Dazukommende mehr oder minder rigoros angeregt wurden, alles, was bisher war, zur\u00fcck zu lassen um sich so intensiv wie m\u00f6glich den neuen Denkfeldern\u00a0 widmen zu k\u00f6nnen. 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