{"id":8340,"date":"2019-07-27T08:50:35","date_gmt":"2019-07-27T08:50:35","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8340"},"modified":"2019-07-27T08:58:40","modified_gmt":"2019-07-27T08:58:40","slug":"ayeh-babalou","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8340","title":{"rendered":"Aye, Babalu (*)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8341\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190727_094136-280x300.jpg\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190727_094136-280x300.jpg 280w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190727_094136-768x824.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190727_094136-954x1024.jpg 954w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190727_094136.jpg 1013w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/p>\n<h5>Manchmal kann man sich ja vorstellen, wie G\u00f6tter entstehen. Man ist daran gew\u00f6hnt (zum Beispiel), dass man irgendwo lange wohnt, es geht einem richtig gut, man ertappt sich nicht bei rigorosen Klagereden und dankt f\u00fcr die Zeit, die man am eigenen Kerngeschehen verbringen kann, vorne die Welt offen, in der sich von Sokrates bis Boris Johnson alle herumbewegen auf ihren Bahnen und Verursacher von Weltgeschehen werden. Doch nicht nur ertrinken weiterhin zahllose K\u00f6rper im Meer, was das potentiell Vermeidbare ins Unvermeidliche dr\u00e4ngt, doch das Wissen selbst \u00fcber die Dinge st\u00f6\u00dft an vorprogrammierte Grenzen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir weiterhin von Sokrates lernen, nur was ist es f\u00fcr jede\/n Einzelnen, der nach den Antworten sucht, wie man ein Leben leben kann: ein paar hilfreiche Tips, ein paar Hinweise. Das kann sehr wohltuend sein, bei Rewe oder Aldi in schnellem Tempo die G\u00e4nge zu durchqueren, weil es in der Tat ziemlich wenig ist, was ich da brauche, oder auch sonst im Konsumgenuss lieber weniger vom Besten als zu viel vom weniger Gehaltvollen zu mir nehme. Ich erinnere mich an die G\u00f6tter, die ich vorhin glaubte, mir entstehend vorstellen zu k\u00f6nnen. Na ja, nicht wirklich an diesem Punkt. Vielleicht war es einfach sch\u00f6n, irgendwo hindanken zu k\u00f6nnen, wenn man miterleben musste, wie die Erde sturztrocken wird, der Wald ein gef\u00e4hrlicher Ort, der Sitz am Schreibtisch ein wahrer Br\u00fctkasten. Da dankte man hin zu Indra oder zu Babalou, schenk uns wieder den Regen. Dann kommt der Regen (endlich), ja, und wem dankt man dann. Wenn man sich allerdings keine G\u00f6tterwesen mehr vorstellen kann, die das Schicksal von uns\u00a0 Menschen regeln, oder sogar nur ein Einziger, der alles regelt, dann muss man vielleicht kurz schlucken, sieht aber schnell, dass alles zu seiner Zeit richtig war und ist, und dass man auch als einzelner Mensch kein Atlas werden muss, um die Welt durch die Gegend zu tragen. Erst jetzt versteht man ja das au\u00dferordentlich Gute am Keine-Wahl-haben. Wenn man registriert, dass man keine Wahl mehr hat, dann kann man entspannen. Achtung, was hei\u00dft hier entspannen, man ist wachsam, diese Art von Entspannung also, ruhend im Wachsamen sozusagen. Man schl\u00e4gt dem Widerspruch ein Schnippchen und l\u00e4sst ihn einfach sein, was er ist. Ich finde es auch keineswegs unpassend, dass einige h\u00f6chst widersinnige Gestalten gerade auf den politischen Hochsitzen herumturnen und jede souver\u00e4ne M\u00f6glichkeit in eine Groteske verwandeln. Da ist man einerseits doch ziemlich ohnm\u00e4chtig, wei\u00df aber auch, dass im dritten Akt des Dramas meist \u00dcberraschungen auftauchen, bisher nicht Geahntes, kaum vorher Vorstellbares, ja, f\u00f6rmlich vorangetrieben von einem tief verankerten Vertrauen in redliches Menschsein, das man nun als entwurzeltes Gut erkennen kann. Noch betrifft das Sterben die Einzelnen, gem\u00e4\u00df ihrer Zeit, gem\u00e4\u00df unseres Schicksals, aber im Gro\u00dfen Sterben bleibt keiner unber\u00fchrt, von der gro\u00dfen menschlichen K\u00e4lte\u00a0 gibt es kein Trennen mehr, wenn man es f\u00e4lschlicherweise als etwas Cleveres sah, mit dem man punkten kann durch kl\u00e4glichen Einsatz. So bleibt es spannend, ob in der Stra\u00dfe von Hormus\u00a0 oder am K\u00fcchentisch: Menschen auf einem kleinen, blauen Planeten, ganz unter sich.<\/h5>\n<p>*ehemaliges Lied, erinnert aus ferner Kindheit: Aye Babalu, schenk uns wiede den Regen. Aye Babalu, er bring Erntesegen. Das Land ist trocken wie Stein, das darf nicht sein, die Fr\u00fcchte sind klein, das darf nicht sein, die Quelle ist tot, hilf uns aus der Not&#8230;..etc<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal kann man sich ja vorstellen, wie G\u00f6tter entstehen. 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