{"id":8183,"date":"2019-07-06T07:57:05","date_gmt":"2019-07-06T07:57:05","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8183"},"modified":"2019-07-06T08:01:51","modified_gmt":"2019-07-06T08:01:51","slug":"8183","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8183","title":{"rendered":"klagen?"},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8184\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190705_213709-252x300.jpg\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190705_213709-252x300.jpg 252w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190705_213709-768x914.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190705_213709-861x1024.jpg 861w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190705_213709.jpg 1053w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/h1>\n<h5>Von der Weltbev\u00f6lkerung als besonders beschwerlich empfundene Zeiten treiben ihre eigenen Bl\u00fcten im Dschungel des Menschseins. In dem Artikel, der neulich in der &#8222;Zeit&#8220; \u00fcber eine neuerdings unter einigen Menschen grassierende Sehnsucht berichtete, die eigene Geburt r\u00fcckg\u00e4ngig machen zu wollen, hat mich vor allem ein junger Inder erstaunt, der hier zu Wort kam. Er regt im Netz die anderen Vernetzten an, sich \u00fcber das ungefragte Erscheinen bei den Eltern zu beklagen. Die Klagen gegen das Leben hat es wohl auch schon immer gegeben. Wenn der t\u00e4gliche Ablauf einem so viel abverlangt, dass sich das Gef\u00fchl einstellt, man kommt \u00fcberhaupt nicht an die eigenen Vorstellungen \u00fcber das Leben heran, kann man sich das ohne Weiteres in all seinen Varianten vorstellen. Nat\u00fcrlich wurde ich auch an Goethes Werther erinnert, und wie sich nach der Lekt\u00fcre eine Sehnsucht nach dem Tod durchsetzte und zu Selbstmorden f\u00fchrte. Es ist schade, dass man eine bestimmte Leidenschaft f\u00fcr das jeweilige Schicksalspaket, mit dem sich Menschen vorfinden, nicht einimpfen kann. Ja, man scheitert meistens bei dem Versuch, jemanden, der vom Leben nicht begeistert ist, in Begeisterung versetzen zu wollen. Es muss ja auch nicht unbedingt die Leidenschaft f\u00fcr die eigene Existenz und ihr Abenteuerpotential sein, die einen umtreibt, aber ohne einen Lebenswillen stelle ich mir das schwierig vor. Automatisch kommt mit dem Willen zum Leben auch die Verantwortung daf\u00fcr, klar, wer soll sie sonst haben. Es hat sich zwar gezeigt, dass es f\u00fcr ein Leben nichts F\u00f6rderlicheres geben kann als ein wohlwollendes Zuhause im Schutze und der F\u00fcrsorge einer Familie, aber nicht nur mangelt es \u00fcberall und in allen Kulturen an diesen positiven Grundbedingungen, sondern auch hier gibt es keine Garantie f\u00fcr die jeweilige Handhabung des Lebensprogramms, das sich aus so vielen Facetten zusammensetzt, sodass man erst sp\u00e4t \u00fcberhaupt ein zusammenh\u00e4ngendes Bild sehen kann, durch das sich der pers\u00f6nliche Weg erschlie\u00dft. Egal, wo und wie und bei wem ich mich orientiert habe auf meinem Weg, so bin ich doch als Individuum immer auch allein unterwegs mit meinen erst einmal unsichtbaren Einstellungen, die sich langsam aber sicher von innen nach au\u00dfen hin formieren und mir vor Augen halten, wer ich durch sie geworden bin. Warum mich der junge Inder mit seiner negativen Bilanz erstaunt hat, ja warum? Es war erst vor ein paar Jahren, dass in meinem indischen Heimatdorf die Selbstmorde anfingen, das war neu. Viele Studenten brachten sich um, immer wieder hing einer am Ventilator, eine der hoch genugen und einigerma\u00dfen stabilen indischen Anbringungen der Haushalte. Bauern fingen an, sich aus Verzweiflung an ihrer Situation umzubringen. Wenn keinerlei L\u00f6sungen mehr in Sicht sind und kein einziger Ausgang aus der Misere verf\u00fcgbar, wer kann da helfen, wenn auch da keiner in Sicht ist. Dann: Klagen handeln ja meistens von dem, was als fehlend, als Mangel dargestellt wird, als zu sehr abweichend von dem, was wir uns alle so vorstellen vom Ideal der menschlichen Darbietung, sofern ein Ideal vorhanden ist. Aber es gibt auch die \u00dcbers\u00e4ttigung an dem Vielen, das zur Verf\u00fcgung steht, neuerdings geschult am digitalen Bewusstseinsstrom, der unversehens mitrei\u00dfen kann in die vielen Welten und Unterwelten und Oberwelten, und so viele schon zur\u00fcckl\u00e4sst in einsamen, mit der ganzen Welt vernetzten Kammern, und etwas schleicht sich vielleicht fort aus den Wesen. Eine nat\u00fcrliche Zugeh\u00f6rigkeit\u00a0 zum einzigen, was wir kennen: ein blauer Planet im All und die abenteuerliche Reise auf ihm. Weiterhin gute Fahrt! Und m\u00f6glichst &#8222;nicht im Sommer sterben, wenn alles hell ist und die Erde f\u00fcr Spaten leicht&#8220;(*)<\/h5>\n<h5>(*)(Schlusssatz aus Gottfried Benns Gedicht &#8222;Was schlimm ist&#8220;).<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Weltbev\u00f6lkerung als besonders beschwerlich empfundene Zeiten treiben ihre eigenen Bl\u00fcten im Dschungel des Menschseins. 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