{"id":8177,"date":"2019-07-05T08:24:20","date_gmt":"2019-07-05T08:24:20","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8177"},"modified":"2019-07-06T08:16:24","modified_gmt":"2019-07-06T08:16:24","slug":"ackern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8177","title":{"rendered":"ackern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8178\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG-20190705-WA0000-240x300.jpg\" alt=\"\" width=\"351\" height=\"439\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG-20190705-WA0000-240x300.jpg 240w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMG-20190705-WA0000.jpg 528w\" sizes=\"auto, (max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/><\/p>\n<h5>Dieses Bild kam heute fr\u00fch aus Indien bei mir hereingeweht. Es l\u00f6st\u00a0 ein Gef\u00fchl von Vertrautheit aus, denn ein paar Jahrzehnte Indien haben vieles m\u00f6glich gemacht. Es ist ja nicht nur, dass man das scheinbar absolut Fremdartige ans Herz nehmen kann, sondern genau durch diese Bewegung sieht man, so lange man kann, vor allem die sch\u00f6nen, ja wunderbaren Dinge. Indien zum Beispiel hat einigen von uns lange einen Raum er\u00f6ffnet, in dem man zum Beispiel die Antike der eigenen Vorstellung nachempfinden konnte: die Gew\u00e4nder, die Farben, die Zwiebelt\u00fcrme, die Priester, wo man sich mal kurz als Priesterin dazu denken konnte, oder als wandernde Eremitin, beruflich\u00a0 genauso forschend be\u00e4ugt von den Patriarchen wie damals, als Diotima erfunden werden musste, um dem Wissen das Wesentliche beizuf\u00fcgen. Dann die Erotik des G\u00f6ttlichen und die einen selbst \u00fcberraschende Bereitschaft, sich dieser Anziehung zu n\u00e4hern und mehr zu erfahren, als man sich vorstellen konnte. Daher wei\u00df man dann, wie viel man sich vorstellen kann, und wie viele Ebenen und Seinswege es gibt. \u00dcberall R\u00e4ucherwerk und St\u00e4be, Kapuzen und Gel\u00e4ute. Vorne draus die, die immer noch mehr wissen sollen m\u00fcssen als die Anderen, damit der ganze Zirkus am Laufen gehalten werden kann. Dann die, die die unbezahlten Kreuze tragen d\u00fcrfen, und die, die in den Tempeln in verschlie\u00dfbaren Truhen die Scheine sammeln, die die Gl\u00e4ubigen sich vom Mund abgespart haben. Der Priester, der mir das Bild geschickt hat, ist Familienmann und macht Tempeldienst in der N\u00e4he des Platzes, an dem ich morgens dort ein bis zwei Stunden verbringe, auch schon Jahrzehnte. Er wurde von seiner Brahmanenkaste (es gibt im Dorf viele\u00a0 verschiedene Brahmanenkasten) beordert, den Dienst zu \u00fcbernehmen, weil der letzte Prieser die meisten Spenden in die Tasche gesteckt hat, bis es auffiel. Viele stehlen aus Verzweiflung, zuhause warten die Angeh\u00f6rigen. Fr\u00fcher konnte man gut leben von diesen Spenden, jetzt sterben solche Berufe aus an der Unseligkeit. Die westlichen und \u00f6stlichen Missbrauchsf\u00e4lle tun das Ihre. Es ist nicht immer klug, die Menge zu untersch\u00e4tzen, denn wenn etwas wirklich klar geworden ist, kann diese K\u00f6rperschaft auf einmal\u00a0 ihre Macht entfalten durch schiere Anzahl. Auf einmal mutiert eine vorher manipulierbare Masse\u00a0 in einen gut vernetzten\u00a0 Aktionsk\u00f6rper. Es ist, wie wenn Kumbakarna, der schlafende Riese, erwacht und die Welt zum Beben bringt. Wer regiert nun die Welt, wenn man es wirklich wissen will. Oder: bin ich nun aus der Rippe des Mannes gebastelt, oder ersch\u00fcttere ich meine eigenen Rippen mal ab und zu mit einem solchen Lachen, dass das Herzliche unversehens hin\u00fcbergleitet ins Erschrockene. Und immer noch bem\u00fchen sich Heerscharen von geistig Angeregten um die Antworten auf die Fragen, die nie wirklich beantwortet wurden und vielleicht auch nicht beantwortet werden k\u00f6nnen. Denn wer soll entscheiden, was aus dem Menschen wird, entgleitet er doch immer wieder jeglicher Definition. Und ist doch nur Mensch, wenn er Mensch ist, so, als w\u00fcssten eigentlich doch alle von diesem verborgenen Geheimnis, das keiner verstecken oder verbergen muss, nein, das im Sein verharrt, bis es aktiviert wird, oder auch nicht. Wie auch immer das Dasein jeweils verstanden und gelebt wird, so kann offensichlich sein, was man f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt, und nicht sein, was dem eigenen Seinsfeld nicht entspricht. Das ist die ganze Herausforderung. Wer ackert das Feld und s\u00e4t die gew\u00fcnschten Samen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Bild kam heute fr\u00fch aus Indien bei mir hereingeweht. 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