{"id":8146,"date":"2019-07-01T09:20:06","date_gmt":"2019-07-01T09:20:06","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8146"},"modified":"2019-07-01T09:21:00","modified_gmt":"2019-07-01T09:21:00","slug":"gaeste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8146","title":{"rendered":"G\u00e4ste"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8149\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190630_132029-e1561965162639-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"140\" height=\"249\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190630_132029-e1561965162639-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190630_132029-e1561965162639-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190630_132029-e1561965162639-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 140px) 100vw, 140px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8147\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190701_085314-190x300.jpg\" alt=\"\" width=\"158\" height=\"249\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190701_085314-190x300.jpg 190w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190701_085314-768x1214.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190701_085314-648x1024.jpg 648w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190701_085314.jpg 1063w\" sizes=\"auto, (max-width: 158px) 100vw, 158px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8148\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190630_153210-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"173\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190630_153210-209x300.jpg 209w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190630_153210-768x1101.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190630_153210-714x1024.jpg 714w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/20190630_153210.jpg 979w\" sizes=\"auto, (max-width: 173px) 100vw, 173px\" \/><\/p>\n<h5>F\u00fcr ein\u00a0 &#8222;airbnb&#8220; Zimmer in unserem Haus kamen zwei G\u00e4ste, die, wie sie uns erz\u00e4hlten, in unserer Gegend anl\u00e4sslich eines Festes einen Auftritt hatten, oder vielmehr jeweils 4 Auftritte an beiden Festtagen. Wir erfuhren auch, dass sie zwei Kinder hatten, die sich w\u00e4hrend des Wochenendes\u00a0 bei der Gro\u00dfmutter aufhielten, und dass sie dabei waren, nach Chile auszuwandern, wo sie bereits Land gekauft hatten und ein Haus errichtet. Eine ihrer T\u00f6chter war dort\u00a0 angemeldet f\u00fcr das erste Schuljahr, die andere war noch zu klein.\u00a0 Ich dachte: was f\u00fcr ein Lebensplan, in Chile zu leben mit den Kindern, die sich im chilenischen Leben werden einrichten m\u00fcssen. Auf jeden Fall machten wir uns auf, um die Performance zu sehen. Der hei\u00dfeste Tag im Juni. Auf dem Platz, inmitten einer Vielzahl von lukullischen Angeboten, erschien ein riesiger Zaubervogel. Hoch oben auf ihm sa\u00df unser Gast im pr\u00e4chtigen Gewand, aber wer waren die F\u00fc\u00dfe? Eine Frau mit strohblondem Haar und einer Art Dirndl sprach mich an und lachte in mein Gesicht, aber es brauchte Minuten, bis ich sie mit der G\u00e4stin im Haus verbinden konnte. Sie verstreute um die F\u00fc\u00dfe von Passanten herum, was sie &#8218;Phoenix Guarana&#8216; nannnte,\u00a0 das neue Superfood. Sie sprach aus einer anderen Welt heraus, das hatte ich auch in dem Blick des Vogelreiters gesehen: es war die Welt der Gaukler, hier der Begriff in seinem besten Sinn. Wie eine verwunschene und verschwundene Welt schwebten sie langsam durch die Menge, in einem weiteren Auftritt beide auf Stelzen. Die Kost\u00fcme waren pr\u00e4chtig und der Zauber ihres Erscheinens meisterhaft. Sie stelzten einfach sorgsam durch die Menge und l\u00f6sten Staunen und kindliche Augen aus. Einiges in den Archiven ins Vergessen Geratene begann sich zu melden. Pierrot lunaire&#8230; Die Kinder des Olymp&#8230; La strada&#8230;die Komplexit\u00e4t des Spielerischen, die m\u00fchselige und unerm\u00fcdliche Arbeit, die zu der gew\u00fcnschten Leichtigkeit f\u00fchrt, zur Anregung, zur Verzauberung. In der Pause trafen wir sie f\u00fcr einen Kaffe. Obwohl sehr viele Menschen sie auf ihrem Weg durch das ganze Festfeld gesehen haben mussten, war klar, dass sie nun niemand erkennen konnte, Nur aus der N\u00e4he konnte man noch etwas Glitzer auf der Haut erkennen. Man hatte ihnen einen extra Platz abgesteckt auf dem Gel\u00e4nde, wo sie ihre aufwendigen Kost\u00fcme\u00a0 lagern odereinander anziehen konnten, ein schwieriger und langwieriger Prozess, eine wahre Leistung durch die Mittagshitze hindurch. Auch in Chile werden sie auf diese Weise ihr Leben finanzieren, es scheint bisher ganz gut zu funktionieren. Mich faziniert und erfreut das zu sehen, wie sich Menschen, hier mit k\u00fcnstlerischem Geist, eine ganz eigene Welt erschaffen, an deren Entwicklung und Herzschlag sie kontinuierlich innerlich beteiligt sind, auch wenn es manchmal nur Knochenarbeit ist, um auf der B\u00fchne das Spiel aufrecht zu erhalten. Sie erz\u00e4hlten, dass sie f\u00fcr jede verk\u00f6rperte Figur einen Namen haben, damit das Entern dieser Pers\u00f6nlichkeit besser gelingt. Und wahrlich, man konnte sie unterwegs in ihrem Spiel als pers\u00f6nliche Personen nicht finden, der fremde Zauber war st\u00e4rker. Im &#8218;Living Theater&#8216;, in dem ich vor vielen Jahren gearbeitet habe, hatten wir das St\u00fcck &#8222;Mysteries and smaller Pieces&#8220;. Wir bewegten und durch das Publikum, blieben auch manchmal mit ihnen sitzen, um Fragen zu stellen wie: was w\u00fcrdest du gerne tragen, wenn du anziehen k\u00f6nntest, was du wolltest. Ich sprach einmal mit einem Mann, der lange nachdachte, denn es war ihm gar nicht aufgefallen, dass er so eine freie Wahl hatte. Dann sagte er: einen Kimono, am liebsten w\u00fcrde er immer einen Kimono tragen. Ganz unerwartet k\u00f6nnen einen Dinge ber\u00fchren, auf die man nicht gefasst war. Und vieles erlebt man ja auch nur einmal. (Wenn nicht alles).<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 F\u00fcr ein\u00a0 &#8222;airbnb&#8220; Zimmer in unserem Haus kamen zwei G\u00e4ste, die, wie sie uns erz\u00e4hlten, in unserer Gegend anl\u00e4sslich eines Festes einen Auftritt hatten, oder vielmehr jeweils 4 Auftritte an beiden Festtagen. 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