{"id":8085,"date":"2019-06-24T08:21:54","date_gmt":"2019-06-24T08:21:54","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8085"},"modified":"2019-06-24T08:28:35","modified_gmt":"2019-06-24T08:28:35","slug":"gehen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8085","title":{"rendered":"gehen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8087\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190624_090230-300x291.jpg\" alt=\"\" width=\"354\" height=\"343\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190624_090230-300x291.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190624_090230-768x744.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190624_090230-1024x992.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190624_090230.jpg 1026w\" sizes=\"auto, (max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/><\/p>\n<h5>Wer hat nicht schon mal \u00fcber ein technisches Wunderauge von einem Au\u00dfen auf den Planeten schauen d\u00fcrfen, der zumindest bis jetzt der Wohnort aller bekannten Wesen ist, so schwer es einem zuweilen fallen kann, das f\u00fcr m\u00f6glich zu halten. So glitzernd das Ganze im All aussieht, und winzig ist im Verh\u00e4ltnis zum noch weitgehend unerforschten Rest, so schwindelig kann einem werden, wenn der Blick hineinzoomt in die Strukturen, deren distanzierte Ordnungen man auch vom Flugzeug aus bewundern kann. Je n\u00e4her man kommt, desto komplexer wird es. Die Schwerkraft tut das Ihre. Das Gehen spielt eine gro\u00dfe Rolle, einmal, um die eigenen Ziele zu erreichen, falls man welche gesteckt hat, und \u00fcberhaupt ist es f\u00fcr das pers\u00f6nliche Lebensgef\u00fchl wichtig, mobil zu sein. Dann gibt es Grenzen. Auch das Sterben ist ein Gehen. St\u00e4ndig kommen Wesen an und st\u00e4ndig gehen welche, das bekommt man nicht immer so direkt mit. Auch gehen die Kulturen sehr unterschiedlich mit den &#8222;nat\u00fcrlichen &#8222;Vorg\u00e4ngen um. In Indien wird noch am selben Tag des Todes der K\u00f6rper auf einer Bahre durch die Stra\u00dfen getragen zum Verbrennungsplatz, das sind oft nur Stunden. Wahrscheinlich, weil in der Sommerhitze ein K\u00f6rper gar nicht herumliegen k\u00f6nnte. Die Verbrennungen finden auch im \u00f6ffentlichen Raum statt, auch hier wird noch nach Kasten getrennt. Wenn auf der Stra\u00dfe ein breites Band von gestreuten Rosen liegt, wei\u00df man, dass jemand gegangen ist und kann fragen, wer, falls man die Person kennt. Es wird ja immer mal wieder geraten oder besprochen, sich so fr\u00fch wie m\u00f6glich darum zu k\u00fcmmern, den Tod als eine st\u00e4ndige Begleiterscheinung anzusehen und dementsprechende Vorsorge zu treffen. &#8222;Vorsorge ist vorgezogene Sorge&#8220; wurde mal jemand zitiert, das sehe ich auch so. Und doch: was will man und was will man nicht. Ein Krankenhaus kann ein hilfreicher Ort sein, aber auch ein Gef\u00e4ngnis, zu dem man durch einen Gewaltakt gebracht wird. Unterzeichnet man keine ganz bestimmten Papiere, k\u00f6nnen auf einmal Fremde \u00fcber das eigene Leben bestimmen. Es gibt da sehr unterscheidliche Meinungen dazu, wem es zusteht, in gewissen Situationen \u00fcber einen zu bestimmen. Man muss wachsam sein und sich ein Bild davon machen, wie man sich das vorstellt. Wie klar man die Dinge mit den LebensbegleiterInnen besprechen kann. Im Falle eines solchen Falles: unter die Erde oder das Erdlingskost\u00fcm aufgel\u00f6st in Asche. Und wohin mit ihr, wenn man selbst oder die Anderen von einem sie (die Asche) haben m\u00f6chten, vielleicht irgendwo hinstreuen oder hinbringen, wo es Rituale daf\u00fcr gibt. Einmal habe ich in einem ungew\u00f6hnlichen Bestattungszentrum die Performance einer jungen Frau gesehen, die die letzten Worte sterbender Pers\u00f6nlichkeiten gesammelt hatte, soweit sie \u00fcberliefert waren. Sie hatte f\u00fcr jede Anekdote, meistens von Zen Meistern, ein Objekt mitgebracht, sozusagen als Bilderweiterung. Hochspannend, dass es tats\u00e4chlich f\u00fcr jeden Menschen letzte Gedanken und Worte gibt, man kann nur nicht wissen, was man selber sagen wird oder ob man \u00fcberhaupt was sagen wird. Wann wurde den tausenden gekenterten Afrikanern klar, dass das Abenteur zu Ende war. Und die Kinder, die die ganzen Katastrophen \u00fcberleben, und die Kinder, die sie nicht \u00fcberleben. Sch\u00f6n w\u00e4re auch, man k\u00f6nnte, statt das Vorsorge Set zu studieren, an einem bestimmten Punkt einfach merken, dass man geht, und Zeit hat, in den Himmel zu schauen oder in die Stille zu lauschen in einem wohlwollenden Setting, mit Freunden, mit denen man das alles mal soweit wie m\u00f6glich, durchsprechen konnte. Dem Ungewissen gen\u00fcgend Raum zum Atmen lassen, bis auch das vor\u00fcbergeht.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer hat nicht schon mal \u00fcber ein technisches Wunderauge von einem Au\u00dfen auf den Planeten schauen d\u00fcrfen, der zumindest bis jetzt der Wohnort aller bekannten Wesen ist, so schwer es einem zuweilen fallen kann, das f\u00fcr m\u00f6glich zu halten. 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