{"id":8047,"date":"2019-06-21T09:27:36","date_gmt":"2019-06-21T09:27:36","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8047"},"modified":"2019-06-21T09:33:00","modified_gmt":"2019-06-21T09:33:00","slug":"nu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8047","title":{"rendered":"Nu"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8049\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190621_101302-210x300.png\" alt=\"\" width=\"338\" height=\"483\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190621_101302-210x300.png 210w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190621_101302.png 382w\" sizes=\"auto, (max-width: 338px) 100vw, 338px\" \/><\/p>\n<h5>Hier noch einmal ein Fl\u00fcchtling aus Daniel Richters Boot, der in eine Zukunft schaut. Es ist immer schwer, eine Zukunft zu sehen, aber in bestimmten Zeiten ist es besonders schwer; diese Zeiten kehren immer wieder. Auch wenn es manchmal f\u00fcr Menschen \u00fcberhaupt keine Zukunft mehr gibt, die vorstellbar ist, wie nach einem Krieg zum Beispiel, so wird doch immer wieder Zukunft geschmiedet. Pl\u00e4ne, Ideen, W\u00fcnsche tauchen auf, die umgesetzt werden m\u00f6chten, damit Zukunft entstehen kann. Gleichzeitig zieht sie st\u00e4ndig an uns vor\u00fcber, schon bei &#8222;vor\u00fcber&#8220; ging sie an mir vorbei und wurde Vergangenheit, das geht schneller, als man denken kann. Und tats\u00e4chlich kommt es oft anders, als man denkt. Nie wird man wissen, wer man geworden w\u00e4re, h\u00e4tte man an manchen Kreuzungen eine andere Richtung gew\u00e4hlt. Einmal dachte ich, ganz klar im Kontext meines damaligen Lebens, ich w\u00fcrde meinen restlichen Seinsaufenthalt an einem Feuer verbringen, in Indien &#8222;dhuni&#8220; genannt, eine Aufgabe unter bestimmten Bedingungen, die dort heute noch als Form akzeptiert wird, auch wenn der Raum f\u00fcr so eine Lebensweise sich immer mehr verengt. Es gibt kaum mehr jemanden, der so ein Leben noch kann. Einfach sitzen, verbunden mit h\u00f6chstm\u00f6glicher Einstellung zum kosmischen Raum hin, die Aufgaben dementsprechend eindeutig: Holz holen, das Feuer am Gl\u00fchen halten (nie darf es ausgehen), ein karges, aber gutes Mahl einnehmen, die Begegnungen und Gespr\u00e4che mit den BesucherInnen auf guter Ebene f\u00fchren, sich als Frau (mir) in einer fremden Welt einen souver\u00e4nen Platz erobern, der eine Stimmigkeit erreicht, die keiner der Beteiligten mehr anfechten kann. Meine Karriere war auch diesmal solide ausgedeutet, da kam etwas des Weges, das die \u00dcberraschung einer neuen Sicht und dementsprechende \u00c4nderungen des Weges mit sich brachte. Ist das nun Freiheit oder kann man nicht anders, als den eigenen Weg gehen, auch wenn die Originalit\u00e4t seiner Wegweiser manchmal verbl\u00fcfft. Neue Zeit . neue Zukunft, auch wenn das immer wieder nur bedeutet, dass das Vorbeiziehende weder die Zukunft noch die Vergangenheit sein kann, denn beide begegnen sich nur im Nu. Nur in der Fl\u00fcchtigkeit des Momentes l\u00e4sst sich Lebendiges gestalten, oder wird mitgestaltet von den Seinsf\u00e4den der Anderen. Das war schon spannend damals, auf ein bewusst einfach gestaltetes Leben eine konzentrierte Aufmerksamkeit zu lenken ohne gro\u00dfe Ablenkungsman\u00f6ver. Meist gibt es Vorboten und Zeichen, wenn eine Ver\u00e4nderung ansteht, die auf einen Kurswechsel deutet. Man kann immer nur sehen, was einem m\u00f6glich ist. Bezogen auf meine Situation am Feuer, so informierte ich meine Seniors\/Sadhus (die jemanden finden mussten, um das Feuer zu halten), dass ich auf eine Reise gehen w\u00fcrde (Amarnath in Kaschmir war das Ziel, 4000 Meter hoher Aufstieg zu einer H\u00f6hle), und nach diesem Gang durch Eis und Gefahren ging ich nach Ladakh, um mich zu erholen. Irgendwo auf der Stra\u00dfe wurde mir pl\u00f6tzlich klar, dass ich in den Westen zur\u00fcckgehen w\u00fcrde, daran war nichts mehr zu \u00e4ndern. Insofern ist die Frage nach Freiheit und Zukunft immer angebracht, dieses Paradox der Gleichzeitigkeit, gleichzeitig Freiheit und Gebundenheit an das Geschehen, gleichzeitig Zukunft und Vergangenheit im lebendigen Nu, egal, wieviele Analysen jeweils am Laufen sind. Das sagt ja nichts \u00fcber die Sch\u00f6pfungskraft aus, mit der man unterwegs sein kann, die paar Spielregeln befolgend, die einem erm\u00f6glichen, sich selbst so wenig wie m\u00f6glich im Wege zu stehen, oder zu glauben, man k\u00f6nnte irgendwo im eigenen Schatten ausruhen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier noch einmal ein Fl\u00fcchtling aus Daniel Richters Boot, der in eine Zukunft schaut. Es ist immer schwer, eine Zukunft zu sehen, aber in bestimmten Zeiten ist es besonders schwer; diese Zeiten kehren immer wieder. 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