{"id":8032,"date":"2019-06-19T08:50:02","date_gmt":"2019-06-19T08:50:02","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=8032"},"modified":"2019-06-19T08:50:02","modified_gmt":"2019-06-19T08:50:02","slug":"sommerlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=8032","title":{"rendered":"sommerlich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8033\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_090115-300x220.png\" alt=\"\" width=\"140\" height=\"103\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_090115-300x220.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_090115-768x562.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_090115-1024x749.png 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_090115.png 1473w\" sizes=\"auto, (max-width: 140px) 100vw, 140px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8035\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_090021-220x300.png\" alt=\"\" width=\"117\" height=\"159\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_090021-220x300.png 220w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_090021-768x1049.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_090021-749x1024.png 749w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_090021.png 1078w\" sizes=\"auto, (max-width: 117px) 100vw, 117px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-8034\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_085950-300x220.jpg\" alt=\"\" width=\"130\" height=\"95\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_085950-300x220.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_085950-768x562.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_085950-1024x749.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190619_085950.jpg 1473w\" sizes=\"auto, (max-width: 130px) 100vw, 130px\" \/><\/p>\n<h5>Zu dem Hochgef\u00fchl eines M\u00e4rchenbuchsommertages passen die Bilder nat\u00fcrlich nicht, m\u00fcssen sie ja auch nicht. Oder vielleicht passen sie doch. Es ist das Bild eines Ohres, das ich aus einer Zeitung entfernt hatte, und damit es nicht gleich verloren geht, legte ich es in die kleine Schale, wo ich einige meiner Farben anr\u00fchre. Da konnte ich sehen, dass sich Ohren auch als Augen eignen, wenn auch nur an einem sommerlichen Morgen. Mir fiel mein erstes und einziges Gedicht \u00fcber den Sommer ein, das mit den Zeilen beginnt: &#8222;Sommer &#8211; langer Gedankenstrich. Verlorenes Recht auf Gr\u00fcn&#8230;..&#8220;Nun muss man nicht dar\u00fcber streiten, ob ich oder der Mensch an sich oder alle Menschen das Recht auf Gr\u00fcn \u00fcberhaupt verlieren k\u00f6nnen, denn es gibt ja gar kein Recht auf Gr\u00fcn. Niemand hat jemand anderem das Recht auf Gr\u00fcn geben k\u00f6nnen, es ist ja auch nicht \u00fcberall gr\u00fcn. Als im indischen Dorf die Roseng\u00e4rten begannen sich in die W\u00fcste zu dehnen, war ich auch \u00fcberrascht, dass es &#8222;nur&#8220; mit dem Wasser zu tun hatte, da ergr\u00fcnte sie, die W\u00fcste. Allerdings passierte auch da das wohl Unvermeidliche: zu viele wollten diese riesigen Mengen Wasser\u00a0 in ihre neuen Felder leiten, das ging ein paar Jahre gut, bis das System zusammenbrach. Ausgetrocknete Brunnen. Ver\u00f6dete H\u00f6fe. Kein Sommer, in dem das berauschende Gr\u00fcn seinen Saft in die menschlichen Adern treibt. Wie heute. Auf einmal ist alles nur F\u00fclle. Man kennt nun die Armut der Wahrnehmung. Wann ist das alles geschehen, dieser wilde, kaum zu b\u00e4ndigende Reichtum. Ich wohne in einem paradiesischen Garten, der direkt an den Wald grenzt. Nie h\u00e4tte ich vermutet, dass ich mich auf dem Land so beschenkt f\u00fchlen w\u00fcrde. Nicht einmal das Rauschen einer Autobahn ist zu h\u00f6ren. Davon kann man in Indien nur (noch) tr\u00e4umen. Der einzige Glanz des Himalaya Gebirges als Feld des R\u00fcckzugs und der Stille hat sich verfl\u00fcchtigt und hat neue R\u00e4ume erm\u00f6glicht, die die Arbeit dem Zeitgem\u00e4\u00dfen anpasst. H\u00f6ren, sehen, erkunden, betrachten, staunen, lieben, reflektieren, still sein. Je gen\u00fcgsamer die Einstellung, desto weiter der Raum. Klar, es braucht Zeit, bis man alles daf\u00fcr einsetzen kann, das eigene Wesen im Raum wahrnehmen. Es ist ein Privileg, in einem Garten zu leben, in dem auf einer Seite ein paar Holzbalken die Idee eines Zaunes verk\u00f6rpern, und alle anderen Seiten sich verlieren im Gr\u00fcn angrenzender Wiesen. Alle sind ausgestattet mit guten Ger\u00e4ten, das lotet die Landluft aus mit anderen Frequenzen. Wir wollen ja nicht zur\u00fcck, sondern vorw\u00e4rts, was auch immer das jeweils bedeutet, ein Vorw\u00e4rts. Orte, die auf einmal im Kontrast zu der selbstzerst\u00f6rerischen Neigung des Menschen wie Oasen erscheinen, in denen zumindest das Gespr\u00e4ch \u00fcber die Fragen unserer Zeit auf diesem Planeten entstehen kann, und wo das, was wir w\u00fcnschen und als Wert verstehen, sich im Spielraum und im immeren Labor erproben kann als Weg in die Umsetzung. Als endlich wieder Sommer war und Licht und Dunkel sich in den Selbstgespr\u00e4chen suchten und nicht fanden. Sommer, wenn Krieg ist. Und Sommer, wenn Frieden ist.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu dem Hochgef\u00fchl eines M\u00e4rchenbuchsommertages passen die Bilder nat\u00fcrlich nicht, m\u00fcssen sie ja auch nicht. Oder vielleicht passen sie doch. Es ist das Bild eines Ohres, das ich aus einer Zeitung entfernt hatte, und damit es nicht gleich verloren geht, legte ich es in die kleine Schale, wo ich einige meiner Farben anr\u00fchre. 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