{"id":802,"date":"2016-09-17T09:12:10","date_gmt":"2016-09-17T09:12:10","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=802"},"modified":"2016-09-20T18:25:32","modified_gmt":"2016-09-20T18:25:32","slug":"mensch-werde-wesentlich-angelus-silesius","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=802","title":{"rendered":"&#8222;Mensch, werde wesentlich!&#8220; (Angelus Silesius)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-807\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_101623-174x300.jpg\" alt=\"20160917_101623\" width=\"174\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_101623-174x300.jpg 174w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_101623-768x1321.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_101623-595x1024.jpg 595w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_101623.jpg 1074w\" sizes=\"auto, (max-width: 174px) 100vw, 174px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-808\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_101719-172x300.jpg\" alt=\"20160917_101719\" width=\"172\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_101719-172x300.jpg 172w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_101719-768x1340.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_101719-587x1024.jpg 587w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_101719.jpg 1060w\" sizes=\"auto, (max-width: 172px) 100vw, 172px\" \/><\/p>\n<p>Da in meinem ersten Beitrag heute bereits ein Heiligenschein auftaucht, geht es hier nochmal um eine staunenswerte und \u00fcberraschende Erfahrung. Ich hatte gestern die Gelegenheit, in einem architektonisch christlichen Rahmen mich zu einem Menschen sagen zu h\u00f6ren, dass ich an gar nichts glaube, und gleichzeitig zweifellos eine zeitlose, heilige Stunde miterleben durfte, kein Zweifel. Noch am Nachmittag kam mir mein Geist irgendwie gel\u00e4hmt\/verd\u00fcstert\/unkreativ vor und ich war froh zu h\u00f6ren, dass es au\u00dfer einem Ablenkungs-Angebot an Vollmond auch noch eine angek\u00fcndigte Mondfinsternis gab und fand den Gedanken tr\u00f6stlich, dass das herannahende Mondverdunkelungs-Ereignis schon seine Schatten auf mich vorausgeworfen hatte. Da n\u00e4herte sich der Abend, und Freunde von uns, die vor kurzem nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen waren, waren zu einem Programm angereist, das eine Rezitation der Texte von Angelus Silesius beinhaltete sowie eine musikalische Darbietung des Ensembles &#8222;\u00dcltramarine&#8220;, wahre Meister ihrer jeweiligen Kunst. Das Ganze fand in einer kleinen\u00a0 Kirche unweit unseres Hauses statt, von der ich noch nie was geh\u00f6rt hatte. Ungef\u00e4hr 50 Besucher\/Innen, einfach und geschmackvoll gestaltete Einrichtung und ein Meer von brennenden Kerzenlichtern. Ich denke in letzter Zeit \u00f6fters mal daran, was die Religionen ausmacht und wie schwer es ist, einiges von dem, was sie anbieten, zu ersetzen&#8230; zum Beispiel diese Stille des Raumes, die den Geist in die Vertikale zieht. Die Bilder oben zeigen das schneckenartige Herumwandern meiner Augen, die \u00fcber zwei dicke B\u00e4nde mit dem Titel &#8222;Gotteslob&#8220;streifen&#8230;wow, dachte ich, wird Er doch m\u00e4chtig gelobt, der Hohe Herr&#8230;.und an einem gut geschmiedeten Nagel hing ein Objekt, das wohl nur hier zu finden ist, edel gearbeitet: ein Knieschutz zum Beten auf den Knieen. Beeindruckend. Der Diakon, der eine ganz passable Rede hielt, sprach von 300 Mitgliedern seiner Gemeinde, das schien mir viel. Ich kenne wenige im westlichen Raum, die beten und knien, aber das sagt ja auch nichts dar\u00fcber aus. Anschlie\u00dfend an die Rede also das Programm&#8230;.Gerne w\u00fcrde ich die Minute, die ich mit meinem Phone aufgenommen habe, als Klang hier einf\u00fcgen, aber es w\u00fcrde wirklich der Erfahrung nicht gerecht werden. Es war wie eine himmlische Br\u00fccke, die sich aus den Zusammenkl\u00e4ngen der K\u00fcnstler und ihren sich zulauschenden Ohren bildete, und die S\u00e4ngerin der Gruppe erm\u00f6glichte\u00a0 einem, bzw mir, eine Auferstehung der Madonna zu visionieren, so rein und gleichzeitig m\u00e4chtig war ihr Gesang, und ihre Bewegungen kamen aus der Tiefe ihrer eigenen Quelle&#8230;alle F\u00fcnf waren Meister ihrer Kunst, in sp\u00fcrbarer Bereitschaft und Ausrichtung zum Zusammenspiel, dem alles verbindenden, heiligen Ton, der das Antike, Archaische m\u00fchelos verbinden konnte mit dem Klang der Zeit. Das Programm hie\u00df \u00fcbrigens &#8222;Mensch, werde wesentlich!&#8220;, eine Zeile von Silesius. Die Mondfinsternis breitete sich in der Tat \u00fcber unseren K\u00f6pfen aus und&#8230;.na ja, ich muss ja nicht \u00fcbertreiben, aber tats\u00e4chlich hatte ich den Gedanken, in Licht gebadet worden zu sein&#8230;.durch Poesie! Durch Kunst! Durch Bereitstellung von R\u00e4umlichkeiten, die diesen Ereignissen M\u00f6glichkeit zur vollen Entfaltung bieten! Hier ein paar Angaben \u00fcber das Konzert f\u00fcr Interessierte, es gibt auch eine CD&#8230;<\/p>\n<p><b>Das Ukrainisch \/ Litauisch \/ Deutsche Quartett ULTRAMARINE<\/b><br \/>\n<b>Ute Kaiser:\u00a0 <\/b>Verse und Texte des Dichters Angelus Silesius (1624-1677).<\/p>\n<p>Uliana Horbachevska \u2013 Stimme\/Gesang (Lemberg)<br \/>\nPetras Vysniauskas &#8211; Sopransaxophon (Vilnius)<br \/>\nMark Tokar &#8211; Kontrabass (Kiew)<br \/>\nKlaus Kugel &#8211; Perkussion (Mecklenburg-Vorpommern)<br \/>\n<b><br \/>\n<\/b><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-809\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_105645-236x300.jpg\" alt=\"20160917_105645\" width=\"236\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_105645-236x300.jpg 236w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_105645-768x976.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_105645-806x1024.jpg 806w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/20160917_105645.jpg 1076w\" sizes=\"auto, (max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da in meinem ersten Beitrag heute bereits ein Heiligenschein auftaucht, geht es hier nochmal um eine staunenswerte und \u00fcberraschende Erfahrung. 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