{"id":7925,"date":"2019-06-06T08:50:36","date_gmt":"2019-06-06T08:50:36","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7925"},"modified":"2019-06-06T08:58:48","modified_gmt":"2019-06-06T08:58:48","slug":"wer-wann-wohin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7925","title":{"rendered":"wer\/wann\/wohin (?) {}"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7928\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190606_074912-84x300.jpg\" alt=\"\" width=\"84\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190606_074912-84x300.jpg 84w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190606_074912.jpg 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 84px) 100vw, 84px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7927\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190606_074358.png\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"299\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7926\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190606_074507-155x300.jpg\" alt=\"\" width=\"155\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190606_074507-155x300.jpg 155w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190606_074507-530x1024.jpg 530w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/20190606_074507.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 155px) 100vw, 155px\" \/><\/p>\n<h5>Nanu, dachte ich, das kennst du doch, dieses Tier im Badezimmer. Es war ein Marienk\u00e4fer, lange nicht mehr gesehen, war schon tot. Jede\/r kann, wenn er m\u00f6chte, dem hinterhertrauern, was er oder sie als Verlust empfindet. Haupts\u00e4chlich sind es unterschiedliche Gef\u00fchle, die so eine Erinnerung hervorrufen kann. Das Z\u00e4hlen der Punkte auf dem roten R\u00fccken, \u00fcberhaupt das zeitweilige Dazugeh\u00f6ren von etwas, das auch kommt und geht, aber doch immer wieder da ist, und dann eines Tages als fehlend vermerkt wird. Das kurze, kindliche Gl\u00fcck, das symbolhaft mit der Begegnung verbunden war. Schornsteinfeger, Einpfennigst\u00fccke, Marienk\u00e4fer. Dann die sich verwandelnde Symbolik: der Tod als der Hinweis auf ein gro\u00dfes Aussterben mit dem Resultat einer schwankenden Ausgleichung im \u00f6kologischen Gro\u00dfraum. Kann so viel Totgemachtwerden eine Ausgleichung finden? Und wie weit kann sich die Anpassung entwickeln? Vielleicht w\u00fcnscht man sich Grenzen, wo bis auf Weiteres keine zu sichten sind. Wer wei\u00df, wie lange das alles geht. Noch kann ausgebeutet werden. Noch k\u00f6nnen B\u00e4ume gepflanzt werden. Noch erholen sich Landstriche vom Raubbau, wenn jemand sich k\u00fcmmert oder wenn jemand einschreitet oder Einhalt gebietet. Als ich in Bonn in guter Begleitung dann doch nicht in die Maskenausstellung ging, sondern wir durch einen humorvollen Zufall auf eine Reihe Menschen aufmerksam wurden, die sich alle auf den Weg in einen Saal machten, fanden wir heraus, dass dort Sahra (Schreibweise des Vornamens korrigiert)\u00a0 Wagenknecht erscheinen w\u00fcrde im Kontext dort laufender Programme um Goethe herum (hier: Goethe trifft Karl Marx, das Gespr\u00e4ch war mit Manfred Osten). Abgesehen von der exzellenten Einfachheit ihrer klugen Antworten ging es mir anschlie\u00dfend ein bisschen wie mit dem Marienk\u00e4fer. Was war da gewesen? Warum hatte sie aufgeh\u00f6rt? Erinnerungen an Gregor Gysi tauchen auf. Hatte man da nicht auch zuweilen dieses politische Mobbing gesp\u00fcrt, oft ganz unangebracht, weil generell das Akzeptieren Andersdenkender so schwierig ist (?). Aber auch nat\u00fcrliche M\u00e4chte wie Sch\u00f6nheit, gepaart mit Intelligenz, k\u00f6nnen im Wege stehen, ist es doch selten, dass man eine Art eindeutiger Stimnmigkeit wahrnehmen kann, wie zum Beispiel bei Sahra Wagenknecht, die bei ihrem Abgang, umringt von 3 Bodyguards, die sich vorne in der ersten Reihe in gro\u00dfen Abst\u00e4nden voneinander niedergelassen hatten, eine fast and\u00e4chtige Stille hinterlie\u00df, die vermutlich durch die Anwesenheit von etwas Glaubw\u00fcrdigem entstehen kann. Auch Oskar Lafontaine kam in den Sinn. Ein Erinnerungshauch von Krankheit und Nichtmehrk\u00f6nnen lag \u00fcber dem Damals. Immer wissen die Wenigsten, wie und was wirklich passiert ist, und wer es wirklich wissen will. Dann wiederum ist es gut, dass auch etwa oder jemands sich erholen und gesund werden kann. Ein Mensch, ein Tier, eine Pflanze. Und was sind die Auswirkungen, wenn jemand oder etwas von der Bildfl\u00e4che verschwindet. Mit wem teilt man das Scheitern, das Nichtmehrk\u00f6nnen, das Aufgebenm\u00fcssen von nicht mehr Tragbarem. Die langen Strecken des Dunkel. Die Freude an dem pl\u00f6tzlichen Erscheinen einer neuen Saat, einer frischen Daseinsform, die sich manchmal besser anf\u00fchlt\u00a0als das unter Schmerzen Durchgehaltene. Souver\u00e4n &#8211; ein sch\u00f6nes und angemessenes Wort, ein Resultat des gut Durchstandenen und intelligent Durchdachten. Ein Wort f\u00fcr die R\u00fcckkehr zur eigenen Quelle, die in Flu\u00df gebracht werden kann, aber nicht muss.<\/h5>\n<h5>Und ja, der 6.6.! Ich feiere, ganz inkognito nat\u00fcrlich, den dritten Jahrestag meiner Blogeintr\u00e4ge. Ich habe das Datum gegen die Wahrscheinlichkeit des Vergessens mit dem Geburtstag von Hamid gekoppelt, der heute 6 Jahre alt wird und f\u00fcr den ich schon das unsterbliche Lied &#8222;Ich freue mich, dass du geboren bist&#8220; gesungen habe \u00fcber WhatsApp, und der schon genug Deutsch gelernt hat, um die Worte zu verstehen. Er feiert mit seinen Freunden, und ich feiere auch. Immerhin: \u00fcber tausend Eintr\u00e4ge und immer noch Freude am Zusammenspiel. Wem soll ich danken?<\/h5>\n<p>Das mittlere Photo ist ein Ausschnitt der im Au\u00dfen schwebenden Stoffmaske als Teil der Masken-Ausstellung in der Bundeskunsthalle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u00a0 Nanu, dachte ich, das kennst du doch, dieses Tier im Badezimmer. Es war ein Marienk\u00e4fer, lange nicht mehr gesehen, war schon tot. Jede\/r kann, wenn er m\u00f6chte, dem hinterhertrauern, was er oder sie als Verlust empfindet. 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