{"id":7548,"date":"2019-04-20T09:30:08","date_gmt":"2019-04-20T09:30:08","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7548"},"modified":"2019-04-21T05:44:16","modified_gmt":"2019-04-21T05:44:16","slug":"7548","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7548","title":{"rendered":"performen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7549\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190420_0733111-195x300.png\" alt=\"\" width=\"147\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190420_0733111-195x300.png 195w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190420_0733111.png 605w\" sizes=\"auto, (max-width: 147px) 100vw, 147px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7551\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190420_1116201-300x219.jpg\" alt=\"\" width=\"307\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190420_1116201-300x219.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190420_1116201-768x561.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190420_1116201-1024x748.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190420_1116201.jpg 1412w\" sizes=\"auto, (max-width: 307px) 100vw, 307px\" \/><\/p>\n<h5>So, nochmal dasselbe Bild wie gestern, jetzt in Farbe, das andere war wohl ein Kupferstich. Nein, sagte jemand, der Amor bohrt da doch gar nicht den Pfeil hinein, sonder versucht, ihn m\u00f6glichst schmerzlos herauszuholen. Alles an meinem Blick war fl\u00fcchtig gewesen. Auch wenn\u00a0 mich der Name Rubens nicht zum Eintritt in eine Ausstellung oder auf die Kniee zwingt, so sp\u00fcre ich doch, dass\u00a0 dieser Samstag, eingekeilt zwischen zwei bedeutsamen Tagen des christlichen Erinnerungsguts, \u00fcberdacht mit wolkenlosem Himmel, f\u00fcr alle hungrigen Einkaufenden ge\u00f6ffnet, dass eben dieser Tag f\u00fcr mich ganz pers\u00f6nlich geeignet scheint, (m)einen fl\u00fcchtigen Blick auf den heiligen Vorgang zu korrigieren.\u00a0 Eigentlich war ich ja von der erotichen Ausstrahlung gemalter Wunden fasziniert. Wunden sind etwas, die einen fassungslos machen, auch wenn man auf eigene starrt. Keiner rechnet damit, dass eine Wunde erscheint. Auch der heilige Sebastian schaut auf die Wunde, als k\u00f6nne er sie nicht als seine erkennen. Da wollten wieder Menschen etwas vernichten, was f\u00fcr sie selbst nicht zug\u00e4ngig war. Sch\u00f6n w\u00e4r&#8217;s, wenn ein kleines Engelchen herbeieilen w\u00fcrde, um die Pfeile sorgf\u00e4ltig zu entfernen, wei\u00df man doch, dass das kaum auszuhalten ist, oder eigentlich \u00fcberhaupt nicht geht, Was dachte ich denn f\u00e4lschlicherweise? Dass der Amor dem Gepeinigten vermitteln will, wie schmerzhaft die Liebe sein kann? So war es wohl nicht gemeint, und so hat man, ich meine nat\u00fcrlich habe ich, inmitten des kollektiven Einkaufstaumels, noch etwas Wichtiges dazu gelernt. Kazuo Ohno tanzt auf meiner inneren Leinwand zu einem ihm gewidmeten Lied von Anthony (and the Johnsons), dann treten die Butoh T\u00e4nzer auf, gefolgt von einer Gro\u00dfaufnahme, auf der ein dunkelroter Blutstropfen einen Mundwinkel verl\u00e4sst. Der leuchtende Rand eines schwarzen Loches l\u00e4sst sich erkennen. Es wurde geraten, die d\u00fcsteren Assoziationen mit einem schwer erkennbaren, abgrundtiefen Etwas nicht falsch einzusch\u00e4tzen. Das, was Angst machen kann, birgt nicht unbedingt das Erschreckende, sondern auch das Unbekannte, oder das noch nicht Erkannte. Marina Abramovic\u00a0 und das bewusst Entgrenzte.\u00a0 Von der Extremk\u00fcnstlerin Florentina Holzinger wird in einer Beilage der&#8220; Zeit&#8220; berichtet, dass sie und weitere drei Frauen sich w\u00e4hrend einer Performance Spielkarten an den nackten K\u00f6rper tackern. Wenn einen etwas ber\u00fchrt, wird man wachsam. Das Beachten der Form wird zweitrangig, man sp\u00fcrt, wenn die Handlung sich zeigt, die N\u00e4he der Quelle. Es muss schon ein gewisses Etwas geben, damit man die Unruhe eines fl\u00fcchtigen Blickes in sich wahrnimmt und bereit ist f\u00fcr eine neue und erfrischte Sichtweise. Obwohl die Sch\u00f6pfungskraft als eine Gnade erfahren wird, ist sie der Gnade nicht unterworfen, denn letztendlich lernen wir nur von ihr, was sie kann, denn wenn sie nicht kann, was sie ist, dann ist sie auch keine Kunst.<\/h5>\n<p>rechtes Bild: aus der Performance &#8222;Apollon&#8220; von Florentina Holzinger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 So, nochmal dasselbe Bild wie gestern, jetzt in Farbe, das andere war wohl ein Kupferstich. Nein, sagte jemand, der Amor bohrt da doch gar nicht den Pfeil hinein, sonder versucht, ihn m\u00f6glichst schmerzlos herauszuholen. Alles an meinem Blick war fl\u00fcchtig gewesen. 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