{"id":7475,"date":"2019-04-12T09:53:52","date_gmt":"2019-04-12T09:53:52","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7475"},"modified":"2019-04-12T10:00:24","modified_gmt":"2019-04-12T10:00:24","slug":"station","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7475","title":{"rendered":"Station"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7478\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412_0937591-117x300.jpg\" alt=\"\" width=\"160\" height=\"411\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412_0937591-117x300.jpg 117w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412_0937591-399x1024.jpg 399w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412_0937591.jpg 415w\" sizes=\"auto, (max-width: 160px) 100vw, 160px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7476\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412_0935391-213x300.jpg\" alt=\"\" width=\"291\" height=\"410\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412_0935391-213x300.jpg 213w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190412_0935391.jpg 233w\" sizes=\"auto, (max-width: 291px) 100vw, 291px\" \/><\/p>\n<h5>In meiner kargen Witzesammlung (3) ist unversehens einer dazu gekommen (4), der mir gefallen hat. Ich k\u00fcrze etwas: Als der Kosmonaut Gagarin als Erster vom Weltraum zur\u00fcckkkehrte, wurde er von Chruschtschow eingeladen, der alle Anwesenden hinausscheuchte und dann fragte: &#8222;Hast du dort Gott gesehen?&#8220; Gagarin sagte &#8222;Ja!&#8220;. Chruschtschow gab ihm 10.000 Rubel und meinte, das d\u00fcrfe keiner erfahren. Dann wurde Gagarin vom Papst eingeladen, der alle hinausscheuchte und ihn fragte, ob er Gott dort getroffen h\u00e4tte. &#8222;Nein!&#8220; sagte Gagarin, und der Papst gab ihm einen ordentlichen Betrag daf\u00fcr, dass das niemand erfahren d\u00fcrfte. Auch Kennedy lud Gagarin ein, schickte aber niemanden hinaus, sondern fragte so nebenher, ob er Ihn gesehen h\u00e4tte. Gagarin bejahte, und Kennedy meinte, das w\u00e4re ihm eh egal, denn in seinem Land g\u00e4be es ebensoviele Atheisten wie Gl\u00e4ubige. &#8222;Ja&#8220;, sagte Gagarin, &#8222;aber Sie ist schwarz&#8220;. Alle Arten von Toden k\u00f6nnen hinter Witzen lauern, aber manchmal versteckt sich auch ein Phoenix in der Asche. Die Erkenntnis, bei der man sich erf\u00e4hrt, kann kurz und schmerzhaft sein, vielleicht auch schmerzlos, dann kannte man den eigenen Punkt schon vorher, das hilft. Der Witz beinhaltet ja, dass man merkt, dass man sich Gott als schwarze Frau nicht vorstellen kann, das macht klar, dass man sich etwas anderes vorgestellt hat, wor\u00fcber man selbst vielleicht gar nicht viel nachgedacht hat. Ich finde, dass Gott und die Liebe zwei Themen sind, denen man nicht wirklich bewusst ausweichen kann und die in Systemen meist die notwendigen Reflektionen und Erfahrungen ausl\u00f6sen k\u00f6nnen, die es braucht, um zumindest selbst eine Einsch\u00e4tzung gewonnen zu haben, die zu weiteren Richtlinien f\u00fchren kann. Es ist ja nicht so einfach, sich die Dinge selbst zu beantworten, vor allem, wenn man noch nicht zur Quelle gelangt ist, wo ungetr\u00fcbte Kenntnisnahme, zumindest potentiell als Ort der Einsicht, vorhanden ist. Was habe i c h mit den Vorg\u00e4ngen in der Welt und im Haus und in der W\u00fcste und beim Mittagessen zu tun? Wann geht mich etwas an? Wo stehe ich im Weg. Wo ist mein Verhalten unangebracht, obwohl ich es selbst als hilfreich einstufe. Und wenn ich denke &#8222;super, schwarze G\u00f6ttin, her damit&#8220;, dann w\u00e4re der \u00dcberraschungseffekt des Witzes verloren, wenn man die Essenz nicht auf die eigenen Erfahrungen \u00fcbertragen k\u00f6nnte: warum kann jemand nicht sein, wie ich es mir vorstelle oder w\u00fcnsche (dann w\u00e4re doch alles prima), oder ich selbst muss verstehen, warum etwas mit mir passiert, das mich auf die Palme bringt, wie man so sch\u00f6n sagt. Gut, es k9mmt darauf an, wie hoch es einen auf die Palme geschleudert hat, dann ben\u00f6tigt es einige Anstrengungen, um wieder herunter zu kommen. Aber warum \u00fcberhaupt hinauf? Kokosn\u00fcsse? Datteln? Palmwein? Immer wieder findet das Gr\u00fcbeln einen weiteren Lichtstrahl um das schwarze Loch herum. Man denkt, das Licht w\u00fcrde einem hineinleuchten, aber selbst der Laser f\u00fchrt einen manchmal in die Irre, weil man in die falsche Richtung gelasert hat. Manchmal brennt was durch, weil man nicht rechtzeitig heruntergeladen hat. Es kommt auch vor, dass man ohne jegliche Ersch\u00f6pfung sehen kann, dass das L\u00f6sungspotential v\u00f6llig ausgesch\u00f6pft ist. Etwas entspannt sich an der Wurzel des Stammbaums und entl\u00e4sst die schwarze G\u00f6ttin aus der Gefangenschaft innerer Geheimg\u00e4nge. Sie verzichtet freiwillig auf Dantes furchterregende Prophezeiungen und macht sich auf den Weg zu ihren eigenen. In der leeren Raumstation liegen Laub, und Asche, und Federn, die sie freiwillig gelassen hat. Kein Gott weit und breit. Kein Bakschisch. Kein Profit.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 In meiner kargen Witzesammlung (3) ist unversehens einer dazu gekommen (4), der mir gefallen hat. Ich k\u00fcrze etwas: Als der Kosmonaut Gagarin als Erster vom Weltraum zur\u00fcckkkehrte, wurde er von Chruschtschow eingeladen, der alle Anwesenden hinausscheuchte und dann fragte: &#8222;Hast du dort Gott gesehen?&#8220; Gagarin sagte &#8222;Ja!&#8220;. 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