{"id":7470,"date":"2019-04-11T08:45:59","date_gmt":"2019-04-11T08:45:59","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7470"},"modified":"2019-04-11T08:59:23","modified_gmt":"2019-04-11T08:59:23","slug":"make-art","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7470","title":{"rendered":"make art"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7471\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG-20190411-WA00001-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"486\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG-20190411-WA00001-300x225.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG-20190411-WA00001-768x576.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG-20190411-WA00001-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/IMG-20190411-WA00001.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 486px) 100vw, 486px\" \/><\/p>\n<h5>Das Bild kam aus Berlin eingeflogen und landete auf meiner Maschine. Warum darin erm\u00fcden, die g\u00e4ngigen Wunder zu preisen!? &#8222;Make art, not war&#8220;! Das hat mich auf vielfache Weise und vor allem humorvoll angesprochen. Die beiden sch\u00f6nen Pinsel links und rechts etwa, habe ich mir doch erst gestern auch zwei Pinsel gekauft in einem Geb\u00e4ude\u00a0 (K\u00fcnstlerbedarf), in dem sich der Schritt verlangsamt und man gleichzeitig die unendliche F\u00fclle der M\u00f6glichkeiten und ihre nat\u00fcrlichen Begrenzungen wahrnehmen kann und muss. Alle Arten von innerlich mit Kunst besch\u00e4ftigten Menschen wandern friedlich und konzentriert durch die G\u00e4nge, und es erleichert die bereitwillige Ekstase zu wissen, wof\u00fcr man gekommen ist. Obwohl es dann an der Kasse immer teurer wird, als man dachte. Diese geduldigen und hilfsbereiten Menschen an der Kasse, ohne die man sich den Laden gar nicht vorstellen kann, stehen sie doch dort schon seit Jahrzehnten, wissen von unserem Leid, wenn etwas nicht da ist, was man dringend braucht, und oh doch, es ist ja da, man muss es nur suchen und finden. (z.B.ein auslaufendes Schreibger\u00e4t wie der Rapidograph.) Ja, auch Schreibwaren gibt es hier, und leicht f\u00fclleerm\u00fcdet schweift der Blick \u00fcber all die leeren B\u00fccher, in die man weitere Existenzwahrnehmungen einflie\u00dfen lassen k\u00f6nnte, w\u00fcrde es der Zeitteppich erlauben. Beim Zahlen sage ich zu dem freundlichen Gentleman, wie gerne ich nur in diesem Laden gerne einen Tausender fl\u00fcssig h\u00e4tte statt einem F\u00fcnfziger unter Kontrolle der Leidenschaften, aber er meint, ein Tausender w\u00fcrde genauso schnell dagingehen wie der F\u00fcnfziger. Drau\u00dfen bl\u00fchen ein paar Kirschb\u00e4ume, unter deren dichter Bl\u00fcte man sich erholen kann. Make art, not war! Auch &#8222;Make love, not war&#8220; war ziemlich albern, da damals niemand wirklich gereift genug sein konnte, um zwischen Lovemaking, Sex und Missbrauch usw. zu unterscheiden. Nicht, dass solcherart geheime Reifungen einem wirklich kundgetan werden k\u00f6nnten, aber man kann davon ausgehen, dass da, wo Liebe auftauchen konnte, die Machart nicht so viel Kopfzerbrechen bereitete. Und eine Hoffnung zu hegen, dass Menschen, die bereit sind, in einem Krieg mitzumachen, sicherlich weniger an der Kunst des Lovemakings, oder, noch einfacher, an der Kunst des Liebens interessant waren und sind, merkt man doch erst, wenn man sich in die ungewisse N\u00e4he der Vorhandenheiten wagt, wie komplex alles sein kann, und wie g\u00e4nzlich unerforschbar es sich oft zeigt. Und doch ist etwas Wesentliches passiert: Alle haben sich damit auseinander setzen m\u00fcssen, weil es unumg\u00e4nglich war, sich damit auseinanderzusetzen. Ich fand auch die smartphonebesessenen Inder albern, die behaupteten, von der Me-too-Debatte nie geh\u00f6rt zu haben.\u00a0 \u00a0Nun also die anregende Variante des Spruches: Make art, not war. Den beirrenden Pfad nicht einschlagend, wo sich die nie zu beantwortende Frage, was Kunst denn sei, wieder kurz vor einem aufbauen m\u00f6chte, lasse ich den Raum entstehen, in dem diese Frage (vor\u00fcbergehend) zur Ruhe kommen kann. Ein leeres Blatt Papier, eine Leinwand, ein Stift, ein Pinsel, und die Bereitschaft mir selbst gegen\u00fcber, etwas auszusagen \u00fcber mich, das ich erlauschen und erkunden, und erh\u00f6ren kann, und obwohl es nur aus meiner eigenen Quelle kommen kann, kein Zweifel, h\u00e4ngt auch diese Quelle ganz und gar von jeder einzelnen Einstellung ab, die sich aus ihr geformt und wieder zu ihr zur\u00fcckgeflossen ist. Kein Zweifel, ich bin es, und m\u00f6gen die K\u00fcnste sich wohl f\u00fchlen bei mir, denn ich respektiere sie alle. Es kann schmerzen, wenn einem etwas so gar nicht gef\u00e4llt (unabh\u00e4ngig vom Kunstzirkusbetrieb), aber wie kann es anders sein!? Und was macht es zur Kunst, und was auf keinen Fall. Und wo und wann muss das zutiefst Pers\u00f6nliche ganz und gar vorhanden sein, damit der Vorgang einer Transzendenz \u00fcberhaupt stattfinden kann. Make art, not war. Durchaus.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Das Bild kam aus Berlin eingeflogen und landete auf meiner Maschine. Warum darin erm\u00fcden, die g\u00e4ngigen Wunder zu preisen!? &#8222;Make art, not war&#8220;! Das hat mich auf vielfache Weise und vor allem humorvoll angesprochen. 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