{"id":7466,"date":"2019-04-10T07:25:52","date_gmt":"2019-04-10T07:25:52","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7466"},"modified":"2019-04-10T07:25:52","modified_gmt":"2019-04-10T07:25:52","slug":"waehlen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7466","title":{"rendered":"w\u00e4hlen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7467\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190409_1625491-300x202.jpg\" alt=\"\" width=\"374\" height=\"252\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190409_1625491-300x202.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190409_1625491-768x518.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190409_1625491-1024x690.jpg 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/20190409_1625491.jpg 1469w\" sizes=\"auto, (max-width: 374px) 100vw, 374px\" \/><\/p>\n<h5>Es ist doch eine Besonderheit des Menschen, dass er die M\u00f6glichkeit hat, sein Schicksal zu w\u00e4hlen. Und auch, dass er das nicht unbedingt muss. Und oft sieht es so aus, als dass er es nicht kann. Auch die scheinbar ausweglosesten Situationen gehen vor\u00fcber, und ob Menschen bewusst oder unbewusst ihr Schicksal ertragen oder w\u00e4hlen, h\u00e4ngt wohl eher von einer Entscheidung ab, die ein Mensch zumindest f\u00e4llen kann, auch wenn er nicht muss. Als sich die Lebensweise in Indien in den letzten Jahren drastisch ver\u00e4nderte und das aufgetauchte Leid noch keinen Namen hatte, h\u00f6rte ich \u00f6fters den Satz &#8222;That&#8217;s life&#8220;. Ich begann zu sagen &#8218;Nein, das ist doch nicht das Leben, das seid ihr, ihr k\u00f6nnt es doch \u00e4ndern&#8216;.\u00a0 Aber davon war gar nicht die Rede. Die Rede formte sich in die Richtung, dass die von Fremden eingeschleppten Untugenden sich rasant ausbreiteten und dabei waren, den Hinduismus zu vergiften. Die halbnackten Frauen, die Fleischesser, die Pornobringer. Dabei konnte man ganz klar sehen, wie sie f\u00fcr das Geld anfingen, die Touristen mit allem zu bedienen, was sie wollten. Immer noch sind im Dorf offiziell Fleisch, Fisch, Eier als Nahrung verboten, auch Alkohol, aber man kann m\u00fchelos alles bestellen, was das s\u00fcchtelnde Herz begehrt. Es geht da gar nicht um eine Wahl, sondern um die neue Erf\u00fcllung des Begehrens. Es sind auch die Foreigners, die gew\u00e4hlt haben, in die Meditationspraktiken zu gehen, da das Ger\u00fccht weit verbreitet ist, dass man die optimale Schicksalsformung in Indien lernen kann. Wenn das dunkle Zeitalter f\u00fcr euch so schwierig geworden ist, sage ich manchmal zu befreundeten Indern, warum wendet ihr dann nicht euer eigenes Wissen an, das f\u00fcr diese Zeit von euren vedischen Lehrern vorgedacht wurde. Aber das geht ja nicht, weil keiner mehr wei\u00df, wann es aufgeh\u00f6rt hat, das ber\u00fchmte Wissen, f\u00fcr irgend jemanden zu funktionieren. Wie soll ein Wissen sich umsetzen k\u00f6nnen, wenn ich mich nur an die Worte erinnere. Und obwohl es auch immer mehr Frauen gelingt, eigene Entscheidungen f\u00fcr ihr Leben zu f\u00e4llen, ist es noch immer m\u00fchsam genug, \u00fcberhaupt zu verstehen, dass ein Mensch sich nur unter seinem und ihrem freien Willen \u00fcberhaupt entwickeln kann. Und auch wenn es immer klarer wird, dass wir alle an unseren Gef\u00e4ngnissen mitbasteln, so ist es doch als inneres Wissen noch nicht klar genug, dass geistige Freiheit das ist, was wir zur Verf\u00fcgung haben, und jeder kann an dieser Gegebenheit teilnehmen, soviel man m\u00f6chte, und so viel man kann und will, denn die Wahl, was ich damit mache, ist doch wohl meine: wieviel Schatten, wieviel Licht, welche K\u00fcnste, welche Dosierungen erstrebenswert erscheinen oder nicht. Was braucht es, um diesem kosmischen Klangk\u00f6rper angemessene Resonanz geben zu wollen: was m\u00f6chte ich sagen, wie sein? Und welche gedanklichen Spuren m\u00fcssen immer mal wieder neu bedacht werden, damit man nicht in die Gewohnheit des Menschseins gelangt und vor lauter Gew\u00f6hnung vergisst, dass es auch anders geht, dass man w\u00e4hlen kann. Und dass der, der kann, auf jeden Fall soll, denn da entscheidet sich doch vielleicht \u00fcberhaupt erst das Menschsein vom Mensch sein. Und ist es nicht die Freiheit des Ganzen, die in wahres Staunen versetzt. Damit man dann vielleicht wei\u00df, warum man hier war. Und vielleicht nicht.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist doch eine Besonderheit des Menschen, dass er die M\u00f6glichkeit hat, sein Schicksal zu w\u00e4hlen. Und auch, dass er das nicht unbedingt muss. Und oft sieht es so aus, als dass er es nicht kann. 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