{"id":7371,"date":"2019-03-26T09:47:04","date_gmt":"2019-03-26T09:47:04","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7371"},"modified":"2019-03-26T09:47:04","modified_gmt":"2019-03-26T09:47:04","slug":"verdauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7371","title":{"rendered":"verdauen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7372\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/20190325_1958401-300x295.jpg\" alt=\"\" width=\"361\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/20190325_1958401-300x295.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/20190325_1958401-768x756.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/20190325_1958401.jpg 1021w\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px\" \/><\/p>\n<h5>Auf Hindi gibt es einen Gru\u00df, der wie &#8222;wie geht&#8217;s dir?&#8220; klingt und auch so gemeint ist, wobei die Nachfrage um die Verdauuung geht. Beides ist meist nicht wirklich ernst gemeint, weshalb wir uns alle angew\u00f6hnt haben &#8222;gut&#8220; zu sagen. Die ernsthaften Antworten m\u00fcssten ja auch etwas Zeit in Anspruch nehmen, und wer hat schon tiefes Interesse an der Verdauung der Anderen, wo man selbst erh\u00f6hte Aufmerksamkeit auf die Beantwortung der Frage lenken m\u00fcsste, um die eigene zu kennen. K\u00f6rperlich kommt man da ja in strenge Gefilde, weil heutzutage kaum jemand den Informationen ausweichen kann, die sich mit dem befassen, was f\u00fcr den komplexen Mechanismus des K\u00f6rpers geeignet ist und was nicht. Gleichzeitig werden auf allen Ebenen und Kan\u00e4len die S\u00fcchte gesch\u00fcrt, und vielleicht verbucht der Veganismus zur Zeit auch deshalb so einen gl\u00e4nzenden Erfolg, weil er die Ausrichtung auf eine immense Vielfalt einfacher macht. Und der Wunsch nat\u00fcrlich nach geordneten Verh\u00e4ltnissen inmitten des fraglosen Chaos, m\u00fchsam geb\u00fcndelt durch das illusionsbeladene Gespinst demokratischer Vorstellungen, die von PolitikerInnen ausgehandelt werden. Noch komplexer, bzw genauso komplex ist es mit der geistigen Verdauung, auch einen Gru\u00df wert: wie geht&#8217;s denn heute der Verdauung im Kopf? Da ich Zeugin war beim Eintrudeln der Fernseher in den\u00a0 indischen Familien, kann ich auch bezeugen, wie zutiefst ersch\u00fctternd die Wirkung davon war. Auch heute erstaunt mich noch, dass es f\u00fcr jeden Menschen als selbstverst\u00e4ndlich gesehen wird, einen Fernseher als Grundausr\u00fcstung zu haben. Nicht dass sie, die Flatscreen, in unserem Haushalt fehlt, nein, sie steht im G\u00e4stezimmer und man muss sich entscheiden, ob man dort hinwill, wo die vielen Sender leichter zug\u00e4nglich sind als an den einzelnen Apparaten, bei denen man immerhin selber entscheiden und w\u00e4hlen muss, was man sich hereinzieht in die innere Dom\u00e4ne. Auch wenn man ein\/e Liebhaber\/in von guten Filmen ist, wird man nicht gerade verw\u00f6hnt auf Knopfdruck. Neulich in Indien blieb ich mal mit der Tochter meines dortigen Hausbesitzers an einem millionenschweren Historien-Streifen h\u00e4ngen, der in der Zeitung einigen Tumult ausgel\u00f6st hatte wegen angeblich geschichtlich nicht pr\u00e4ziser Wiedergabe . Es war schwer, sich von diesem hirnverbrannten Prunk zu l\u00f6sen, von dem ganzen Aufwand um einen tyrannischen Egomanen, der unbedingt die sch\u00f6ne Rajputenfrau wollte, am Schluss aber dann doch nicht bekam. Gut, was soll&#8217;s und was geht&#8217;s mich an. Noch nachts donnerten und tosten die Bilder durch meine Innenwelt, ich bedauerte kurz, aufgestanden zu sein in Schinkenmitte und nun nicht zu wissen, wie es ausgeht. Obwohl ich die Story schon vor Ort geh\u00f6rt hatte, wo sie einst wohnte, die Allersch\u00f6nste der Sch\u00f6nen, und dort konnte man auch an den W\u00e4nden die roten Handabdr\u00fccke sehen, die einem erz\u00e4hlen, dass hier Frauen durch Selbstverbrennung dem W\u00fcstling entkommen sind. Wenn man mit Anderen \u00fcber diese Eindr\u00fccke sprechen kann, kommt man auch darauf, was man selbst erlebt hat. Oder man hat nur abgeh\u00e4ngt. Oder dachte auch mal wieder, dass so Entspannung entstehen kann, und kann es ja auch, wenn es nicht f\u00fcr alle von allem st\u00e4ndig Nachschub g\u00e4be. Wie kann ein Gehirn bei aller hohen Kapazit\u00e4t noch wissen oder erfassen, was es selbst denkt, wenn es f\u00fcr die geistige Verdauung kaum Pausen gibt.\u00a0 Wenn st\u00e4ndig Ungefiltertes dazukommt, das einen letztendlich gar nichts mehr angehen kann, weil gar keine Synapsen mehr zur Verf\u00fcgung stehen f\u00fcr eigenes Denken und Wahrnehmen bei all dem Input. Den Verdauungsst\u00f6rungen. Der selbst erschaffenen und g\u00fcnstigerweise m\u00fchelos gewordenen Ordnung des eigenen Kenprogramms, an dem ich mich ausrichten kann. Der an Gewohnheiten und dem Vorgegebenen gebundene Zeitvertreib war sicherlich schon immer etwas, was sich nicht so gut auswirkte auf die Psyche. Um der Zeitvertreibsseuche kreativ entgegen zu wirken, braucht man ein Instrument, eine R\u00fcckgratsst\u00e4rkung, oder einen guten Lehrer (M\u00f6gen sie weiterhin gedeihen und nicht zu viel Unheil anrichten in den von fremdem Wissen Gebannten.). Ansonsten sind wirksame Mittel bekannt sowohl gegen die Zerstreutheit als auch gegen den Workaholismus, denn in der Tat: die Stunden vergehen schneller als man gewiillt ist, die Fl\u00fcchtigkeit des kostbaren Daseins zu begreifen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Hindi gibt es einen Gru\u00df, der wie &#8222;wie geht&#8217;s dir?&#8220; klingt und auch so gemeint ist, wobei die Nachfrage um die Verdauuung geht. Beides ist meist nicht wirklich ernst gemeint, weshalb wir uns alle angew\u00f6hnt haben &#8222;gut&#8220; zu sagen. 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