{"id":7234,"date":"2019-03-08T18:22:04","date_gmt":"2019-03-08T18:22:04","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7234"},"modified":"2019-03-08T18:24:29","modified_gmt":"2019-03-08T18:24:29","slug":"frauennachdenktag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7234","title":{"rendered":"Frauennachdenktag"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7235\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/IMG-20190308-WA0000-231x300.jpg\" alt=\"\" width=\"393\" height=\"510\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/IMG-20190308-WA0000-231x300.jpg 231w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/IMG-20190308-WA0000-768x997.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/IMG-20190308-WA0000-789x1024.jpg 789w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/IMG-20190308-WA0000.jpg 986w\" sizes=\"auto, (max-width: 393px) 100vw, 393px\" \/><\/p>\n<h5>Als dieses Bild heute aus Indien zu mir hereinwehte, musste ich herzlich lachen, denn man kann es wirklich nur mit dem wohltuenden Humor, der sich dort auch neue R\u00e4ume sucht und findet, betrachten und verstehen. Nun soll, so h\u00f6re ich, der Weltfrauentag ein Feiertag werden, und ich bin froh, nicht unter Meinungsbildungsdrang-und zwang zu stehen. Auch Nachdenkvorschriften finde ich schwierig, und auch, dass M\u00e4nner an ihrem Tag tun, was M\u00e4nner angeblich so tun, wenn sie zusammenkommen. Nun war ich selbst ja unterwegs von Ost nach West, und unabh\u00e4ngig von ganz pers\u00f6nlichen Erfahrungen und Befindlichkeiten im Kontext des Kriegerischen, das sich zwischen Indien und Pakistan abzeichnete, aber auch im Einklang mit ihnen, \u00fcberraschte mich doch die Stimme des Piloten im Flugzeug, die uns verk\u00fcndete, dass die Flugbahn seit der politischen Krise ver\u00e4ndert werden musste und zeitlich um zwei Stunden verl\u00e4ngert werden w\u00fcrde. 10 Stunden in so einem metallischen Riesenvogel sind eine wahre Tortur f\u00fcr K\u00f6rper und Geist, und man erinnert sich immer mal wieder gerne an die Indianer, die nach einer Zugreise auf dem Bahnsteig sa\u00dfen, bis ihre Seele sie wieder eingeholt hatte, was man hier Jetlag nennt, also der Umgang mit einem verheerenden Zustand, ausgel\u00f6st durch rasende Alldurchquerung, und die M\u00fche, wieder bei sich anzukommen. Man kann diesen Allflug auch genie\u00dfen, aber es gelingt nicht immer. Ein alter Herr aus der Sikh Community, der neben mir sa\u00df mit seiner Frau, meinte, wenn wir \u00fcber Pakistan fliegen w\u00fcrden, k\u00f6nnten die uns abknallen. Das macht die extra zwei Stunden Umweg nicht leichter. Das schale Essen, die schreienden Kinder, die nicht mehr aushalten, was wir aushalten m\u00fcssen mit einiger Haltung. Dieses Geflimmere von Hunderten von Filmen, je ein Film im Nacken des Anderen. Obwohl die Bildschirme auf meiner Sitzreihe dunkel bleiben, sehe ich im Fenster des Vordersitzes einen Kriegsfilm leicht verzerrt ablaufen. Der Sikh zeigt mir Photos aus seiner Familie auf seinem Smartphone. Er spricht schwer verstehbares Deutsch, wohnt schon seit Jahrzehnten in Frankfurt, Kinder und Enkel haben dort studiert. &#8222;So ein Schei\u00df!&#8220; sagt er zu der noch immer schwelenden Kriegsgefahr zwischen Indien und Pakistan. Seine Frau sitzt schweigend da, schwer mit Schwarz und Goldbesticktem behangen. Ich frage ihn, ob ihr festgebundenes Tuch am Kopf auch eine Bedeutung hat, und er erkl\u00e4rt mir, dass sie vom heiligen Wasser gesegnet wurde, und danach darf das Tuch niemals mehr abgenommen werden. Auch nachts, frage ich? Ja, 24 Stunden Tuch von da an. Ich war auch mal in Hemkund, wo das heilige Wasser ist, und habe dort auch im eiskalten Wasser ein Blitzbad genommen, weil man deswegen in Hemkund ist. Zum Gl\u00fcck musste ich kein Tuch danach tragen. Erstaunlich, was Menschen sich ausdenken und sich antun, nur, um irgendwo zugeh\u00f6rig zu sein. Deswegen darf einen, wenn man m\u00f6chte, der Frauentag nachdenklich machen. Und auch der Tag danach.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als dieses Bild heute aus Indien zu mir hereinwehte, musste ich herzlich lachen, denn man kann es wirklich nur mit dem wohltuenden Humor, der sich dort auch neue R\u00e4ume sucht und findet, betrachten und verstehen. 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