{"id":7168,"date":"2019-02-27T02:52:44","date_gmt":"2019-02-27T02:52:44","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7168"},"modified":"2019-02-27T03:59:41","modified_gmt":"2019-02-27T03:59:41","slug":"erhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7168","title":{"rendered":"erhalten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6993\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190131_144423-183x300.png\" alt=\"\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190131_144423-183x300.png 183w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190131_144423-768x1257.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190131_144423-626x1024.png 626w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190131_144423.png 818w\" sizes=\"auto, (max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6992\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190131_144511-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190131_144511-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190131_144511-768x1360.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190131_144511-578x1024.jpg 578w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190131_144511.jpg 798w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/p>\n<h5>Es war, wie wenn sich auf einmal eine Dunkelheit ausbreitete und wir alle auf irgendeine Weise, vielleicht der momentanten Befindlichkeit entsprechend, damit in Ber\u00fchrung kamen. Als ich vom See zur\u00fcckkehrte und kurz danach noch einmal hinausging, um mein Phone an einem kleinen Kiosk aufladen zu lassen f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate, setzte sich ein Mann mit einem Koffer neben mich, der mir irgendwie bekannt vorkam. Er wartete offensichtlich, bis es bei mir klickte, aber es klickte nicht, stellte sich aber heraus, dass er vor vielen Jahren schon einmal hier war und ein guter Freund des Mannes war, mit dem ich ein paar Jahre in Kathmandu zusammengelebt hatte, und damals dabei war, mein Leben neu zu gestalten. Nun sa\u00df hier dieser Mensch wie ein Gepenst aus vergangener Zeit und begann, mir eine Geschichte nach der anderen zu erz\u00e4hlen mit der Frage, ob ich mich erinnere. Er hatte unendlich viele Erz\u00e4hlungen \u00fcber mich auf Lager und sagte, ich w\u00e4re selbst in New York in K\u00fcnstlerkreisen eine Legende. Das konnte ich erheiternd finden, in irgendwelchen K\u00f6pfen eine Legende zu sein. Inzwischen war die Nachricht von der Bombardierung der indischen Armee in Pakistan durchgedrungen. Die M\u00e4nner waren guter Laune, werden Hindus doch h\u00e4ufig von Muslimen alg kampfunf\u00e4hige Schw\u00e4chlinge gesehen.\u00a0 Dann wurde ich pl\u00f6tzlich in das naheliegende Hotel einer mir bekannten Familie gerufen, um dort eine junge Israelin davon abzuhalten, aus dem Fenster zu springen. Das Zimmer war im zweiten Stock, und als ich sie zur\u00fcckdr\u00e4ngte vom Fenster, blickte ich unten auf eine Menge aufgeregter Gesichter, die halb hofften, halb f\u00fcrchteten, dass es ihr gelingen k\u00f6nnte. Im Zimmer waren \u00fcberall Scherben und Blutstropfen. Sie fand ihr Leben wertlos und sah keinen Sinn darin, es weiter zu bewohnen. Nach ein paar Stunden wusste ich, dass hier professionelle Hilfe gefragt war, und es fand sich ein angenehmer junger Mann, der auf dem Heimweg nach Israel war und sich bereit erkl\u00e4rte, sie dorthin zu begleiten. Als sie durch ein organisiertes Beruhigungsmittel in Schlaf fiel, ging ich zu meiner Freundin Lali, um bei einem Chai selbst etwas zu entspannen. Sie war aber noch angespannter als ich, denn in ihrer Familie wurde gerade entdeckt, dass die Frau ihres Neffen Gift gekauft hatte und sagte, sie wolle ihre Kinder damit umbringen. Endlich konnte der Vater bewegt werden, die Einweisung in eine Anstalt f\u00fcr m\u00f6glich zu halten. Ich fing an zu frieren. Von \u00fcberall her schien ein kalter Wind zu wehen, der kalte Wind menschlichen Leidens, das einen so oft ohnm\u00e4chtig verstummen l\u00e4sst. Ich fand vor allem am Abend des schwer wiegenden Tages ber\u00fchrend, dass alle indischen Frauen, die ich n\u00e4her kenne, mit mir Kontakt aufnahmen, weil sie wegen der politischen Entwicklung besorgt sind. Ich dachte an den Begriff des Papstes, den er durch die Reden einiger Frauen bei der Anti-Missbrauchskonferenz gefunden hatte und ihn als &#8220; Mysterium des Weiblichen&#8220; pr\u00e4gte. Vielleicht ist in der Tat das Mysterium des Weiblichen, das sich durchaus auch in M\u00e4nnern manifestieren kann, dass wir uns sorgen um den Erhalt des Lebendigen, denn\u00a0 wenn es zerst\u00f6rt wird, ist alles verloren. Dann wei\u00df man nicht mehr, was oder wer nur noch herumgeistert, und was oder wer noch am Leben aktiv beteiligt ist mit dem ausgerichteten Willen, diese Kostbarkeit vorhandener Zeit wertsch\u00e4tzend zu erhalten und zu gestalten, f\u00fcr jedes Lebewesen, und auch f\u00fcr sich selbst.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Es war, wie wenn sich auf einmal eine Dunkelheit ausbreitete und wir alle auf irgendeine Weise, vielleicht der momentanten Befindlichkeit entsprechend, damit in Ber\u00fchrung kamen. 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