{"id":7161,"date":"2019-02-26T05:14:59","date_gmt":"2019-02-26T05:14:59","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7161"},"modified":"2019-02-27T03:58:22","modified_gmt":"2019-02-27T03:58:22","slug":"7161","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7161","title":{"rendered":"Kriegsgel\u00fcste"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7163\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190226_091409-1-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"341\" height=\"487\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190226_091409-1-210x300.jpg 210w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190226_091409-1-768x1097.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190226_091409-1-717x1024.jpg 717w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190226_091409-1.jpg 958w\" sizes=\"auto, (max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/p>\n<h5>Seltsam, sich (mich) in einem Land aufzuhalten, dessen Bev\u00f6lkerung\u00a0 gerade Kriegsgespr\u00e4che f\u00fchrt, die nicht viel von hoher Diplomatie ahnen lassen, sondern eher begleitet vom Druck, endlich ein anderes Land auszul\u00f6schen, das vielen ein Dorn im Auge war und ist, n\u00e4mlich Pakistan. Die &#8222;b\u00f6sen&#8220; Pakistanis. In einer befreundeten Familie treffe ich einen der Br\u00fcder, der mir erkl\u00e4rt, sie br\u00e4uchten jetzt Krieg, das Ma\u00df sei voll. Ich versuche zu scherzen und dr\u00fccke meine Hoffnung aus, noch rechtzeitig aus dem Land zu kommen, bevor das, was er sich ertr\u00e4umt, losgeht. Oh, keine Sorge, sagt er, das dauert keine f\u00fcnf Minuten, dann gibt es kein Pakistan mehr. Eine Bomben-L\u00f6sung also, die mich fassungslos zur\u00fcckl\u00e4sst. Es nagt an mir, und so gehe ich heute fr\u00fch zur\u00fcck. Er ist gerade aufgestanden und w\u00e4scht seine H\u00e4nde. Hast du schon mal dran gedacht, dass bei deiner &#8222;L\u00f6sung&#8220; eine Menge Frauen und Kinder sterben werden?, frage ich. Nat\u00fcrlich werden auch eine Menge M\u00e4nner sterben, vor allem auch welche, die alles andere wollen als ausgel\u00f6scht werden von einer weiteren Zusammenballung des kollektiven Wahnsinns, so als h\u00e4tte man die Folgen davon nicht schon gn\u00fcgend beobachten d\u00fcrfen. Es zeigt doch vor allem die Hilflosigkeit und den Unwillen einiger Menschen, um nicht M\u00e4nner zu sagen, sich ernsthaft mit den seit Jahren brodelnden Spannungen auseinander zu setzen. Mit den Religionen vor allem und ihren unverr\u00fcckbaren Gesetzen etc., aber ach!, schon breitet sich eine Komplexit\u00e4t aus wie ein F\u00e4cherwerk aus Spinnweben, immer wieder neu geflickt, immer wieder neu erfunden, immer wieder neu in die Irrg\u00e4rten des menschlichen Geistes getrieben. Das Komplexe, das nicht nach Klarheit verlangt, sondern eine Anh\u00e4ufung wird von politischen Druckmitteln, wo es um Macht geht und nicht um Menschenleben. Die Vorstellung, dass gerade Indien, das Land, wo wir alle hingepilgert sind wegen seiner archaischen\u00a0 bzw. anarchischen Gelassenheit, dass gerade dieses Indien mit der langen Liste der Friedenswilligen- und k\u00e4mpfer, wenn auch auf seltsame Arten und Weisen, dass diese Hindus also tats\u00e4chlich bereit w\u00e4ren, einen Krieg zu f\u00fchren, das ist schon einen Gedanken wert. Es gab schon einmal einen Krieg zwischen Indien und Pakistan, er dauerte zum Gl\u00fcck nur 5 Tage. Ich sa\u00df im Goldenen Tempel von Amritsar, wo ein blinder Mann sch\u00f6ne Lieder sang, und das Gold des Tempeldaches war wegen des Vollmondes verhangen mit Sackleinen. Ich war entspannt damals und dachte na ja, wenn&#8217;s denn jetzt sein soll, dann wenigstens am Wasser der Unsterblichkeit sitzend in Begleitung der sch\u00f6nen S\u00e4ngerstimme. Jetzt will ich nicht von so einer grenzenlosen Dummheit einiger Weniger mir mein kostbares Schicksal k\u00fcrzen lassen, aber aufgeregt bin ich jetzt auch nicht. Besser, es gab Alarmbereitschaft auf den Flugh\u00e4fen, dann sind wenigstens nicht alle beim Teetrinken oder ein bisschen eingenickt, wie man es dort unter Dienstleistern oft beobachten kann. Aber auch wach: was sollen sie machen, und was sollen w i r machen, die wir danach dann mit Air India \u00fcber Pakistan fliegen. Das Wort &#8222;Shanti&#8220;, Frieden, war eines der beliebtesten Worte der Inder. Sie waren stolz auf ihr Shanti-Sein, und es gibt auch noch viele, die beunruhigt auf das Nicht-Shanti-Sein schauen, so als h\u00e4tte es sich eingeschlichen als ein Virus, der auch gerne mal mit westlichem Einfluss verbunden wird. Eine Krankheit, die man nicht wollte, die aber jetzt da ist, weil man selber ein Nutznie\u00dfer davon wurde. So spielen Macht und Geld im Kinderzimmer des Menschseins weiterhin eine gro\u00dfe Rolle. Jetzt sitzen schon Sechsj\u00e4hrige da und jauchzen erfreut auf, wenn sie in ihrem Spiel auf dem Smartphone des Vaters einen Menschen umgelegt haben, wie ich beim Butter-Einkauf beobachten konnte.<\/h5>\n<h6>Das ist ein Nachtrag: war gerade drau\u00dfen und habe geh\u00f6rt, dass Indien heute fr\u00fch um 3 Uhr Ziele in Pakistan gebombt hat&#8230;Stolze Gesichter. Ich bin erschrocken.<\/h6>\n<p>Das Bild oben war ein termitenzerfressenes Teil, das ich unterwegs\u00a0 wegen der sch\u00f6nen blauen Krone mitgenommen habe und es mit meinem Indigo etwas neu gestalten wollte. Es blieb aber dunkel und passt ganz gut zu den verhangenen Gef\u00fchlen, die den Islam umkreisen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seltsam, sich (mich) in einem Land aufzuhalten, dessen Bev\u00f6lkerung\u00a0 gerade Kriegsgespr\u00e4che f\u00fchrt, die nicht viel von hoher Diplomatie ahnen lassen, sondern eher begleitet vom Druck, endlich ein anderes Land auszul\u00f6schen, das vielen ein Dorn im Auge war und ist, n\u00e4mlich Pakistan. Die &#8222;b\u00f6sen&#8220; Pakistanis. 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