{"id":7147,"date":"2019-02-25T01:35:26","date_gmt":"2019-02-25T01:35:26","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7147"},"modified":"2019-02-25T02:19:37","modified_gmt":"2019-02-25T02:19:37","slug":"koennen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7147","title":{"rendered":"k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7151\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_172719-85x300.jpg\" alt=\"\" width=\"101\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_172719-85x300.jpg 85w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_172719-289x1024.jpg 289w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_172719.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 101px) 100vw, 101px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7148\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_171820-217x300.png\" alt=\"\" width=\"258\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_171820-217x300.png 217w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_171820-768x1064.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_171820-739x1024.png 739w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_171820.png 972w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7150\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_172642-85x300.jpg\" alt=\"\" width=\"101\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_172642-85x300.jpg 85w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_172642-290x1024.jpg 290w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_172642.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 101px) 100vw, 101px\" \/><\/p>\n<h5>Als ich gestern irgendwo diesen Satz von Anna Achmatowa las, war ich ber\u00fchrt von der Tiefe dieser einfachen Antwort. Erst sp\u00e4ter fiel mir ein, dass ich die dazugeh\u00f6rige Geschichte schon einmal gelesen oder geh\u00f6rt hatte, und habe sie dann auch gefunden. Mit einem Freund sprach ich sp\u00e4ter am Telefon \u00fcber die Sch\u00f6nheit und G\u00fcte, die manche Menschen ausstrahlen k\u00f6nnen, wenn sie einem Grauen begegnet sind, das keinerlei Hoffnung mehr zul\u00e4sst, und dann, eines Tages, nach all dem, was nie vergessen werden kann,\u00a0 sie vielleicht\u00a0 wieder einen Vogel singen h\u00f6ren, oder sie lassen sich wieder ein auf das Wagnis,\u00a0 einem Menschen zu trauen, weil sie nicht anders k\u00f6nnen. Vor ein paar Tagen war ich bei Shivani zu Besuch, sie vermietet 5 Zimmer an Reisende. Ein\u00a0 alter, w\u00fcrdig wirkender Mann aus Israel, der mit seinem Sohn unterwegs war, kam zu meiner \u00dcberraschung auf mich zu und fragte mich, wo ich herkomme. Ich merkte, wie es (mir) unm\u00f6glich war,&#8220;Deutschland&#8220; zu sagen, ohne ihm zu vermitteln, wie dankbar ich bin, in diesem Dorf Menschen aus Israel zu treffen, um vielleicht\u00a0 wieder gemeinsame Erfahrungen machen zu k\u00f6nnen mit einem menschlichen und achtsamen Umgang. Er erz\u00e4hlte mir, dass er jedes Land in Europas bereist hat, aber niemals mehr einen Fu\u00df nach Deutschland setzen w\u00fcrde. Ich h\u00e4tte gerne mehr mit ihm geredet, aber es wurde auf eine unheimliche Weise klar, dass trotz einer W\u00e4rme, die sich durchzusetzen versuchte, ein Gespr\u00e4ch nicht wirklich m\u00f6glich war. \u00dcber den Holocaust? Kann man dar\u00fcber reden? Viele haben dar\u00fcber geredet, viele haben dann doch noch Worte finden k\u00f6nnen. Immer wieder bemerke ich, dass ich Menschen anrege, Worte zu finden f\u00fcr das, was innen in ihnen vorgeht. Wie kann man sich kennen lernen, wenn man nicht Wege und Pfade sucht und findet, die zumindest in die N\u00e4he des eigenen Aufenthalts f\u00fchren, sodass man \u00fcber das eigene Denken und die eigene Sprache etwas von sich und den Anderen erf\u00e4hrt. Auch Liebe, finde ich, hat etwas N\u00fcchternes an sich. Man nimmt sich ernst gegenseitig und will verstehen, wie und wer der oder die Andere ist. Diese M\u00fche, sich selbst treu zu sein, und auch den anderen Menschen sich treu sein lassen, das ist ja vielleicht die Bedeutung des Wortes Auseinandersetzung, die einem erm\u00f6glicht, den Anderen in seinem oder ihrem eigenen Licht zu sehen, und nicht gef\u00e4rbt von der eigenen Vorstellung. &#8222;Ja, ich kann das&#8220;, sagte Anna Achmatowa so klar und sicher auf die Frage der Frau, die im starren Schrecken dieser Situation kurz wieder zum Leben erwachte. Da ist jemand, der es ausdr\u00fccken kann. Der Worte findet f\u00fcr das Unsagbare. Man vermutet es kaum, dass es genauso schwer ist mit dem Sch\u00f6nen und Guten auf der Erde. Wie Nelson Mandela in seinen ber\u00fchmten S\u00e4tzen sagte, dass wir noch nicht einmal wissen, wie das geht. Und uns so oft beunruhigen lassen von den dunklen Geschehnisse auf diesem Planeten,\u00a0 und eben auch nicht wissen, wie wir den unermesslichen Reichtum beschreiben k\u00f6nnen, in dem wir uns t\u00e4glich bewegen, in der Grundausstattung der B\u00fchne sozusagen: B\u00e4ume, Himmel, Wasser und Luft. (Sterne, Meere, Wolken, Tiere, Menschen!) Um wahrnehmen zu k\u00f6nnen, was uns an bewusster Gestaltung m\u00f6glich, und was uns nicht m\u00f6glich ist, aber dennoch zur Reifung unserer Menschlichkeit beitragen kann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich gestern irgendwo diesen Satz von Anna Achmatowa las, war ich ber\u00fchrt von der Tiefe dieser einfachen Antwort. 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