{"id":7111,"date":"2019-02-21T04:59:12","date_gmt":"2019-02-21T04:59:12","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7111"},"modified":"2019-02-24T02:44:52","modified_gmt":"2019-02-24T02:44:52","slug":"bhakti","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7111","title":{"rendered":"bhakti"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-7142\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_075140-298x300.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"363\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_075140-298x300.jpg 298w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_075140-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_075140-768x773.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190224_075140.jpg 947w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/p>\n<h5>Dieses &#8218;Bhakti&#8216;, wie die Hingabe an einen pers\u00f6nlichen Gott (Ishtadevata) in Indien hei\u00dft, kann auch einem unfrommen Menschen wie mir durchaus das Herz ber\u00fchren, wenn auch nur f\u00fcr kurze Momente. So wollte ich heute (sehr) fr\u00fch mal in den Himmel schauen nach wilden und windigen Tagen, da fiel mein Blick auf einen Mann, der auf dem leeren Platz vor einem Tempeleingang die Schuhe auszog und auf die Kniee fiel und mit seiner Stirn minutenlang den Boden ber\u00fchrte. Das Bild strahlte so eine Innigkeit und Bescheidenheit aus, das hat etwas Ber\u00fchrendes, zumindest f\u00fcr mich als Beobachterin einer inneren Haltung, die durch nichts zu ersetzen m\u00f6glich scheint als das Verh\u00e4ltnis &#8218;kleiner Mensch zu gro\u00dfem Gott&#8216;, warum ich es auch nicht f\u00f6rderlich finde. Es gibt offensichtlich einen Halt, wo sonst keiner ist, so, als k\u00f6nnten Menschen untereinander diesen Halt nicht geben und finden, und das ist, was mich pers\u00f6nlich mehr bewegt als alle Ishtadevtas der Welt. Eigentlich sind die Devtas gar nicht als G\u00f6tter gemeint, sondern werden auf einer anderen Ebene des indischen Denkens als Aspekte des menschlichen Wesens gesehen, also als das, was der Mensch selbst \u00fcber bestimmte Wege erreichen kann, wenn es denn gew\u00fcnscht ist. Offensichtlich gibt es auch unter Westlern einen uners\u00e4ttlichen Hunger nach Gottesanbetung, und in untereinander erschaffenen Kreisen werden die indischen G\u00f6tter besungen, Om Namo Shivaya, Hare Krishna, Hare Ram. Nun m\u00fcsste man nat\u00fcrlich zustimmen, dass so ein gemeinsamer Gesang an die jeweiligen G\u00f6tter gerichter nicht wirklich jemandem schadet, und es ist sicherlich ges\u00fcnder als in einem Video-Game menschliche Figuren zu jagen und zu erschie\u00dfen, wie es die indische Jugend gerade liebt, aber bei beiden T\u00e4tigkeiten kann man nicht wirklich von einem Erwachen reden. Beides ist ein Hineinschlummern in eine &#8218;virtuelle&#8216; Welt, wobei der Begriff f\u00fcr beides gut taugt, einmal als &#8218;virtue&#8216;, also Tugend, und dann als virtuelle Geisterbahn, wo real Vorhandenes vermieden werden muss, will man das erw\u00fcnschte Gef\u00fchl erzeugen und erhalten. Die Handhabung des Ichs (Ego) ist keine kleine Sache. Wie kann ein Ich vergehen wollen, wenn es doch voll ist von sich, vor allem vom Gutsein und Guttun voll, da fehlt mir pers\u00f6nlich die Liebe f\u00fcr die dunklen Str\u00e4hnen im Gewebe des Seins, ohne die das Licht nur eine flache Ebene anbieten kann, in dem selbst das OM, gerne der Ursound genannt, sich verliert im Bedeutungslosen. Es ist doch der Mensch, der seine Begrenzungen durchbrechen kann und unser Bewusstsein kann sich in jegliche Richtung erweitern. Und der Geist, der ein Gesp\u00fcr hat f\u00fcr die eigene Freiheit, kann die Fl\u00fcgel ausbreiten und sich den Kr\u00e4ften und F\u00e4higkeiten zuwenden, die dem individuellen Wesen entsprechen. Und dann kann, o pausenloses Mysterium des Seins, das Sebst sich erkennen und sich (zum Beispiel) unterscheiden lernen vom Ich.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses &#8218;Bhakti&#8216;, wie die Hingabe an einen pers\u00f6nlichen Gott (Ishtadevata) in Indien hei\u00dft, kann auch einem unfrommen Menschen wie mir durchaus das Herz ber\u00fchren, wenn auch nur f\u00fcr kurze Momente. 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