{"id":7080,"date":"2019-02-16T01:53:36","date_gmt":"2019-02-16T01:53:36","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7080"},"modified":"2019-02-16T02:06:38","modified_gmt":"2019-02-16T02:06:38","slug":"samstags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7080","title":{"rendered":"samstags"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7081\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190215_165635-180x300.jpg\" alt=\"\" width=\"221\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190215_165635-180x300.jpg 180w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190215_165635-768x1278.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190215_165635-615x1024.jpg 615w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190215_165635.jpg 1077w\" sizes=\"auto, (max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7082\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190215_175047-115x300.jpg\" alt=\"\" width=\"141\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190215_175047-115x300.jpg 115w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190215_175047-391x1024.jpg 391w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190215_175047.jpg 604w\" sizes=\"auto, (max-width: 141px) 100vw, 141px\" \/><\/p>\n<h5>Eigentlich hatte ich den Eindruck, heute schon genug Samstagisches, hei\u00dft hier &#8218;Saturnisches&#8216; bzw Shani (sches) erlebt zu haben, als sich dieser verdunkelnde Aspekt dann doch in den Tagesteppich hineinwebte. Samstags gehe ich automatisch am Shani-Tempel vorbei, wo Rosen und Hibiskusbl\u00fcten dem tiefdunklen Stein einen bl\u00fctigen Blutstropfeneindruck verleihen. Manchmal l\u00e4chle ich auch in mich hinein, wenn ich sehe, dass in dem Satz, der\u00a0 da steht, noch immer das &#8222;nicht&#8220; verblasst ist, das ich einmal mit einem kleinen St\u00fcck einer schwarzen Plastikt\u00fcte zugeklebt habe, das &#8222;nicht&#8220; also aus dem Satz &#8218;Frauen ist der Zugang da oben auf dem schwarzen Podium nicht erlaubt&#8216;. Nicht, dass ich je raufwollte, es war nur das Verbot und die Aussagen der Priester, dass Frauen nicht die Kraft h\u00e4tten f\u00fcr diese Energie. Wie dem auch gewesen ist und sei, so wurde ich sp\u00e4ter nach meiner R\u00fcckkehr vom Vogelrausch durch eine extrem schreiende Stimme ans Fenster gelockt und schaute dort einem Mann zu, der offensichtlich verr\u00fcckt war oder geworden war. Manchmal entgleist hier auch ein Alkoholisierter, aber das war ganz anders. Eine unb\u00e4ndige Energie, die sich\u00a0 Luft machte und in keine Normalit\u00e4t mehr einzureihen war. Einmal ging er bedrohlich auf einen alten Mann zu, der immer wieder, wenn er zu nahe kam, die H\u00e4nde zusammenlegte und kein Wort sagte. Ein anderer Mann auf einer Vespa kam vorbei und wollte ihn mitnehmen, das war nicht m\u00f6glich. Er nahm sich \u00fcberall, was er gerade wollte zu essen und zu trinken, und schrie unentwegt vor sich hin. Die Foreigners, die vorbeikamen, warfen neugierige Blicke auf den Vorgang, liefen aber rasch weiter. Ich war verbl\u00fcfft, wie viele Einheimische ihn einfach ignorierten. Es soll irgendwo einen Platz geben, wo Verr\u00fcckte untergebracht werden, aber ich habe noch nie jemanden gekannt, der einem Anderen oder Angeh\u00f6rigen das antun w\u00fcrde. Man schaut, ob es sich aushalten l\u00e4sst und ob es f\u00fcr Menschen nicht gef\u00e4hrlich wird. Ansonsten kann der Zustand sich auch ausleben, ich habe tats\u00e4chlich einige zur\u00fcckkommen sehen. Irgendwann verschwand die Stimme, aber neue, ungew\u00f6hnliche T\u00f6ne tauchten auf. Da ich inzwischen unterwegs war, kam ich an einer gro\u00dfen, aufgeregten Versammlung vorbei, in deren Mitte eine Fahne verbrannt wurde, und Pakistan gemeinsam verteufelt. Ah ja, fiel mir ein, ein junger Mann fuhr einen munitionsbeladenen Wagen in einen Bus in Kashmir und riss \u00fcber 40 Menschen in den Tod. Einige der Toten waren hier aus der Gegend. Kerzen wurden verteilt und flackern immer noch vor sich hin. Indien beschuldigt Pakistan, an dem Anschlag beteiligt gewesen zu sein. Das gegenseitige Blutvergie\u00dfen h\u00f6ret nimmer auf. Das Eine ist, die Welt zu erfahren und zu verstehen, das Andere ist, das Selbst zu erfahren und zu verstehen. Und bei allen Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeb\u00fcchern und Selbsterforschungen, die \u00fcberall zu finden sind, kann es einem einleuchten, warum die Wege mal getrennt wurden. Es schien, als k\u00f6nnte man das Jeweilige nur mit ganzem Einsatz tun. Nun kann, wer m\u00f6chte, beides in das eigene Dasein integrieren. Vielleicht m\u00fcssen neue Wege gefunden werden f\u00fcr die Lockerung des Trennenden unter Menschen, das zum Gro\u00dfteil aus Meinungen und Vorstellungen besteht. Und R\u00e4ume k\u00f6nnen entstehen, wo man einfach sich selbst sein kann. Dann wei\u00df man ja endlich, was es ist.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Eigentlich hatte ich den Eindruck, heute schon genug Samstagisches, hei\u00dft hier &#8218;Saturnisches&#8216; bzw Shani (sches) erlebt zu haben, als sich dieser verdunkelnde Aspekt dann doch in den Tagesteppich hineinwebte. 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