{"id":7067,"date":"2019-02-14T04:43:01","date_gmt":"2019-02-14T04:43:01","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7067"},"modified":"2019-02-14T04:58:05","modified_gmt":"2019-02-14T04:58:05","slug":"monologisch-gespraechig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7067","title":{"rendered":"gespr\u00e4chig"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7068\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190213_151927-e1550108566318-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"312\" height=\"554\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190213_151927-e1550108566318-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190213_151927-e1550108566318-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190213_151927-e1550108566318-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 312px) 100vw, 312px\" \/><\/p>\n<h5>Das Bild zeigt drei Ebenen indischer Allt\u00e4glichkeit: die frei herumtrabenden K\u00fche, der schlafende Sadhu, hingegossen wie einst Shiva, der\u00a0 unschuldige Herr pers\u00f6nlich, und dann darunter eine der namenlosen Gesichter und Geschichten, die die Seinsweisen der Menschen und ihre Wahrnehmung davon dokumentieren in den monsoongezeichneten Mauern. Was die Gespr\u00e4che betrifft, mit denen ich in Kontakt komme, so sind sie sehr unterschiedlicher Art. Obwohl es sicherlich stimmt, dass Frauen gerne als schweigende Utensilien im Haushalt der M\u00e4nner gesehen werden, so kenne ich eher indische Frauen, die im Redefluss kaum zu bremsen sind, und das Hindi wie das Englisch pistolenartig aus dem Mund schie\u00dft. Es geht auch um viel, und meistens darum, wie willkommene Arbeit zu balancieren ist mit bedrohlich sich n\u00e4hernder Heirat. Ist die Heirat einmal da, fehlt den Gespr\u00e4chen jegliche Aufmerksamkeit, da ringsum immer was passiert, mit was man zu tun haben scheint. Da ich bem\u00fcht bin, die Trennung zwischen Familienpfad und, ja, wie nennen wir ihn, den anderen Pfad, der Pfad also, der einen so gr\u00fcndlich wie m\u00f6glich durch das Dickicht illusion\u00e4rer Erscheinungen f\u00fchren soll, zum inneren Kern sozusagen, und wom\u00f6glich noch dar\u00fcber hinaus&#8230; ja, eigentlich habe ich diese Grenze nie wirklich empfunden und habe die klare Einstellung, dass alles, was in der einen Seite gesammelt werden kann an tiefen Eindr\u00fccken, auch in der anderen Seite\u00a0 seine Entsprechung hat. Dann gibt es die Gespr\u00e4che, die sich drau\u00dfen ergeben. Ein Brahmane, den ich schon viele Jahre kenne, setzt sich zu mir an einem der Nachmittage, an dem ich mir einen speziellen Platz gesucht habe, um meiner Pelikan-Leidenschaft zu fr\u00f6nen. Harmlos streift das Gespr\u00e4ch \u00fcbers Wasser dahin. Auf einmal, man wei\u00df nicht, wie es kam, kommt der Brahmane in Fahrt. Ich habe wohl unmerklich den Eindruck erweckt, dass ich wei\u00df, um was es hier geht. Er beginnt, sich \u00fcber Brahma, den Sch\u00f6pfer, auszulassen. Ich muss meine Augen von den Pelikanen losrei\u00dfen und auf eine Ameise schauen, von der er mir erkl\u00e4rt, Brahma w\u00fcrde auch ihr Karma erschaffen, er erschafft schlicht und weg alles, was auf diesem Planeten kreucht und fleucht.\u00a0 Diese Momente sind mir vertraut und ich ich lande im Staunen. Diese vollst\u00e4ndige Abwesenheit eines Zweifels ist beeindruckend. Er erkl\u00e4rt, dass bislang Brahma 4 K\u00f6pfe hatte, also ringsum K\u00f6pfe, und dass bald ein f\u00fcnfter dazu kommt, n\u00e4mlich oben auf dem Kopf, wo noch Platz ist. Mein sich vertiefendes Schweigen muss eine Anregung hervorgerufen haben, und ich drifte in meine eigene Story ab. Wie ich einst im Tempel von Brahma herumsa\u00df und mich f\u00fchlte wie eine Tochter, die vorz\u00fcglich f\u00fcr ihren Freiheitsdrang und den Flei\u00df ihrer Bestrebungen vom Herrn Vater gesch\u00e4tzt wird, und zack!, landet man (bzw. ich) in der Biografie und seinen vitalen L\u00f6singsvorschl\u00e4gen, die oft genug, l\u00e4sst man sie zu, von kreativer Erfindungfskraft zeugen. Der Geist l\u00e4sst sich nun willentlich\u00a0 zur\u00fcckf\u00fchren in das immer noch laufende Gespr\u00e4ch, das nun von Vishnu erz\u00e4hlt, der endlos lange mal meditiert hat, bis\u00a0 Brahma aus seinem Nabel emporkam, in der Hand das von keiner Weisheit der Welt je \u00fcbertroffene Wissen. Ich l\u00e4chle. Wir sind beide ein bisschen gereist, und w\u00e4hrend in meiner Welt kein Brahma mehr agiert, ist er f\u00fcr ihn wesentlich. Geht doch.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bild zeigt drei Ebenen indischer Allt\u00e4glichkeit: die frei herumtrabenden K\u00fche, der schlafende Sadhu, hingegossen wie einst Shiva, der\u00a0 unschuldige Herr pers\u00f6nlich, und dann darunter eine der namenlosen Gesichter und Geschichten, die die Seinsweisen der Menschen und ihre Wahrnehmung davon dokumentieren in den monsoongezeichneten Mauern. Was die Gespr\u00e4che betrifft, mit denen ich in Kontakt komme, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-7067","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7067","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7067"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7067\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7072,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7067\/revisions\/7072"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7067"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7067"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7067"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}