{"id":7013,"date":"2019-02-07T05:14:27","date_gmt":"2019-02-07T05:14:27","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=7013"},"modified":"2019-02-07T09:16:59","modified_gmt":"2019-02-07T09:16:59","slug":"gelassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=7013","title":{"rendered":"gelassen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7009\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190206_0724371-300x298.jpg\" alt=\"\" width=\"345\" height=\"343\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190206_0724371-300x298.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190206_0724371-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190206_0724371-768x763.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190206_0724371.jpg 867w\" sizes=\"auto, (max-width: 345px) 100vw, 345px\" \/><\/p>\n<h5>Dieses Bild hatte w\u00e4hrend seines Entstehens eine bedeutsame Wirkung f\u00fcr mich und auf mich. Da tauchte es noch einmal auf, das gro\u00dfe Schwert. Wer liebt(e) nicht die Engel mit den Schwertern, die noch in den Kirchen zu finden sind und\u00a0 auf den Gem\u00e4lden, wenn Gerechtigkeit angesagt ist und die himmlischen Boten daf\u00fcr eingesetzt werden und zust\u00e4ndig sind f\u00fcr ein machtvolles Einschreiten in den waltenden Irrsinn. Sp\u00e4testens jetzt wei\u00df man, dass sie nicht einschreiten. Oder lag darin auch ein unbewusstes Lieb\u00e4ugeln mit den Martial Arts Techniken, die eben gerade das Blutvergie\u00dfen vermeiden sollen durch das tiefere Wissen und die K\u00fcnste, die dahinter verborgen sind. Zuerst sollte also die Figur im Bild durchaus als Schwertt\u00e4nzer erscheinen, und dann, durch m\u00fchsames Pinseln, versuchte meine Hand, das Wesen von der Waffe zu trennen. Auch Frieden ist nur wirksam, wenn er glaubw\u00fcrdig ist, und wahrhaft friedliche Menschen sind rar, obwohl sich viele Menschen gerne als solche betrachten. Ich sp\u00fcrte eine starke Regung in mir, aus dem Schwerttr\u00e4ger ein in sich ruhendes Wesen zu machen, der aber dem menschlichen Schmerz nicht ausweichen muss. Gestern war ich kurz im Haus einer indischen Familie, die noch alle Generationen beherbergt. Das alte Elternpaar sitzt abends regelm\u00e4\u00dfig vor dem Fernseher zusammen, w\u00e4hrend alles um sie herumwuselt mit Vorbereitungen f\u00fcr das Abendessen. Sie freuen sich, wenn ich vorbeischaue und wissen, dass das nicht lange ist, denn ich kann die Programme im Fernsehen nicht lange ertragen. Die H\u00e4nde der Gro\u00dfmutter puhlen meistens Erbsen oder arbeiten an irgendeinem Gem\u00fcse, aber ihr Blick ist hypnotisch auf die flimmernde Fl\u00e4che gerichtet, auf der sich unabl\u00e4ssig die grausamsten Gewalttaten abspielen und Frauen unentwegt in Schluchzorgien verwickelt sind, deren Ursprung mir nat\u00fcrlich verborgen bleiben, da ich nicht auch noch da hochschauen will, wo das Ger\u00e4t angebracht ist. Ich merke, dass es dem alten Herrn oft peinlich ist, und er stellt sich gern auf etwas Unterhaltung ein. So viel Schmerz!, sage ich, und so viel Grausamkeit. Seine Frau schaltet sich ein und meint, ja, auf der Erde ist sehr viel Leiden. Ja, sage ich, aber auch viel Freude. Da sind wir wieder beim Thema &#8222;sukh-dukh&#8220;, dem st\u00e4ndigen Hin und Her zwischen Freude und Leid. Muss es wirklich immer und ewig so sein, oder ist es nicht vielmehr eine traditionsgebundene Gewohnheit, sich in diesem Wechselspiel zu bewegen, als sei es die letzte vorhandene Wahrheit, dass der Mensch st\u00e4ndig hin-und hergewirbelt wird zwischen diesen zwei M\u00f6glichkeiten. Und ist das, was wir &#8218;erwachen&#8216; nennen, nicht auch ein Erwachen aus der Norm dieses dualen Denkens? Es kann nur ein innerer Zustand sein, der es erm\u00f6glicht, alles Vorhandene mit einer gewissen Gelassenheit zu betrachten, ohne st\u00e4ndig davon gebeutelt zu werden, aber auch ohne die Tatsachen zu ignorieren, die sich im Weltgeschehen und im Privatbereich offenbaren. Geht es doch immer um die Resultate einer Bewusstwerdung, die sich im jeweiligen Geschehen manifestieren. So freut es mich zu wissen, dass ich einerseits das Schwert f\u00fchren kann, wenn es absolut notwendig ist, aber dass mein Geist sich ansiedeln m\u00f6chte im Entwaffneten, das man auch die Gelassenheit nennen k\u00f6nnte, oder die Liebe.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Bild hatte w\u00e4hrend seines Entstehens eine bedeutsame Wirkung f\u00fcr mich und auf mich. Da tauchte es noch einmal auf, das gro\u00dfe Schwert. 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