{"id":6997,"date":"2019-02-05T05:10:55","date_gmt":"2019-02-05T05:10:55","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6997"},"modified":"2019-02-06T02:08:07","modified_gmt":"2019-02-06T02:08:07","slug":"6997","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6997","title":{"rendered":"nachwehen"},"content":{"rendered":"<h5><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6998\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190205_071000-300x296.png\" alt=\"\" width=\"338\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190205_071000-300x296.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190205_071000-768x759.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190205_071000-1024x1012.png 1024w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20190205_071000.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 338px) 100vw, 338px\" \/>\u00a0&#8222;Amavash&#8220;<br \/>\nist der Titel des Bildes. Ich habe es extra nicht &#8222;Neumond genannt, damit einem nur der Sound etwas sagen kann. Manchmal translatiere ich auch Worte auf meine Weise, wie &#8218;Ama&#8216; f\u00fcr Seele, und &#8218;vash&#8216; f\u00fcr waschen, Seelenwaschtag also. Auf jeden Fall h\u00e4ngt auch heute noch diese mondlose Schwere im Raum. Dazu ein sich aufw\u00e4rmender Dunst, in dem man sich etwas somnambul vorw\u00e4rts bewegt. Da fallen mir die beiden Hindi Worte ein, die ich gestern dazugelernt habe: das eine ist &#8218;bhed chaal&#8216;, Schafsgang, und das andere &#8218;kachua chaal&#8216;, Schildkr\u00f6tengang. Also eher kachua chaal heute, was nicht sonderlich auff\u00e4llt, da sich alle in dieser Gangart bewegen. Selbst die Affen sind sp\u00e4t, um ihre Bananen rechtzeitig vom Spender abzuholen, und da sie keine Uhr haben, kennen sie verlustreiche Versp\u00e4tungen nicht oder nur durch ihre eigene Art und Weise. Auf dem See entdecke ich einen einzigen Pelikan, die Gruppe ist wohl weiter gezogen. Kein Pelikantanz mehr, nur Einer, der aus dem Tanz ausgetreten ist. Oder der hat sich auch nur versp\u00e4tet, und die Anderen warten irgendwo in Leh auf ihn. P\u00fcnktlich zur lunaren Tr\u00fcbnis finden an einer bestimmten Stelle am See gleich zwei Exorzismen statt. M\u00e4nner eines Dorfes bringen eine Person, die auf irgendeine Weise ausgeklinkt ist, und machen Sachen, die durch Austreibung und Bad helfen sollen.\u00a0 Ich habe geh\u00f6rt, dass diese Anf\u00e4lle oft\u00a0 gefaket sind, aber heute trippelt einer der M\u00e4nner kontinuierlich so schnell, und h\u00fcpft auf und ab mit so einer wilden Pr\u00e4zision, das br\u00e4uchte schon viel \u00dcben, und gleichzeitig sticht der Mittelfinger seiner linken Hand st\u00e4ndig in die rechte Handfl\u00e4che. Manchmal haben sie was Heiliges an sich, das erinnert einen dann an das, was heilig sein k\u00f6nnte. &#8218;Agenten Gottes&#8216; hat Meher Baba sie genannt, das kann einem dann kurz einleuchten. Was einem in Indien auch einleuchten kann, ist, dass langsam aber sicher etwas von diesem Wahnsinn und dieser Ordnung und dieser Zeitlosigkeit und der kosmischen Atma-Sph\u00e4re, und der hilflosen Ohnmacht im Angesicht des Unbew\u00e4ltigbaren und von diesem Schrecken zu wissen, was man wei\u00df und zu h\u00f6ren, was man h\u00f6rt, und dann wiederum die ganze Skala der Selbsterfragung, zu der man, will man \u00fcberleben, gezwungen ist, all das &#8218;Wie kann das sein, dass hier Tag und Nacht gebetet wird mit Materialien, die alle in Plastik verpackt sind und massenweise achtlos herumliegen neben den sakralen Ascheh\u00e4ufchen der gestrigen Puja, und dann immer noch die immense Zahl der abgetriebenen M\u00e4dchen, die nun als Untergeordnete und Eingeordnete fehlen undsoweiter, und das so endlos in alle vorhandenen Richtungen unter den planetarischen Einfl\u00fcssen dahinwebend und von K\u00fcnstlern und K\u00fcnstlerinnen in ein verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfiges Verst\u00e4ndnis gemorpht, wo man, wenn man Gl\u00fcck hat, auch mal beseligt ins Wortlose lauscht, dass also etwas von all dem\u00a0 und unendlich vieles mehr als ein gewisses Etwas in einen einsinkt, das die Anwesenheit von logischer Sinngebung sprengt, daf\u00fcr aber in einem entspannten L\u00e4cheln, verursacht durch einen automaisch sich formenden Salto Vivante, zu sich kommt, vielleicht noch ein bisschen zittrig auf den geistigen Beinen, aber schwungvoll durchaus, auch beim tiefen Durchatmen im Schildkr\u00f6tengang.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0&#8222;Amavash&#8220; ist der Titel des Bildes. 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