{"id":6824,"date":"2019-01-14T06:00:14","date_gmt":"2019-01-14T06:00:14","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6824"},"modified":"2019-01-14T07:54:56","modified_gmt":"2019-01-14T07:54:56","slug":"makar-sankranti","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6824","title":{"rendered":"entzyklen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6825\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190113_171446-293x300.jpg\" alt=\"\" width=\"398\" height=\"407\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190113_171446-293x300.jpg 293w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20190113_171446.jpg 703w\" sizes=\"auto, (max-width: 398px) 100vw, 398px\" \/><\/p>\n<h5>Makar Sankranti ist der Name des Festes, das gerade hier abl\u00e4uft. Einerseits ist es ein Drachenfliegfest, bei dem vor allem m\u00e4nnliche Kinder und Jugendliche viel Freude haben, aber auch von den Terassen herunterfallen und verwundet werden von, was im Volksmund jetzt &#8222;Killer Manjhas genannt wird, eine chinesische Todesform im Kost\u00fcm eines Spiels. Die Schn\u00fcre werden mit Glas oder Stahlteilchen beklebt und sind verboten. Aber was hei\u00dft schon verboten. Die Polizei durchstreift den Bazaar und verdient an Verr\u00e4tern, die wiederum ihre eigenen dunklen Geheimnisse haben. Tierliebhaber bauen seit neuestem extra Orte, wo verwundete Tiere behandelt werden k\u00f6nnen, vor allem V\u00f6gel, von Tauben bis Pelikanen und Flamingos, verwundet und flugunf\u00e4hig. Zu dem Ganzen gibt es Technomusik aus jeder Richtung, das ist auch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig neu und geh\u00f6rt zu dem v\u00f6llig enthemmten Trieb, endlich geh\u00f6rt zu werden, wenn auch nur \u00fcber technische Kan\u00e4le. Alles muss laut sein, sonst ist es, als w\u00e4re man nicht da. &#8218;Man&#8216; hier nicht als Ich gesehen. Ich geh\u00f6re bei Sankrati zu der Gruppe, die durchh\u00e4lt, was sein muss, denn es gibt keine Fluchtpfade. Daher gedeiht es zur Praxis von irgendwas, \u00fcber was ich noch nachdenken muss, oder auch nicht .Schlie\u00dflich ist aufgeputschte Feststimmung \u00fcberall, und immer noch geht es weiter mit den Pakoras, gew\u00fcrzte und s\u00fc\u00dfe, und dann auch Kofta, runde B\u00e4lle mit Gem\u00fcse drin, von denen zwei einer mir schon leicht \u00fcbers\u00e4ttigt vorkommenden Lunch-Vorstellung entsprechen. Alles wird seit Tagen angeboten, und manchmal gibt es gar keine Schlangen mehr vor den Geberkesseln, weil alle M\u00e4gen schon pappevoll sind. Nat\u00fcrlich sind es nicht nur die reinen Herzen, die sich hier froh zusammentun, sondern jeder Beteiligte, von den Geldgebern bis zu den \u00d6lbrutzlern sind nur unterwegs, um ihr eigenes Karma aufzub\u00fcgeln. Das kann rauschhafte Z\u00fcge annehmen, wenn einem so ein Festtag das Gutsein erm\u00f6glicht. Ich finde es unangenehm und stelle mich dem Geberzwang entgegen, so gut ich kann. Die Kuhgrasverk\u00e4uferinnen sind an solchen Tagen besonders aufdringlich. Sie wollen mich fangen und entlarven, da kaufe ich\u00a0 doch lieber ein Grasb\u00fcndel, um zu entkommen. Es ist eine knifflige Frage, die mich schon \u00f6fters besch\u00e4ftigt hat, heute mal als Frage an mich formuliert: warum st\u00f6rt mich das, wenn auf diese Weise gegeben wird? Der Gutmensch braucht die Anderen, damit er gut sein kann. Der himmlische Eintrag ins goldene Bich der guten Taten ist aber nur f\u00fcr ihn bestimmt. Ich beobachte, dass diese Einstellung in den H\u00e4usern eine Leere verbreitet, eine Trostlosigkeit, eine Lieblosigkeit, die in meinen Augen keine gute L\u00f6sung der menschlichen Situationen hervorbringen kann. Ist das nicht doch ein bisschen zu einfach, sich den Gott als ideales Gegen\u00fcber zu basteln, und zuhause brodeln die H\u00f6llenkeime. Wer soll sich denn darum k\u00fcmmern? In der Zwischenzeit schaukelt sich\u00a0 das Festival hoch und die Stimmung ist aufgeheizt vom Nehmen und Geben. Irgendwie hat es auch mit Zuckerrohr zu tun. Man schenkt in Zuckerrohr eingegebene Sesamk\u00f6rner, gibt die hart gewordene S\u00fc\u00dfigkeit an Andere weiter und sagt;&#8216; nimm dieses s\u00fc\u00dfe Sesam (Til) und sprich s\u00fc\u00dfe Worte&#8216;. Das kann man ja auch ohne Sesam und Zuckerrohr anstreben, Auf jeden Fall ist es angebracht, eine Einstellung zu solchen Festen zu haben. An Wundern fehlt&#8217;s ja nicht (und nie). Feste erinnern einen auch an die zyklischen Vorg\u00e4nge des Daseins, aber auch an die M\u00f6glichkeit, nicht verhaftet zu sein an sie oder abh\u00e4ngig von ihnen f\u00fcr die eigene Befindlichkeit, damit auch unter Umst\u00e4nden die Illusion des Zyklischen sich aufl\u00f6sen kann. Warum nicht?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Makar Sankranti ist der Name des Festes, das gerade hier abl\u00e4uft. Einerseits ist es ein Drachenfliegfest, bei dem vor allem m\u00e4nnliche Kinder und Jugendliche viel Freude haben, aber auch von den Terassen herunterfallen und verwundet werden von, was im Volksmund jetzt &#8222;Killer Manjhas genannt wird, eine chinesische Todesform im Kost\u00fcm eines Spiels. 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