{"id":6712,"date":"2018-12-27T05:58:46","date_gmt":"2018-12-27T05:58:46","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6712"},"modified":"2018-12-27T06:00:10","modified_gmt":"2018-12-27T06:00:10","slug":"voruebergehen-d","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6712","title":{"rendered":"befindlich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6713\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181227_101156-207x300.png\" alt=\"\" width=\"261\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181227_101156-207x300.png 207w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181227_101156-706x1024.png 706w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181227_101156.png 707w\" sizes=\"auto, (max-width: 261px) 100vw, 261px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6714\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181227_101508-142x300.png\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181227_101508-142x300.png 142w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181227_101508.png 202w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/p>\n<h5>So, die heiligen Tage, schwer beladen mit Deutungen, sind vor\u00fcber, und es geht nun darum, die paar Tage bis zur n\u00e4chsten Kollektivsause gut hinzubekommen. Nicht, dass irgend jemand sausen muss, nein, nur sich einstellen auf das, was man vorfindet, da f\u00fchrt kein Weg drumherum. F\u00fcr Inder \u00fcbersetzen sich Feste aus anderen Kulturen, die sie meist nur von Reisenden kennen, oft in Technopartys, da sie auch nicht wissen, wie gerne die Fremden fern bleiben von ihren eigenen Kulturprogrammen, oder ihren Familien, oder sich selbst. Wenn dann die Lautsprecher angeschleppt werden, wei\u00df man, dass Widerstand zwecklos ist. Daher muss man \u00fcberlegen, was am besten zu tun ist, und was zu lassen. Gestern, noch in der Trauer um einen Freund, der sich von der Erde verabschiedet hatte, lie\u00df ich mich in einem motorisierten Ungeheuer, das &#8222;tuc-tuc&#8220; genannt wird, zu einem jungen Ehepaar fahren, das ich letztes Jahr kennen gelernt hatte mit einem guten, anregenden Gespr\u00e4ch. Die junge Frau kommt aus Bombay und hat die klassische indische Sch\u00f6nheit, gekoppelt mit frischer Intelligenz und enormer Sprachf\u00e4higkeit, die einen in Staunen versetzen kann, so, als m\u00fcsste man auf einmal alle angesammelten Vorurteile \u00fcber die Versklavung der weiblichen Psyche \u00fcber Bord werfen. Sie reist regelm\u00e4\u00dfig an aus Bombay, das ja jetzt Mumbai hei\u00dft, um den deutschen jungen Mann zu treffen, mit dem sie sich durch eine immer komplizierter werdende Beziehung rangelt. Ihre Mutter wei\u00df von der Beziehung, hilft aber mit, dass sie regelm\u00e4\u00dfig junge, indische M\u00e4nner treffen muss, von denen sie hofft, dass einer davon sie den Fremden vergessen l\u00e4sst. Der Fremde kommt aus einem kleinen, deutschen Dorf und hat dort gerade ein Haus geerbt, weil seine Mutter gestorben ist. Er hat da, wo wir Tee trinken, ein Hotel aufgebaut mit Bungalows und f\u00fchlt sich nun gefangen in seiner Sch\u00f6pfung, und will ins Zuhause zur\u00fcck. Gehst du mit?, frage ich sie. Sie wei\u00df es nicht, weil er sie noch nicht gefragt hat. Er spricht gerade nicht viel mit ihr, sie m\u00f6chte ganz viel mit ihm reden. Er wei\u00df gar nicht, was er gerade will, sagt er, und ob er eine Beziehung haben kann. Die Szene, in der ich nach beiden Seiten ein Mundrohr spiele, erinnert stark an den wunderbaren Film &#8222;Rendevous im Jenseits&#8220;, wo der Mann durch reges Drehen und Winden dabei ist, sein einzigartiges Schicksal. zu vermasseln. Er wei\u00df nicht, was mit ihm los ist, und da ist sie, immer noch bereit, \u00fcber jedes Wort, dass aus ihm herauskommt, gl\u00fccklich zu sein. Nach einer Weile sp\u00fcrt man, dass das Rad anf\u00e4ngt, sich zu drehen, der circolo vizioso kommt in Fahrt, und er ist schwer zu durchbrechen. Wie genial diese schlichte Idee von Freud doch war, jemanden auf dieser Couch liegen und ins Reden\u00a0 kommen zu lassen, w\u00e4hrend der Meister am Kopfende sa\u00df und seine Menschenstudien ins Praktische umsetzte und vorantrieb. Blieb einer der Liegenden stumm, gut, dann war die Stunde vor\u00fcber. Und wie oft ist es doch das Reden und die Bereitschaft und Offenheit f\u00fcr Begegnung, die die Dinge durch den Strom bewegen und Kl\u00e4rungspotential haben. Man kl\u00e4rt ja, wer man selbst ist, und nicht , wer ein Anderer ist. Wie soll ich wissen, was in dir vorgeht, wenn du es nicht wei\u00dft und es mir nicht mitteilen kannst oder willst. Und es gibt auch Momente, von denen man behaupten kann, dass so ziemlich jede\/r sie mag. Man sitzt zusammen und trinkt was Wohlbek\u00f6mmliches, und die Atmosph\u00e4re w\u00e4rmt auf, und Entspannung breitet sich aus im Seinsraum, dem mysteri\u00f6sen Archiv aller Befindlichkeiten. Bin ich frei, zu w\u00e4hlen?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, die heiligen Tage, schwer beladen mit Deutungen, sind vor\u00fcber, und es geht nun darum, die paar Tage bis zur n\u00e4chsten Kollektivsause gut hinzubekommen. Nicht, dass irgend jemand sausen muss, nein, nur sich einstellen auf das, was man vorfindet, da f\u00fchrt kein Weg drumherum. 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