{"id":6657,"date":"2018-12-20T09:26:39","date_gmt":"2018-12-20T09:26:39","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6657"},"modified":"2018-12-20T09:35:13","modified_gmt":"2018-12-20T09:35:13","slug":"unvollkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6657","title":{"rendered":"unvollkommen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6659\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181220_0711091.png\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"400\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6658\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181218_1940141-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"226\" height=\"401\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181218_1940141-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181218_1940141-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181218_1940141-576x1024.jpg 576w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/20181218_1940141.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/><\/p>\n<h5>Das waren Zeiten, als die G\u00f6tter noch haufenweise, wenn auch angeschlagen, hier an den Ufern herumlagen und man, vom eigenen Geschmack her, vollendete Sch\u00f6nheit sehen und manchmal auch mitnehmen konnte, oder einen himmlisch geformten Kopf, oder eine G\u00f6tterhand. F\u00fcr den Hindu hat das Angeschlagene seine G\u00f6ttlichkeit eingeb\u00fc\u00dft, es floss oft \u00fcber Junkies zu den Foreigners hin oder in die kleinen, illegalen L\u00e4den auf dem Boden des Bazaars. Im g\u00e4ngigen Widerspruch dazu gibt es die Geschichten, dass, wenn einmal ein Mensch etwas so G\u00f6ttliches schuf, das sich der vollkommenen Empfindung n\u00e4herte, der Erzeuger (K\u00fcnstler) dann z.B. den kleinen Finger abschlug, um nicht vermessen zu erscheinen. Und doch gibt es , soweit ich wei\u00df, kein Land, in dem Gottheitensein so locker angeboten wird wie in Indien. Wer es in Anspruch nimmt, muss nat\u00fcrlich ganz sch\u00f6n schuften, denn einen vollkommen f\u00fcr den Job Ungeeigneten w\u00fcrde man dann doch nicht gerne vor sich haben, aber das sind heikle Themen. Wer ist geeignet, und f\u00fcr was, und wer traut sich ein Augenma\u00df zu. Es kann sehr wohl sein, dass die Lust an der Idee erreichbarer G\u00f6ttlichkeit im Menschen angelegt ist, und nicht nur Hindus sind offen f\u00fcr diese Art von Darbietungen. Da es nicht nur Jesus, sondern auch Krishna und Shiva als kleine G\u00f6tterknaben gibt, wird auch in die Mutter die Sehnsucht nach der Gottgeburtgebung (GGG) gepflanzt. Oh alles gew\u00e4hrender (oft auch als unk\u00f6rperlich beschriebener) Herr Gott, schenk mir den G\u00f6ttersohn. Es gibt G\u00f6ttinnen, ja, und vielen M\u00e4nnern sind sie auch lieber als die Frauen zuhause, die sich f\u00fcr ihn abrackern, und viele auch trotz Gebeten den herbeigesehnten Sohn nicht bekommen. Ist er aber da, wird der Mann der Frau als Gott an den Herd gelegt und bestimmt auch durch die Phase der Selfie-Trance viele Haushalte. Und man kann mal wieder kurz hinschauen, wie der d\u00fcstere Same in das deutsche Volk ges\u00e4t wurde, und wie er dort hochkeimte und bl\u00fchte, und wie viele Blonde und Blau\u00e4ugige es gegeben haben musste, um gemeinsam so einen Alptraum in die Welt zu setzen. Die gro\u00dfe Ern\u00fcchterung ist auch eine Medizin, kann aber durch das von sich selbst verratene Gef\u00fchl in einen Mangel f\u00fchren, wo das Menschsein sich nicht mehr gen\u00fcgt und an den Eingeweiden nagt. Manche gehen noch in die Tempel und die Kirchen, aber kein Gott antwortet mehr. Die interessante Frage bleibt, ob der Mensche die g\u00f6ttliche Instanz braucht, um \u00fcber sich hinaus zu wachsen. Wohin? Um den Pfad zu sich selbst zu finden und den Agenten braucht, um einen aus der Ich-Verhaftung auf eine neue B\u00fchne zu hieven? Ich selbst vertraue in den Funken und spreche aus Erfahrung, wenn ich sage, dass der Funke noch in der Asche gl\u00fchen kann, sodass ein einziges, braunes Haar einer Kokosnussschale ihn wieder entflammen kann. Wenn die N\u00e4he eines Gottes in bestimmten Zeiten behilflich sein kann und einen weiterbringt, warum nicht. Doch ist es auch hilfreich zu wissen, wer so ein Gott f\u00fcr einen ist: ein Abladeplatz, eine Beruhigungspille, ein Erl\u00f6sungsschein, ein Verantwortungstr\u00e4ger, ein niegehabter Papa, eine liebesschwangere Mama, ein Freizeitvertreib f\u00fcr missachtete T\u00f6chter usw.? Oder auch ein erotisches L\u00e4cheln, eine abenteuerliche Liebe, eine elegante Herausforderung an das Lebendige im eigenen Sch\u00f6pfergarten, wo die Erde spielerisch umgeht mit dem liebenden Geist. Man suche die Grenze und finde erfreut, dass es auch sie nicht gibt.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Das waren Zeiten, als die G\u00f6tter noch haufenweise, wenn auch angeschlagen, hier an den Ufern herumlagen und man, vom eigenen Geschmack her, vollendete Sch\u00f6nheit sehen und manchmal auch mitnehmen konnte, oder einen himmlisch geformten Kopf, oder eine G\u00f6tterhand. 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