{"id":651,"date":"2016-08-30T08:01:38","date_gmt":"2016-08-30T08:01:38","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=651"},"modified":"2016-08-31T06:55:52","modified_gmt":"2016-08-31T06:55:52","slug":"mani","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=651","title":{"rendered":"Mani"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-652\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/20160880-300x300.jpg\" alt=\"20160880\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/20160880-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/20160880-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/20160880-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/20160880-500x500.jpg 500w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/20160880.jpg 660w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Gestern abend habe ich aus Indien\u00a0 die Nachricht bekommen, dass Mani am Samstag um 5Uhr in der Fr\u00fche in Gujarat im Krankenhaus gestorben ist, 5 Tage nach einer Operation, von der alle in der Familie wussten, dass sie lebensgef\u00e4hrlich sein kann. Er war\u00a0 35 Jahre alt und der kleine Bruder eines guten Freundes von mir, sodass ich Mani&#8217;s Lebens-und Leidensgeschichte ganz nah miterleben konnte. Letztes Jahr habe ich viel Zeit mit ihm verbracht. Seine Familie kennt mich seit langem, daher konnte ich im Haus ein-und ausgehen und Mani besuchen, wann ich wollte. Er ist in seinem kurzen Leben fast immer nur krank gewesen. Als kleines Kind fiel er in einen kochenden Topf Milch, dann versagte die Niere und da er ein Sohn wohlhabender Brahmanen war, konnte unter abenteuerlichen Bedingungen eine Niere aus Pakistan beschafft und eingepflanzt werden. Beim Erwachen nach der Transplantation bemerkte er, dass er nichts mehr h\u00f6ren konnte. Zwei Jahre lief er in der Familie und im Familienbusiness ohne H\u00f6ren herum. Von ihm wei\u00df ich, dass es in seinem Kopf nicht leise war, wie man vermutet, sondern auf eine bestimmte Weise sehr, sehr laut. Er bekam ein spezielles Ger\u00e4t in den Kopf operiert , denn vor allem sein Bruder fand, dass er zu jung war, um taub zu sein, wenn es eine L\u00f6sung gab. Diese L\u00f6sungen waren unglaublich teuer, und einem \u00e4rmeren Menschen w\u00e4re vieles mit diesem Schicksal nicht mehr m\u00f6glich gewesen. Ich erlaubte mir seinem Vater gegen\u00fcber \u00f6fters mal den Scherz, was f\u00fcr einen teuren Jungen er da hatte, denn auch er st\u00f6hnte manchmal leise unter der Last. Alles Gold floss hin zu Mani. Alle wussten auch, dass er nicht alt werden w\u00fcrde, doch keiner wusste, wann die Grenze erreicht war. Mani selbst wollte noch 10 Jahre leben, sagte er mir noch im M\u00e4rz. Die Familie h\u00e4tte gerne gesehen, dass er zu den heiligen Schriften greift, sozusagen als Vorbereitung auf das Kommende. Auch sein Bruder dachte, ich k\u00f6nnte ihm vielleicht die Bhagawad Gita , die ich sch\u00e4tze, nahelegen, aber Mani war sauer auf alle G\u00f6tter, denn er f\u00fchlte sich nicht gut behandelt von ihnen. Wir haben viel zusammen gelacht. Ich habe ihn bewundert f\u00fcr seine Durchhaltekraft. Die Vorstellung hat Grenzen, zum Beispiel da. Nach dem H\u00f6rger\u00e4t hatte er noch Gelbsucht, irgendwann noch eine Lungenentz\u00fcndung, und immer geschwollene Beine und F\u00fc\u00dfe. Dann, letztes Jahr, kam der Leistenbruch. Der Arzt warnte vor der Operation, f\u00fcr die er sich, wie ich h\u00f6re, jetzt doch entschieden hat, da er den Zustand nicht mehr aushalten konnte.<br \/>\nErst dachte ich, ich kann gar nichts f\u00fchlen&#8230;dann, langsam, breitete sich eine tiefe und weite Traurigkeit aus, die wohl zuerst ankommen musste, bevor die Erleichterung folgen konnte, dass er, sei er auch noch so jung, nun von seinem Leid auch erl\u00f6st ist. Ich konnte dann zum Gl\u00fcck beim Fr\u00fchst\u00fcck dar\u00fcber reden, \u00fcber ihn und unsere vielen Begegnungen, er wurde sehr pr\u00e4sent im Raum, und wir stellten ein Licht f\u00fcr ihn auf. Das Photo von ihm habe ich auch gefunden. Sein Bruder hat mich \u00fcber What&#8217;App gebeten, f\u00fcr Manis Seele zu beten. Da ich nicht bete, habe ich mich gestern abend f\u00fcr stilles Sitzen entschieden, und heute fr\u00fch f\u00fcr diesen Blogeintrag.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-654\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/20160222_183810-169x300.jpg\" alt=\"20160222_183810\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/20160222_183810-169x300.jpg 169w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/20160222_183810-768x1365.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/20160222_183810-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>******************************************************************************************************************************<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern abend habe ich aus Indien\u00a0 die Nachricht bekommen, dass Mani am Samstag um 5Uhr in der Fr\u00fche in Gujarat im Krankenhaus gestorben ist, 5 Tage nach einer Operation, von der alle in der Familie wussten, dass sie lebensgef\u00e4hrlich sein kann. 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