{"id":6509,"date":"2018-11-29T03:45:57","date_gmt":"2018-11-29T03:45:57","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6509"},"modified":"2018-11-29T03:48:06","modified_gmt":"2018-11-29T03:48:06","slug":"wach-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6509","title":{"rendered":"wach"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6511\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181128_0857131-211x300.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"455\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181128_0857131-211x300.jpg 211w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181128_0857131-719x1024.jpg 719w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181128_0857131.jpg 749w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<h5>Bei der Frage, was denn nun diese &#8222;magische&#8220; Kraft von Indien ausmacht, denke ich jetzt \u00f6fters mal an einfache Dinge. Da man st\u00e4ndig \u00fcberfordert ist mit Eindr\u00fccken, die es zu verarbeiten gilt, bleibt man auf nat\u00fcrliche Weise mehr bei sich. Auch das hei\u00dft jetzt nicht, in Ruhe und dem so leidenschaftlich proklamierten Frieden zu landen, sondern es hei\u00dft eher, wachsam zu sein, weil um einen herum alles st\u00e4ndig in schwer einsch\u00e4tzbarer Bewegung ist. Ich muss mich auch immer wieder daran gew\u00f6hnen, dass so viele Tiere unterwegs sind auf ihren eigenen Bahnen, die ich vom Westen nur eingez\u00e4unt oder an der Leine gef\u00fchrt kenne: K\u00fche, Bullen, Hunde, Affen, G\u00e4nseherden, Tauben immer um einen herum, alle auf Nahrungssuche, und es wird durchaus als Pflicht gesehen, etwas Nahrhaftes f\u00fcr sie dabei zu haben, auch eine kluge Idee, weil man sie dadurch besch\u00e4ftigen kann, um das eigene Weitergehen zu sichern. Obwohl man um 11 Uhr am Vormittag schon ziemlich viele Ersch\u00f6pfte wieder schlafen sieht, machen die Inder generell einen sehr wachen Eindruck, da sie an das st\u00e4ndige Wahrnehmen der Bewegungen gewohnt sind. Zum Beispiel kann ich Mohan, der (brahmanische) H\u00fcter eines der Zug\u00e4nge zum See, fragen, ob er die braune \u00c4ffin, die jahrelang ungew\u00f6hnlicherweise mit einem gro\u00dfen, silberhaarigen Affen gelebt hat und mit seiner Gruppe gereist ist, ob er sie gesehen hat. Und ja, er wei\u00df, dass sie nun zu einer braunen Gruppe zur\u00fcckgekehrt, ihr braunes Kind aber mit den Lemuren weitergezogen ist. Dem Kleinen fehlt die rechte Hand, erz\u00e4hlt er, aber er sei clever und geschickt darin, sich um seine Nahrung zu k\u00fcmmern. Andere Fragen, die mich interessieren, habe ich aufgeh\u00f6rt zu stellen, da von mir erwartet wird, dass ich wei\u00df, was l\u00e4uft oder was Hindus so denken. Ich bin auch tats\u00e4chlich ziemlich gut informiert dar\u00fcber, was Hindus denken, bin aber bei aller Begeisterung f\u00fcr die Tragweite dieser Kultur immer auch bei meinem eigenen Denken geblieben. Das wurde allerdings ziemlich gefordert, und ich kann mir nicht einmal das antike Griechenland mit seinem Denken\u00a0 so fordernd und f\u00f6rderlich vorstellen, wie das hier gang und g\u00e4be ist. Nicht, dass die Tiefen des Denkens \u00fcberall anzutreffen sind, aber jeder Hindu ist damit in Kontakt gekommen. Nun muss man bedenken, dass, wenn ich von Indien berichte, es zwar nicht von einem l\u00e4ndlichen &#8222;Dorf&#8220; aus ist, wie ich es gerne nenne, sondern es ist ein &#8222;Tirtha&#8220;, ein sakrales Feld, das mit einem Wasser verbunden ist, und es ist, gem\u00e4\u00df ihres Denkens, das Opferfeuer von Brahma, dem Sch\u00f6pfer, das Ganze an den Rand der W\u00fcste gelegt, von wo ab und zu noch ein frischer Windhauch zu uns gelangt, w\u00e4hrend man ein paar Kilometer weiter in der n\u00e4chstgro\u00dfen Stadt sofort das Tuch \u00fcber die Nase bindet, um die Erstickung einzud\u00e4mmen. Hei\u00dft: ich berichte aus einer vergehenden Welt. Aber vergeht sie nicht immer? Und wer wei\u00df, was bleibt und sich immer wieder behauptet als Ewigkeit?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Frage, was denn nun diese &#8222;magische&#8220; Kraft von Indien ausmacht, denke ich jetzt \u00f6fters mal an einfache Dinge. 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