{"id":6479,"date":"2018-11-26T04:52:38","date_gmt":"2018-11-26T04:52:38","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6479"},"modified":"2018-11-27T10:59:56","modified_gmt":"2018-11-27T10:59:56","slug":"o-t","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6479","title":{"rendered":"o.T."},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6482\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181126_0722471-300x288.jpg\" alt=\"\" width=\"396\" height=\"380\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181126_0722471-300x288.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181126_0722471-768x738.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181126_0722471.jpg 999w\" sizes=\"auto, (max-width: 396px) 100vw, 396px\" \/><\/p>\n<h5>Eine Titel-Variante des Bildes oben k\u00f6nnte sein &#8222;die Ruhe nach dem Sturm&#8220;, oder nach dem Vollmond. Titel und \u00dcberschriften sind ja immer sehr suggestiv, auch ein reizvoller Gedanke, obwohl mir pers\u00f6nlich das &#8222;o.T.&#8220; immer besser gefallen hat. Auch die Freiheit, etwas Bestimmtes sehen zu wollen oder nicht. Dann bin ich erstmal raus zu meiner t\u00e4glichen Morgenrunde, wo der \u00f6ffentliche Raum fast menschenleer wirkt, was in Indien eher einen relativen Eindruck beschreibt. Dann erkundige ich mich bei dem Sadhu, der nicht weit von &#8222;meinem&#8220; Sitz in einer Mini-Zelle wohnt, wie&#8217;s ihm heute geht, denn er hat einen qualvollen Ischiasnervschmerz und m\u00f6chte &#8222;gehen&#8220;. Zur &#8222;Kumbh Mela will er noch einmal reisen, dem gro\u00dfen Sadhu-Treff (und gr\u00f6\u00dftes religi\u00f6ses Fest der Welt), das alle 3 Jahre in vier verschiedenen &#8222;heiligen&#8220; St\u00e4dten stattfindet. Danach, denkt er, kann er das alles beenden. Sie k\u00f6nnen nie zugeben, vor allem nicht vor sich selbst, wie ungeheuer z\u00e4h und langweilig die Zeit f\u00fcr sie vergehen kann, so als w\u00fcrde der Anspruch auf Heiligkeit automatisch gedehnt werden und w\u00e4re in sich stets erfreulich. Deswegen hat auch ins Zentrum der heiligen M\u00e4nnerhorden das Smartphone eingeschlagen wie Shiva&#8217;s Dreizack. Die Abh\u00e4ngigkeit von den Devotees hat sich umgepolt in eine neue Form, deren Wirkung es erst noch zu erleben gilt. Dann sehe ich beim Weitergehen auf einmal ein riesiges Aufgebot an Polizisten. Fahrzeuge m\u00fcssen umkehren, ich werde gefragt, wo ich hingehe. &#8222;Paricrima&#8220;, sage ich, der Name f\u00fcr die Umrundung des Sees, ein Schl\u00fcsselwort, das in ein Schloss passt. Heute kommt Rahul Gandhi hierher zur See-Segnung, denn am 7.12. sind Wahlen, und er taucht bei den Muslimen und bei den Hindus auf f\u00fcr seine Congress Partei. Seine Mutter, Sonia Gandhi, hat sich trotz aller Schikanen und Anfeindungen, weil sie Italienerin ist, souver\u00e4n durchgesetzt, hat aber diesen Sohn, der es bis jetzt nicht geschafft hat, die Inder von seinem Hindusein zu \u00fcberzeugen. Sie sehen ihn als Weich-Ei und fragw\u00fcrdigen Spr0ss der Gandhi-Dynastie. Aber gleichzeitig erm\u00fcdet gerade die Begeisterung f\u00fcr die regierende Partei (BJP) unter Narendra Modi, einer unheimlichen Figur, die vom Westen aus noch schwerer zu erfassen ist als etwa die Vorstellung des nordkoreanischen Machthabers beim Fr\u00fchst\u00fcck mit seiner Frau. Ich treffe auch hier selten auf jemanden, der wei\u00df, wer Deutschland gerade regiert, aber Modi&#8217;s Methoden sind wahrhaft undurchsichtig. Seine Identifikationen reichen von Vorzeige-Yogi bis zuk\u00fcnftigem Weltenherrscher, was wegen dem st\u00e4ndigen L\u00e4cheln keiner vermutet. F\u00fcr diese heimlichen Machthaie ist Donald Trump als der perfekte Vort\u00e4nzer gekommen. W\u00e4hrend also durch ihn da vorne am Vorhang die alberne Show abl\u00e4uft, wuselt es hinter den Vorh\u00e4ngen unter konzentriertem Druck und bastelt an Pl\u00e4nen, bis die Zeit reif ist. Wann eine Zeit reif ist f\u00fcr etwas unterliegt entweder der individuellen Entscheidung, oder etwas Ungesehenes hat sich energetisch zusammengeballt, oder wird durch die gemeinsame \u00dcberzeugung einer Masse in eine Wirklichkeit katapultiert, oder die Bem\u00fchung um das Verst\u00e4ndnis eines guten Lebens oder schon eines gut gelebten Tages kann eine nat\u00fcrliche Reife hervorbringen, wenn das Innen und Au\u00dfen zu einer gewissen Harmonie gelangen, ohne voneinander abh\u00e4ngig zu sein, d.h. eine Freiheit entsteht im verf\u00fcgbaren Raum, am besten dem hinter allem sich endlos ausdehnenden Raum, der einen gro\u00dfz\u00fcgig zul\u00e4sst als sich selbst, ganz und gar beteiligt (und auch gar nicht), am aktuellen Vorgang. Man kann auch danken, dass man noch lebt und beim Herumgehen nicht ausgerutscht ist auf den Unebenheiten.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Titel-Variante des Bildes oben k\u00f6nnte sein &#8222;die Ruhe nach dem Sturm&#8220;, oder nach dem Vollmond. Titel und \u00dcberschriften sind ja immer sehr suggestiv, auch ein reizvoller Gedanke, obwohl mir pers\u00f6nlich das &#8222;o.T.&#8220; immer besser gefallen hat. Auch die Freiheit, etwas Bestimmtes sehen zu wollen oder nicht. 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