{"id":6455,"date":"2018-11-22T05:16:07","date_gmt":"2018-11-22T05:16:07","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6455"},"modified":"2018-11-22T05:31:14","modified_gmt":"2018-11-22T05:31:14","slug":"6455","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6455","title":{"rendered":"spenden"},"content":{"rendered":"<h5><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6458\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181122_1042151-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"247\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181122_1042151-210x300.jpg 210w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181122_1042151-768x1099.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181122_1042151-715x1024.jpg 715w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181122_1042151.jpg 1015w\" sizes=\"auto, (max-width: 247px) 100vw, 247px\" \/><\/h5>\n<h5>\u00a0Das Fig\u00fcrchen habe ich heute auf meinem Weg gefunden. Es ist ungef\u00e4hr 4 cm hoch und erinnerte mich auf liebevollste Weise an die vielen Pilger und Pilgerinnen, die ich in den letzten Tagen all diese M\u00fchen habe auf sich nehmen sehen, das Bad, das Gedr\u00e4nge, die notwendigen Spenden, die Suche nach einem einigerma\u00dfen sauberen Platz zum Essen und zum Trinken, und dass man die gro\u00dfe Familie nicht verliert, und dass man seine Schuhe wieder findet, wenn man geht. Mit den liegengebliebenen Kleidungsst\u00fccken und Schuhen kann man ein ganzes Dorf ausstatten, und soweit ich sehe, werden auch die B\u00fcndel der Kehrerinnen nicht untersucht. Da die meisten Inder ein riesiges Gedr\u00e4ngle im eigenen Haushalt gewohnt sind, kann man auch bewundern, wie gut und freundlich sie sich miteinander arrangieren. Auch die Herren M\u00f6nche in den orangenen Farben waren heute zahlreich vertreten. Ungef\u00e4hr 200 von ihnen stellten sich den Photographen f\u00fcr ein Gruppenbild bereit, meine Hand griff auch schon zum Smartphone, sank dann aber erm\u00fcdet wieder in die Tasche. Mehr als eine Million Photos werden diesen Ort verlassen und irgendwo gesehen werden, wo sich niemand auch nur vorstellen kann, was da los ist, und wer diese Gestalten sein k\u00f6nnten. Muss ja auch nicht sein. In der Zwischenzeit k\u00f6nnte man mit Plastikt\u00fcten aller Art, die seit 3 Jahren verboten sind, ein kleines Business aufmachen (bemalte Plastikt\u00fcten!) Was sich einmal richtig gut bew\u00e4hrt hat, ist schwer wieder weg zu kriegen. Man f\u00fcllt also als guter Mensch pflichtgetreu die T\u00fcten mit allerlei Futter, das man unterwegs irgendwas Lebendigem spendet, und die leeren Beh\u00e4lter l\u00e4sst man einfach fallen. So kann man sp\u00e4ter das Sterben der Fische sehen oder eine an Plastik gestorbene Kuh. Ob der Mensch von seinen Fehlern nicht lernen kann, ist vermutlich eine der m\u00fc\u00dfigen Fragen. Die planetarisch gerade Anwesenden erleben ihr Schicksal ja immer neu, und man lernt mit den Jahren, was man sich selbst zumuten kann. Ach ja, eine Gruppe habe ich noch vergessen zu erw\u00e4hnen, das sind die Polizisten, und vor allem die Polizistinnen. Sie sind \u00fcberall, die meisten mit ihren Smartphones besch\u00e4ftigt, da es in der Tat wenig f\u00fcr sie zu tun gibt, obwohl terroristische Anschl\u00e4ge bei jeder Gro\u00dfveranstaltung erwartet werden. Da die n\u00e4chstliegende Stadt eine Hochburg des Islam ist, kann man geradeaus von einem Wunder reden, dass noch nichts Schlimmeres passiert ist au\u00dfer diesem Fall vor ein paar Jahren mit dem Terroristen Headely, der angeblich die Einrichtung einiger orthodoxer Juden, die sich hier eingenistet haben, in die Luft jagen wollte. Man kann sich vorstellen, warum Frauen in Indien Polizistinnen werden wollen, das muss erstmal eine Weile ein gutes Gef\u00fchl sein, wenn sie nicht so streng und knochenhart aussehen w\u00fcrden. Dann habe ich noch den tiefgl\u00e4ubigen Brahmanen getroffen, der mir jedes Jahr berichtet, wie schwer es ist, zu Gott zu gelangen, keiner h\u00e4tte auch nur den blassesten Dunst, w i e schwer es ist. Er sieht sehr ungesund aus und ich frage ihn, ob es leichter geworden sei inzwischen. Er l\u00e4chelt etwas gequ\u00e4lt. Only &#8222;SitaRam SitaRam&#8220; sagt er erkl\u00e4rend, was soviel hei\u00dft wie, dass er zur Zeit in der \u00dcbung ist, nichts anderes zu denken und zu sagen als SitaRam, die beiden Hauptdarsteller der\u00a0 Ramayana, dem beliebtesten Epos der Hindus. Dass das indische Volk generell als untherapierbar gilt, hei\u00dft nicht, dass es nicht ad\u00e4quate Formen gefunden hat, vorhandene Neurosen auszuleben. Wer will es beurteilen?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Das Fig\u00fcrchen habe ich heute auf meinem Weg gefunden. 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