{"id":6409,"date":"2018-11-15T02:39:28","date_gmt":"2018-11-15T02:39:28","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6409"},"modified":"2018-11-15T02:44:12","modified_gmt":"2018-11-15T02:44:12","slug":"6409","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6409","title":{"rendered":"trauern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6399\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181113_1438071-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"337\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181113_1438071-300x300.jpg 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181113_1438071-150x150.jpg 150w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181113_1438071-768x767.jpg 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181113_1438071-365x365.jpg 365w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181113_1438071-500x500.jpg 500w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181113_1438071.jpg 963w\" sizes=\"auto, (max-width: 337px) 100vw, 337px\" \/><\/p>\n<h5>Auch wenn einem ein Gedanke schon lange vertraut vorkommen mag, schadet es nichts, eines Tages von ihm getroffen zu werden wie ein Blitz, so, als h\u00e4tte er endlich die Wirkung auf das eigene Wesen, die die ganze Zeit in ihm gelagert war. Manchmal muss man auch gen\u00fcgend vor sich hinreifen, um das ganze Ausma\u00df eines Erkennens verkraften zu k\u00f6nnen. So ist es kein Geheimnis, dass die ganze Welt ein Produkt der Vorstellungskraft ist, das ist ihr Reiz, das ist ihr Spiel, das ist ihr Drama, wie auch immer jede\/r Anwesende es f\u00fcr sich erf\u00e4hrt und gestaltet. So ist es f\u00fcr mich in den letzten Tagen wie ein schwieriges Erfassen gekommen, dass ich verstehen muss, dass der (unausgesprochene) Wunsch, Hindus m\u00f6gen aus ihren G\u00f6tterwelten purzeln und zu sich kommen, v\u00f6llig irrelevant ist, sondern dass es\u00a0 vielmehr darum geht, dass i c h erkenne, dass ich (f\u00fcr mich) nicht mehr vorhanden bin im Alltag ihres G\u00f6tterolymps und einen neuen Weg finden muss, damit umzugehen. Ach die wunderbaren G\u00f6tter, welcher unersch\u00f6pfliche Reichtum an Wesenheiten, an Zust\u00e4nden, an Prinzipien, an hohen Ordnungen und menschlichen Verhaltensweisen. Gut war es, dabei zu sein, ich meine wirklich dabei, einmal mit ganzer Seelenwucht etwas so Ungeheures ans Herz nehmen ohne den Impuls eines zwergenhaften Zweifels. Ich denke, das ist nur m\u00f6glich in Indien, eben weil es eine Lebensweise ist, die offensichtlich so vielen darin Eingebetteten einleuchtet, dass sie es, wohl oder \u00fcbel, als ihr Schicksal, ihr Karma, erkennen. Und viel \u00dcbel ist da, ziemlich viel \u00dcbles, das erschreckt jetzt auch in seinem Ausma\u00df. Vielleicht ist es da, dass das gro\u00dfgeistig gewebte Tuch an der Naht geplatzt ist, damit mal sichtbar werden kann und muss, was sich dahinter verbirgt. Wenn die finsteren Kr\u00e4fte sich durchsetzen, reicht es nicht mehr, an die Ohren zu fassen, wie Inder es gern tun, wenn sie als arglose Kinder r\u00fcberkommen m\u00f6chten, mit dem Blick nach oben gewandt in die bev\u00f6lkerten Himmel, von wo aus alles geregelt wird, wird schon stimmen. Nein, stimmt nicht, das bin nun ich, die es sagt. Als ich dann eines Morgens beim Vor\u00fcbergehen merkte, dass ich nicht von m i r getrennt war, sondern von ihrem ganzen Sein, da erfasste mich so eine Trauer, dass durch sie hindurch die Liebe zur\u00fcckkam, die mir ja zugeflossen ist durch sie und ganz viel zu tun hat mit meiner Bereitschaft zu staunen \u00fcber das kosmische Spiel, das muss doch f\u00fcr mich nicht anders sein, als es ist, auch wenn ich es nun von einem anderen Ort aus sehe. Das f\u00e4llt ja drau\u00dfen nicht auf, und muss auch nicht auffallen. Der Strom meiner Liebe und Dankbarkeit reicht noch f\u00fcr ein paar tausend Jahre. Wenn ich die Welt nicht liebe, wie kann sie f\u00fcr mich existieren?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn einem ein Gedanke schon lange vertraut vorkommen mag, schadet es nichts, eines Tages von ihm getroffen zu werden wie ein Blitz, so, als h\u00e4tte er endlich die Wirkung auf das eigene Wesen, die die ganze Zeit in ihm gelagert war. 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