{"id":6335,"date":"2018-11-05T05:09:53","date_gmt":"2018-11-05T05:09:53","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=6335"},"modified":"2018-11-05T05:15:49","modified_gmt":"2018-11-05T05:15:49","slug":"begegnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yoganauten.de\/?p=6335","title":{"rendered":"begegnen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6336\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181105_091616-300x292.png\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181105_091616-300x292.png 300w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181105_091616-768x747.png 768w, https:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/20181105_091616.png 864w\" sizes=\"auto, (max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/p>\n<h5>Das Bild k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich so sehen, als streckten sich die Arme gen Himmel, es ist aber eher eine Schwimmbewegung durch den eigenen Schleier des Verborgenen hindurch, am ersten Morgen hinaus in die \u00f6ffentliche Runde (im weitesten Sinne des Wortes). Im engen Sinne des Wortes drehe ich auch in Deutschland gerne morgens eine Runde, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Obwohl auch dort jederzeit etwas Unvorhergesehenes passieren k\u00f6nnte (ein aus dem Dickicht hervorbrechender Eber? Einer der neuen W\u00f6lfe?), so ist es hier eher ein\u00a0 wagemutiges Abenteuer, dem man es nicht gleich ansieht. Kaum habe ich die ersten Brahmanen hinter mir gelassen, st\u00fcrzt ein Rudel Hunde in meine Richtung, mindestens zehn. Beruhigt sehe ich, dass eine junge Frau sie f\u00fcttert und streichelt, wir unterhalten uns kurz \u00fcber Hunde und Katzen. Ansonsten: glitzerndes Wasser, \u00fcberall lagern schon Sadhus (M\u00f6nche) an guten Pl\u00e4tzen, denn nun kommt am 7. November Diwali, das Lichterfest, und danach das Kamelfestival, da f\u00e4llt f\u00fcr jeden reichhaltig was ab. Alles an mir scheint automatisch zu funktionieren, das muss die Zeit sein in meinen Adern, die sich an sich selbst erinnert. &#8222;Kal&#8220;, die Zeit auf Hindi, hei\u00dft &#8222;gestern&#8220; und &#8222;heute&#8220;, man kann es nur von der dazugeh\u00f6rigen Grammatik abh\u00f6ren, was gemeint ist. Zeit ist, was zwischen gestern und heute relativ gelassen vor sich hinstr\u00f6mt. Allerorten ist orangfarbene Kleidung zu sehen, urspr\u00fcnglich eine Farbe, die bekunden soll, dass man sich aus dem T\u00e4uschungsman\u00f6ver der Illusion herausbewegen will, auch wenn heutzutage selten verl\u00e4ssliches Wissen oder Praxis unter Sadhus vorzufinden ist. Was ist verl\u00e4ssliches Wissen? Vielleicht bleibt am Schluss so wenig davon \u00fcbrig, dass die F\u00fc\u00dfe erleichtert zu tanzen beginnen. Man gibt die mitgebrachten, goldenen Luftballons an vorprogrammierter Stelle ab, dann die Vollmilchschokolade mit den N\u00fcssen, dann ein Fl\u00e4schchen Parfum f\u00fcr den jungen Brahmanen, der es kaum fassen kann, dass ich seinen Wunsch nach einem westlichen Duftfl\u00e4schchen nicht vergessen habe. Geschafft! Und zur\u00fcck durch das gro\u00dfe, h\u00f6lzerne Burgtor. Nat\u00fcrlich liegt vor allem morgens so ein eiserner Wille zum Frieden \u00fcber dem Ganzen, und jeder, dem ich begegne, ist froh, dass ich sage, dass es mir gut geht, so, als st\u00fcnden sie alle psychisch auf der Kippe und jede weitere Anforderung k\u00f6nnte sie umhauen. D\u00fcnn ist er, der g\u00f6ttliche Strohhalm. Dabei gab es immer schon die genialen Essenzen. Einfach leben, hoch denken, das lief doch ganz gut einst, als die \u00d6llampen noch brannten und die Geschichtenerz\u00e4hler unterwegs waren. Deswegen l\u00e4cheln wir uns alle freundlich zu, denn es ist ja kein Geheimnis, dass dies das ber\u00fcchtigte Zeitalter der Dunkelheit ist, wo die Werte verkommen und die falschen K\u00f6nige auf k\u00fcnstlichen Thronen sitzen. An jeder Ecke wird gebaut und gebastelt und auf das Vorhandene noch zwei Stockwerke draufgesetzt, f\u00fcr alle F\u00e4lle. Das vor\u00fcbergehende Staubkorn im All, dass wir auch sind, staunt \u00fcber den riesigen Einsatz an Kraft f\u00fcr das fl\u00fcchtig Bestehende. Die Pilger bewegen sich an den Ufern der Welt auf der Suche nach dem segensspendenden. Irgendwo und dem Irgendwas vom Irgendwem.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bild k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich so sehen, als streckten sich die Arme gen Himmel, es ist aber eher eine Schwimmbewegung durch den eigenen Schleier des Verborgenen hindurch, am ersten Morgen hinaus in die \u00f6ffentliche Runde (im weitesten Sinne des Wortes). 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